Grenzenlose Kreativität trotz Corona 

Der Beauftragte für Partnerstädte lädt zu einem neuen Austauschprojekt ein

Einer der ersten Beiträge auf der neuen Homepage
 für „grenzenlose Freundschaft“ und kreativen Austausch.
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Einer der ersten Beiträge auf der neuen Homepage für „grenzenlose Freundschaft“ und kreativen Austausch.

Kempten – Seitdem im Frühling die Corona-Pandemie über Europa kam, mussten viele persönliche Begegnungen, Reisen und Veranstaltungen ausfallen. Auch ihre Städtepartnerschaften konnten Kemptenerinnen und Kemptener nicht wie zuvor leben und gestalten.

 Selbst der Beauftragte des Stadtrats für Partnerstädte, Lajos Fischer (Bündnis 90/Die Grünen), konnte seit seinem Amtsantritt im Mai nur seine ungarische Geburtsstadt Sopron besuchen, die drei anderen Kemptener Partnerstädte Bad Dürkheim, Quiberon, Sligo und Trient warten noch auf seinen Antrittsbesuch. Doch er hat sich ein Projekt ausgedacht, mit dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Partnerstädte auch in Zeiten von Reisewarnungen und Kontaktbeschränkungen austauschen, kennenlernen und vernetzen können.

Auf der neuen Internetseite „Grenzenlose Freundschaft“ können KünstlerInnen, Kulturschaffende und Kreative unter www.partnerstadt-kempten.eu ihre Werke zeigen, ausstellen oder zu Gehör bringen. Inspiriert durch eine Idee von Csaba Gál, dem Chansonpoeten, der in Kempten auch durch die Kaleidoskop-Abende im Haus International bekannt geworden ist, lädt Fischer alle ein, die in einer der vier Städte leben oder sich diesen Orten besonders verbunden fühlen und gerne freundschaftliche Beziehungen auch über Landesgrenzen hinweg pflegen wollen. Er bietet einerseits an, Beiträge wie Prosatexte, Gedichte, „Musik, Film, Bild, Skulptur, Foto, Tanz, Sketch, Pantomime oder was Sie gerne möchten“ einzusenden, um sie online zu veröffentlichen. Andererseits schlägt er vor, mit der eigenen künstlerischen oder kreativen Arbeit auf bereits veröffentlichte Beiträge zu reagieren, „beispielsweise ein Gedicht zu vertonen oder zu einem Gemälde einen Text zu schreiben. Je internationaler, umso besser“, findet Fischer. Ein fernes, schönes Ziel des Projekts in der analogen Welt soll im Frühjahr oder Sommer 2022 ein Festival sein, bei dem einige der digital vorgestellten Werke präsentiert werden. Dort könnten sich dann auch jene Künstlerinnen und Künstler, die per Internet bereits gemeinsame oder korrespondierende Werke geschaffen haben, persönlich kennenlernen.

Bei Redaktionsschluss hatten sich auf der Homepage bereits 17 MusikerInnen, Ensembles, bildende KünstlerInnen und andere Kulturschaffende versammelt: vier aus der Bretagne, sechs aus Ungarn, sechs aus Kempten und Gál, der Deutschland und Ungarn miteinander verbindet. Die Facebook-Gruppe des Projekts hatte kurz vor den Feiertagen bereits 108 Mitglieder, die bunte Weihnachtsgrüße posteten.

Initiator Fischer betont, dass jedeR willkommen ist: „Es geht mehr um die Vernetzung von kreativen Menschen als um irgendwelche hohen Ansprüche.“ Außerdem kann er sich gut vorstellen, die Aktion im Laufe der Zeit auszuweiten, zum Beispiel mit „Beiträgen aus den Partnerstädten unserer Partnerstädte“.

Neben dem Forum für KünstlerInnen und Kreative bietet die Website Hinweise auf Bücher und Filme, in denen die vier Städte eine Rolle spielen, Links, etwa zum Freundschaftskreis Partnerstädte Kempten e. V., sowie Erinnerungen an frühere Städtereisen. 

kb/Antonia Knapp

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