"Das sollte man klipp und klar sagen"

So soll das geplante Möbelhaus aus richtung Süden kommend aussehen. Grafik: Archiv

Alle Änderungsanträge des Unternehmens und Beurteilungen der Regierung von Schwaben haben nichts geholfen: Das für die Einkaufsinnenstadt relevante Randsortiment im geplanten XXXLutz- und Mömax-Möbelhaus am Haslacher Berg bleibt auf 4000 Quadratmeter beschränkt. Darauf einigte sich der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig. Weitaus aufgeschlossener standen die Räte allerdings den Änderungswünschen hinsichtlich der Gebäudegestaltung gegenüber. Schließlich kommen sie zumindest etwas den Anwohnern der Zugspitzstraße entgegen.

Einstimmig hat der Stadtrat am Donnerstagabend der zweite Änderung des Bebauungsplans für den Haslacher Berg zugestimmt. Die von der NH-Immobilien GmbH beantragten Änderungen betreffen vor allem die Form und die Fassadengestaltung des Möbelhauses (der KREISBOTE berichtete). Vor allem der Umstand, dass der wuchtige Baukörper an der südlichen Stadteinfahrt nun im Schnitt vier Meter – also ein komplettes Geschoss – niedriger gebaut wird als zunächst geplant. Im Gegenzug soll der zurückversetzte Dachbaukörper zweigeschossig ausgebaut werden. „Die Oberkante des neuen Dachbaukörpers bleibt unter der bislang festgesetzten maximalen Gebäudehöhe um etwa 1,50 Meter zurück“, frohlockte Baureferentin Monika Beltinger. Allerdings benötigt der neu beantragte Dachkörper mehr Fläche als die alte tonnenartige Dachverglasung. „Grundsätzlich ändern“, so Baureferentin Beltinger, soll sich das Erscheinungsbild des Gebäudes. So ist unter anderem entlang der Bahnhofstraße und in Teilbereichen ums Eck eine hochwertige zweischalige Metallfassade vorgesehen. Details hinsichtlich der endgültigen Oberfläche, Farbe und Materialqualität müssten allerdings noch geklärt werden. „Das an dieser Stelle städtebaulich erforderliche hochwertige Erscheinungsbild der Fassade wurde seitens der NH-Immobilien GmbH aber zugesichert“, betonte Beltinger. Die Bewohner der Hochhäuser in der Zugspitzstraße werden dagegen nach wie vor auf eine begrünte Fassade blicken. „Unabhängig davon, dass das Möbelhaus an der falschen Stelle geplant ist, ist die Absenkung der Dachhöhe zu begrüßen“, zeigte sich nicht nur Dr. Dominik Spitzer (FDP) von den Änderungswünschen der NH-Immobilien GmbH angetan. Weitaus weniger Verständnis brachten die Räte dagegen dem Wunsch von XXXLutz nach einer Vergrößerung der Randsortimentsflächen entgegen. Unter Berufung auf eine landesplanerische Untersuchung der Regierung von Schwaben hat das Unternehmen eine Aufstockung von 4000 auf 6000 Quadratmeter beantragt. Als zusätzliches Argument führt die Kette an, dass es künftig zwei getrennte Flächen für XXXLutz und Mömax mit zwei getrennten Zugängen geben soll. Die Bauverwaltung wiederum beruft sich bei der von ihr geforderten Begrenzung auf 4000 Quadratmeter auf ein Gutachten der BBE Handelsberatung, die die Auswirkungen eines größeren Randsortiments auf die Kemptener Einkaufsinnenstadt untersucht hat. „Eine Erhöhung der damals festgesetzten Randsortimentsflächen kann aus städtebaulicher Sicht seitens der Verwaltung nicht befürwortet werden“, so Beltinger. Thomas Hartmann von den Grünen betonte ebenfalls, „für eine Ausweitung gibt es keine Argumente.“ Dieter Zacherle von den Freien Wählern lobte zwar das neue gestalterische Konzept, forderte aber ebenfalls, bei der Randsortimentsfläche nicht nachzugeben. „Das sollte man dem Baubewerber auch so klipp und klar sagen“, appellierte er. Noch unklar ist nach Angaben von Beltinger allerdings, ob die Aufspaltung in zwei Möbelhäuser auch zu Änderungen bei der Anzahl der Parkplätze führt. „Das muss noch geprüft werden“, erläuterte die Kemptener Baureferentin.

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