Erneute Diskussion, diesmal im Haupt- und Finanzausschuss

Schnitzelgrube auf der Kippe?

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Müssen die Turner aus Kempten und dem Umland, allen voran die TG Allgäu und der TV Kempten, weiterhin ohne Schnitzelgrube üben? Nach den gestrigen Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss sieht es ganz so aus.

Kempten - Eine große Debatte kam bei den Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss bei der mit Gesamtkosten von 1,2 Millionen Euro (Halle und Geschäftsstelle) veranschlagten Schnitzelgrube auf, für die 710.000 Euro als städtischer Zuschuss eingestellt werden sollten.

Wie berichtet, wollen TV Kempten und TG Allgäu den Restbetrag aufbringen, wenn die Stadt sich mit 710.000 Euro beteiligt. Nicht nur Siegfried Oberdörfer (SPD) hatte aber „ein ungutes Gefühl, dass hier zu hoch gefördert wird“, da man hier deutlich über der normalerweise bei Vereinen 20-prozentigen Förderung liege. Eine Stunde lang wurde hin und her diskutiert, über Möglichkeiten, zum Beispiel einer günstigeren Schnitzelgrube in der Turnhalle am Königsplatz oder einen von der Stadt komplett finanzierten Anbau an der durch den Stadtrat frisch beschlossenen Dreifachturnhalle am Hildegardis-Gymnasium, so dass auch niemand mitreden könne, wer darin trainieren darf und wer nicht. Da aber einmal mehr klar wurde, dass eine Schnitzelgrube da am sinnvollsten ist, wo am meisten trainiert wird, wurden alle Alternativstandorte am Ende wieder verworfen und eine mögliche Kürzung des Zuschusses ins Visier genommen, auch auf die Gefahr hin, dass TV Kempten und TG Allgäu dann aussteigen. Der Zuschuss soll nun mit sechs zu drei Stimmen um 60.000 Euro geringer ausfallen und nur 650.000 Euro für die Schnitzelgrube im Haushalt 2018 eingestellt werden.

„Mit 650.000 Euro bauen wir nicht“, sagt Ullrich Kremser, Präsident des TV Kempten, auf Nachfrage des Kreisboten klipp und klar. Eigentlich gehe man ja sogar von 800.000 Euro Zuschuss seitens der Stadt aus – brutto, während im Ausschuss der Nettobetrag in Höhe von 710.000 Euro diskutiert worden sei. Dabei sei es noch „unklar, ob wir vorsteuerabzugsberechtigt sind“. Insgesamt gehe man finanziell sowieso schon an die Leistungsgrenze des Vereins, zumal man auch schon „in schwere Vorleistungen“ gegangen sei mit Bodenuntersuchungen und Architekturleistungen, die vom TV Kempten bereits bezahlt worden seien. Aber, erklärt Kremser, das Vereinspräsidium müsse so oder so „erst noch einen Beschluss fassen“, egal wie hoch der Zuschuss ausfallen werde.

Laut Kremser will Harald Platz (CSU) in der Fortsetzung der Haushaltsberatung am Mittwoch, 29. November ein Reservebudget von 60.000 Euro aus den Haushaltsmitteln beantragen. 

Christine Tröger

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