Dauerleihgabe

„Eine Weihnachtsszene dieser Qualität und Ausstrahlung bekommt man auch als Oberbürgermeister nur einmal überreicht“, freute sich OB Dr. Ulrich Netzer bei der Übergabe der neuesten Dauerleihgabe der Freunde Kemptener Museen (fkm) durch deren Vorsitzende Margarethe Gradmann.

Die „Anbetung der Heiligen drei Könige“, die vermutlich aus einer Kemptener Künstlerwerkstatt des 15. Jahrhunderts stamme, sei seit 1993 in der Alpenländischen Galerie als Teil einer in Privatbesitz befindlichen Sammlung zu bewundern gewesen. Wie aus Gradmanns Schilderung hervorging, hatte der Verkauf dieser Sammlung sie mit Rückendeckung des Vereins dazu veranlasst, aktiv zu werden und das Sahnestückchen zu sichern, noch bevor es in einer Auktion verschwinden konnte. Ein Bild „von erster Qualität und Güte“ hatte die engagierte fkm-Vorsitzende aus dem Bestand haben wollen, „das nicht irgendwo im Depot verschwindet“. Mit der Versicherung, „dass das Werk von der Stadt Kempten fachkundig betreut und langfristig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird“, nahm der OB die „künstlerisch herausragende Arbeit“ dankend an und merkte eine Besonderheit des Altarflügels an: Sowohl Vorder- als auch Rückseite, „die bislang nicht zu sehen war“, seien nämlich bemalt, überraschte er die anwesenden Gäste. Die Vorderseite ziert eine anrührende Darstellung von Maria, das Jesuskind auf dem Schoss haltend, umgeben von den heiligen drei Königen. Das Kind streckt seine Hand in die Goldschatulle während es den vor ihm knienden Melchior, dem überliefert die Gabe des Goldes zugeschrieben wird, beseelt anlächelt. Mit ihren in edle Gefäße gefüllte Gaben machen auch die beiden anderen Könige ihre Aufwartung. Caspar, traditionell als Mohr dargestellt, überbringt Myrrhe und Balthasar Weihrauch. "Heilige Madeln" Leider nur mehr fragmentarische erhalten, zeigt die Rückseite des Altarflügels zwei der „heiligen Madeln“, Katharina und Margarethe, deren Ausdruckskraft dennoch große Bewunderung bei den Betrachtern hervorzurufen vermochte. Nur der Preis für den Altarflügel blieb ein Geheimnis. Lediglich dass er noch nicht vollständig bezahlt sei, gab die fkm-Vorsitzende preis. Bis Ende Januar ist die „Anbetung“ noch im Kunstgewölbe des Kemptener Kornhauses zu sehen. Danach soll es wieder in die Alpenländische Galerie zurückkehren.

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