Demo auf dem August-Fischer-Platz

„Beleghebammen retten!"

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Viele junge Mütter zeigten Solidarität mit ihren Hebammen und ließen gemeinsam mit ihren Kindern Luftballons mit guten Wünschen in den Himmel steigen. In der Mitte der CSU-Kreisvorsitzende und MdL Thomas Kreuzer (M) neben Erna Kathrein-Groll, Stadträtin Kempten, Bündnis 90/Die Grünen.

Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Hebammen klaut“, steht auf einem der selbstgemalten Plakate, die rund 100 Demonstrantinnen, vornehmlich Mütter mit ihren kleinen Kindern, vor dem Forum Allgäu am vergangenen Freitagnachmittag in die Höhe strecken.

Hebammen, darunter viele „freie Hebammen“, sogenannte Beleghebammen, die keine feste Anstellung haben, sind an ihrem internationalen Ehrentag ebenfalls auf die Straße gegangen. Ziel war es, sich gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Neuregelung der Vergütung zur Wehr zu setzen. Im Fokus der Demonstrantinnen: die GKV, der Dachverband der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Initiiert wurde die Demostration durch die „Allgäuer Hebammengruppe“ um deren Sprecherin Ingrid Notz, einer Gruppe von Geburtshelferinnen aus dem gesamten Allgäu. Sie befürchten massive Schließungen vieler kleiner Kreißsäle und Geburtsabteilungen, gerade in kleinen Städten wie Kaufbeuren oder Füssen. In ihren Gesprächen wird immer wieder das Beispiel Illertissen genannt, zuerst schloss dort die Geburtsabteilung, hernach das ganze Krankenhaus. Die Beleghebammen befürchten, dass sie durch eine geplante Neuregelung ihre Abrechnungsmöglichkeiten über die GKV im schlimmsten Fall, ihre Tätigkeiten nicht mehr kostendeckend ausüben können. „Die Gesetzlichen Krankenkassen wollen eine schlechtere, sparsamere, teuerere und unflexiblere Versorgung für Frauen durchsetzen – und zwar im völligen Bewusstsein der bereits bestehenden Unterversorgung“, so die Sprecherin der Allgäuer Hebammengruppe Ingrid Notz.

Unterschriftenaktion gegen Reform

Die vielen anwesenden Frauen wurden gebeten, sich in eine Unterschriftenliste einzutragen, die Ministerpräsident Horst Seehofer vorgelegt werden soll. Zur „gelben Demo“, viele Damen trugen gelbe T-Shirts und der Himmel war erfüllt von gelben Luftballons, gesellten sich auch einige Vertreter der Politik. Für Bündnis 90/Die Grünen kamen die Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und Ulli Leiner sowie die Stadträtin Erna Kathrein-Groll zur Protestkundgebung. Die Christsozialen waren durch den CSU-Kreisvorsitzenden Thomas Kreuzer, MdL und Stadtrat sowie Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Landrat Anton Klotz vertreten.

Jörg Spielberg

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