"Das passt nicht"

Immer noch nicht ganz zufrieden sind einige Stadträte mit den Plänen für das ehemalige „Brauhaus-Gelände“. Der Erhalt des Sudhauses ist durch das überarbeitete Konzept zwar jetzt möglich, nun wird aber das geplante Gebäude an der Ecke Beethovenstraße/Königstraße kritisiert. Die Mitglieder des Bauausschusses beauftragten die Verwaltung daher in ihrer jüngsten Sitzung nochmals Alternativen zu suchen.

Als Grundlage für die Entwicklung des Areals empfahl eine Wettbewerbsjury Anfang des Jahres das Konzept des Architekturbüros Dressler_Mayerhofer heranzuziehen. „Das Gelände des Allgäuer Brauhauses wird durch das Konzept sinnvoll in einzelne Quartiere entwickelt, die eine zeitlich unabhängige Realisierung ermöglichen“, beschrieb Uwe Weißfloch vom Stadtplanungsamt einmal mehr die Vorteile des Entwurfs. Von Seiten der Bevölkerung wurde jedoch kritisiert, dass das Sudhaus in dem Konzept nicht erhalten werden soll, was jedoch gewünscht wird. In seiner Juni-Sitzung beauftragte der Bauausschuss daher die Verwaltung den städtebaulichen Rahmenplan so auszuarbeiten, dass der Erhalt des Sudhauses ermöglicht wird (der KREISBOTE berichtete). Das ist den Aussagen Weißflochs zufolge auch gelungen. „Der in Abstimmung mit der Verwaltung und den Investoren von Dressler_Mayerhofer ausgearbeite Rahmenplan ermöglicht durch seine Strukturvorgabe grundsätzlich den Erhalt des Sudhauses“, erläuterte er. Allerdings kann bei Erhalt des Sudhauses auf dem Areal kein zentraler Platzbereich, wie ursprünglich geplant, mehr geschaffen werden. Vielmehr zeichne die Stellung des Sudhauses und die nördlich sich anschließende Bebauung aus der städtebaulichen Grundidee des Wettbewerbs nun die historische Kellerstraße in diesem Bereich nach, erklärte Weißfloch. Südlich des Sudhauses entsteht ein kleinerer Quartiersplatz. Sollte jedoch das Sudhaus doch Wegfallen, sei die alte Lösung auch wieder möglich, ergänzte er. Karg sorgt sich Hans Mangold (Grüne/FL) begrüßte diese Lösung und dankte der Verwaltung, dass mit der Option das Sudhaus zu erhalten auch ein Stück Stadtidentität erhalten bleibt. Sorgen machte sich Herbert Karg (FW) um den Investor Hannes Geierhos. Der hatte Baureferentin Monika Beltinger zufolge im Juni angekündigt abzuspringen, wenn das Sudhaus erhalten bleiben soll. Beltinger meinte jedoch vergangene Woche, dass die Gespräche laufen und es wohl auch eine Möglichkeit mit Sudhaus gibt. Investor Hannes Geierhos, Geschäftsführer der Recommerz Grundbesitzgesellschaft mbH in Höchstädt, wollte sich gegenüber dem KREISBOTEN dazu nicht äußern und wies darauf hin, dass demnächst eine Pressemitteilung herausgegeben wird. Nicht vorstellen kann sich CSU-Fraktionsvorsitzer Erwin Hagenmaier das geplante L-förmige Gebäude an der Ecke Beethovenstraße/Königstraße. „Das Gebäude (maximal 14 Meter hoch) passt nicht zur Beethovenstraße“, bemängelte er. Ein Solitärgebäude mit Satteldach schlug er stattdessen vor. Hagenmaier beantragte daher, dass das Konzept nochmals überarbeitet wird und nach einer anderen Lösung gesucht wird. Sein Parteikollege Thomas Kiechle konnte ihm in diesem Punkt zustimmen. Auch für ihn ist das der „Knackpunkt“ eines ansonsten „sehr gelungenen“ Rahmenplans, bei dem die unterschiedlichen Geschosshöhen sehr lockernd wirken. „Der L-förmige Komplex und die Beethovenstraße beißen sich“, so Kiechle. Er würde es begrüßen, wenn die Planer weg vom Flachdach hin zu einem Satteldach kämen. „Das passt besser zur Beethovenstraße“, sagte er. Antrag unterstützt Bruno Steinmetz (UB/ödp) unterstützte Hagenmaiers Antrag ebenfalls und meinte, dass er sich ein Flachdach nicht vorstellen könne. „Da muss ein Gebäude hin, das der Beethovenstraße entspricht“, so Steinmetz. Eine „pfiffige Lösung“ forderte auch Siegfried Oberdörfer (SPD) für dieses Baufeld I. Baureferentin Beltinger sicherte den Stadträten zu, dass Alternativen untersucht werden. Man müsse jedoch aufpassen, dass eine neue Lösung nicht das Gesamtkonzept durcheinander bringe, warnte sie. Außerdem stellte sie klar, dass die Baumasse auf eine vergleichbare Größe zurückgeführt werden muss, wenn man dem städtebaulichen Duktus der Beethovenstraße nachgeht. Die Verwaltung hat nun also den Auftrag, das Konzept nochmals zu überarbeiten und nach Alternativen zu suchen, denen das städtebauliche Leitbild besser zugrunde liegt.

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