Ab auf die Datenautobahn

Die unzureichende Internetanbindung in Kempten-Nord soll schon bald der Vergangenheit angehören. Vergangene Woche erhielt der regionale Telefon- und Internetanbieter M-net den Auftrag, das Gewerbegebiet Kempten-Ursulasried sowie den Stadtteil Leubas an das glasfaserbasierte Breitbandnetz anzuschließen.

Bereits ab Mitte 2010 sollen dort Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde verfügbar sein – ein Vielfaches eines Standard-DSL-Anschlusses. Den Verbrauchern ermögliche das die Nutzung von Video-on-Demand bis zu professionell ausgestatteten Heim-Arbeitsplätzen. Damit verbessere sich vor allem die Situation der Gewerbetreibenden in diesem Gebiet deutlich. Noch müssten sich die meisten mit der nicht mehr zeitgemäßen ISDN-Technologie und einer Übertragungsrate von gerade mal 128 Kilobit pro Sekunde begnügen – bislang „oft eine Blockade“ für Firmen, wie OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) feststellte. Die Qualität der Verbindung richte sich nach der Entfernung zum nächsten Verteiler der Telekom, erklärte er im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus. Und der sei hier erst im Brodkorbweg – also „etwas weit weg“. Spätestens im März kommenden Jahres sollen deshalb in enger Kooperation mit den Allgäuer Überlandwerken (AÜW), die umfangreichen Arbeiten beginnen. Mehrere Kilometer Glasfaserkabel sollen dann von den AÜW, die mit knapp zehn Prozent an M-net beteiligt sind, verlegt, und an den Internetanbieter vermietet werden. Dass die AÜW schon seit vielen Jahren Glasfaser zur Anlagensteuerung einsetze, „wird jetzt zum DSL-Vorzeigeprojekt“ mit Vorteilen für beide Partner, freute sich AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke. Rund 300000 Euro investiert M-net um zu gewährleisten, dass „die Länge der Kupferleitung zum Endkunden deutlich reduziert wird“, wie Dr. Hans Konle, Vorsitzender der Geschäftsführung von M-net, ankündigte. Auch die Stadt Kempten muss mit rund 70000 Euro tief in die Tasche greifen. Allerdings habe er bereits die Förderzusage von der Regierung von Schwaben, zog OB Netzer einen Trumpf aus dem Ärmel. Über das Konjunkturpaket II beziehungsweise die Bayerische Breitband-Initiative würden 70 Prozent, also fast 50 000 Euro, des städtischen Anteils übernommen. Damit „sind wir das erste Gewerbegebiet in Schwaben“, das durch dieses Förderprogramm mit schnellen Internet-Zugängen erschlossen werde, freute er sich auch über den damit entstehenden Wettbewerbsvorteil für die dortigen Unternehmen.

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