Absage mit vielen Auswirkungen

Dass die Allgäuer Festwoche 2020 ersatzlos gestrichen werden musste, trifft viele Beteiligte hart

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Mit dem Wegfall der FEstwoche 2020 fehlt heuer eine beliebte Treff- und Feiermöglichkeit für Jung und Alt.

Kempten – Die 5. Kemptener Jahreszeit, die Allgäuer Festwoche, ist zumindest in diesem Jahr als Corona-Opfer zu beklagen.

Sie musste aufgrund des Verbotes von Großveranstaltungen ersatzlos abgesagt werden, da eine zeitliche Verschiebung aufgrund der Abhängigkeit von Schulferien nicht in Betracht gezogen werden konnte. Im Werkausschuss informierte Festwochenleiterin Martina Dufner über die durch die Corona-Krise ausgelösten Auswirkungen auf die Festwoche, die sich nicht auf den Verlust von Treffpunkt und Feiermöglichkeiten für viele Kemptener und Allgäuer beschränkt.

Und die hören nicht damit auf, dass der gesamte Eigenbetrieb Allgäuer Festwoche seit 11. Mai zu 50 Prozent in Kurzarbeit ist und vier Mitarbeiter im Rahmen von Amtshilfe vorübergehend in andere Ämter der Stadtverwaltung verteilt wurden. Dass Messe- und Festbetrieb ausfallen hat vor allem wirtschaftliche Folgen für die Aussteller, Gastronomen, Dienstleister und deren Mitarbeiter.Als Folge der Festwochen-Absage werden, so Dufner, „allein durch den Eigenbetrieb Aufträge in Höhe von circa zwei Millionen Euro nicht vergeben“. 

Die Handwerksbetriebe seien mit 600.000 Euro betroffen, vorwiegend aus der Region, sowie Zeltbauer, Sicherheitsdienst, Veranstaltungstechnik, Werbeagentur, Druckereien und andere Dienstleister. Auch die Künstler, Tanzgruppen, Musikvereine und Bands in den Gastronomiezelten und zahlreichen Aushilfen blieben ohne Gagen. Allein der Eigenbetrieb beschäftigte laut Dufner in den vergangenen Jahren rund 50 bis 60 vorwiegend studentische Aushilfen.Den gesparten Kosten stehen die durch die Absage entgangenen Einnahmen gegenüber, die die Festwochenleiterin im Eigenbetrieb mit knapp 2,4 Millionen Euro bezifferte. 

Trotz Absage blieben dagegen die Fixkosten u.a. für Personal, Abschreibungen, Lagerkosten, Verwaltungskosten oder Versicherungen. Deshalb könne auch das geplante Ergebnis nicht erreicht werden. Da die zuzurechnenden Personalkosten noch nicht genau ermittelt werden könnten, kann laut Dufner auch die genaue Höhe der anfallenden Kosten noch nicht genannt werden. Weiterhin angepasst werde die Planung an die neue Situation im Stadtpark.
  
"Schwierigste Entscheidung"

„Für mich persönlich war das die schwierigste Entscheidung“, meinte OB Thomas Kiechle mit Blick auf die Folgen. Denn wenn die Festwoche ausfalle, „leidet nicht nur die Stadt, sondern ein Stück weit das gesamte Allgäu“. Aber es gebe „nichts daran zu rütteln“, dass es notwendig gewesen sei.„Es schadet vielen Händlern massivst“, merkte Hans-Peter Hartmann (FW), Festwochenbeauftragter des Stadtrats, an. Viele würden „richtig in Schieflage geraten“, da die Festwoche eine wichtige Einnahmequelle für sie sei. Man habe deshalb anfangs darüber diskutiert alles kleiner zu machen. Aber da der Aufwand ähnlich groß sei und die Einnahmemöglichkeiten deutlich geringer, habe man die Überlegungen verworfen. „Es tut mir wirklich leid.“ 

Christine Tröger

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