Bibliothek mal anders

Das Projekt Nature Writing bringt Natur und Literatur zusammen

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Symbolfoto

Kempten – Zwar ging bei den Bibliotheken während der Lockdowns meist mehr als bei anderen kulturellen Einrichtungen. Trotzdem musste manches umorganisiert bzw. nach hinten verschoben werden, wie in der Stadtbibliothek beim Pilotprojekt „Lebendige Bibliothek für Nature Writing“. 

Wie berichtet, wurde in diesem im Fonds „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ der Bundeskulturstiftung geförderten Projekt zusammen mit den künstlerischen Projektleiterinnen Susa Pop und Michaela Vieser das Patenschaftsprogramm der Grünen Kulturvermittler entwickelt. Wie Andrea Graf, Leiterin der Stadtbibliothek, vor dem Ausschuss für Kultur und Stadttheater berichtete, konnten für das Projekt, bei dem „der Mensch im Vordergrund steht“, inzwischen zahlreiche Gespräche mit Allgäuern geführt und 15 Kulturvermittler gewonnen werden.

Auch die kürzlich eröffnete Gemeinschafts-Ausstellung (noch bis 10. Juni) vom Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten (FLKE) und BUND Naturschutz im Lesesaal, mit Lieblingsbäumen der Kemptener sowie rund ums Thema Stadtbäume, wird laut Graf rege besucht.

Unter „Wildwuchs“ ist ab Mitte Juni eine weitere Naturausstellung geplant. „Illerherz“ heißt eine an die Aktion „Isarherz“ angelehnte Geoschatzsuche, bei der alle Interessierten aufgerufen sind, herzförmige Steine zu finden und zu sammeln. Sie sollen am Ende der Aktion in einer Ausstellung gezeigt werden und „jeder bekommt sein Herz zurück“, betonte Graf. Zuversichtlich ist Graf, mit den Podcasts ab Mitte Juni online gehen zu können, die im Rahmen des „Solastalgia“-Projekts entstanden sind. Hinter dem „Portmanteau-Begriff“ verbirgt sich eine Wortschöpfung aus „Nostalie“ und „Solace“ (Trost). In Interviews werden Allgäuerinnen und Allgäuer zu ihrem Verständnis der Natur befragt und dazu, wie sich der Begriff und das Verhältnis zur Natur seit ihrer Kindheit verändert hat.

Ab Sommer/Herbst bieten „Grüne Salons“ die Plattform für Vorträge von Grünen Kulturvermittlern zur Geologischen Zeit, Kulturzeit, lebendigen Zeit und technologischen Zeit. Zwei große Events sollen 2022 den Abschluss der Reihe bilden. Im Sommer ist ein Schreib- und Lesecamp im Kemptener Hofgarten geplant, das die Teilnehmer anregen soll, ihre Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren. Lokale Nature Writer sollen die Methoden des Nature Writings vermitteln.

Und schließlich soll ein multimedialer Event der „Vernetzten Bibliotheken“ während der KunstNacht Kempten 2022 die Bibliotheken Wertach uns Sonthofen mit Kempten auf poetisch-visuelle Weise, indem „interaktive Botschaften auf die teilnehmenden Bibliotheken projiziert werden“, und zwar als Echtzeitprojektionen. Der Beauftragte des Stadtrats für Städtepartnerschaft Lajos Fischer (Grüne) regte an, die Partnerstädte dabei mit zu vernetzen, was problemlos möglich sei, wie er in einem Gespräch mit Pop und Vieser bereits erfahren habe. 

Christine Tröger

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