"Das wäre gelogen"

Neubesetzung in der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“, Kempten: „Zu behaupten, dass ich schon immer Priester werden wollte, wäre gelogen“, erzählt Thomas Hagen schmunzelnd. „Ich fand mehrere Lebensmodelle interessant.“ Der vierunddreißigjährige Geistliche tritt ab 1. September in Kempten, in der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“, die Nachfolge von Pfarrer Helmut Doll an.

Hagen, der gebürtiger Ulmer ist und sein Abitur 1994 in Illertissen ablegte, hatte sich zunächst für ein Gymnasial-Lehramtsstudium in Bamberg entschieden. Erst während eines Auslandsjahres in Rom reifte in ihm der Entschluss, ins Priesterseminar Augsburg einzutreten. „Dabei war ich während meines Studiums zeitweise recht entfernt von der Kirche“, so Hagen. Aber seine starke christlich-katholische Sozialisation, die er als langjähriger Ministrant in seiner Heimatpfarrei erfahren habe, hätte sich schließlich doch in dem Wunsch niedergeschlagen, den Priesterberuf näher kennen zu lernen. Sein pastorales Praktikum absolvierte Hagen von 2002 bis 2004 in Gersthofen und wurde 2004 zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Kaplan in Mering und Marktoberdorf, wo er vor allem für die Jugendarbeit zuständig war. Jetzt freut sich der junge Geistliche vor allem aufs Pfarrersein. „Ich denke, ich werde mich mit den Allgäuern schon zusammen raufen“, schmunzelt er. Das Bild vom guten Hirten ist Hagen wichtig. Er möchte für die Menschen in seiner Pfarrei da sein, sie gut kennen lernen. Erst einmal schauen, was schon an Gutem da ist, ist seine Devise. Allerdings hasst er den Satz „Das war schon immer so“. Ohne Bereitschaft zur Erneuerung, meint der junge Priester, gehe es in keinem Betrieb, ob kirchlich oder nicht. Feierlicher Gottesdienst Veränderungen stehen für den neuen Kemptener Pfarrer vorerst mit dem Umbau des alten St. Manger Pfarrhofes an. Da die Diözese Augsburg über diese Maßnahme noch nicht endgültig entschieden hat, muss Hagen vorläufig in eine Privatwohnung einziehen. „Ich sehe das als Herausforderung“, meint er gelassen. „Ich bin es gewohnt, im Haushalt auch alleine zurecht zu kommen.“ Am Sonntag, 20. September, um 17.30 Uhr wird der Geistliche in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ offiziell in sein neues Amt von Dekan Dr. Michael Lechner eingeführt. Er hofft, einige Zeit in Kempten vor Ort sein zu können. „Es braucht eine längere Perspektive, wenn man mit den Menschen zusammen wachsen will“.

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