Der Sieger des Realisierungswettbewerbs steht fest

Neue Ortsmitte in Haldenwang

So könnte das künftige Gebäude im Dorfkern Haldenwangs aussehen.
+
So könnte das künftige Gebäude im Dorfkern Haldenwangs aussehen.
  • VonSabine Stodal
    schließen

Haldenwang – Die Ortskernsanierung der Gemeinde Haldenwang nimmt konkrete Formen an. 13 Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros, die zu einem nichtoffenen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil eingeladen worden waren, hatten ihre Entwürfe zur Neugestaltung des „Hirsch“-Geländes eingereicht. Nun stehen die Sieger fest. Der Kemptener Architekt und Vorsitzende des Preisgerichts, Dr. Jörg Heiler, erläuterte in einer Pressekonferenz den Entscheidungsfindungsprozess und stellte die vier bestplatzierten Entwürfe genauer vor. Die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse ist noch bis Montag, 26. Juli 2021, im Sitzungssaal des Rathauses der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Planungen zur Ortskernsanierung in Haldenwang laufen seit 2014. Im Jahr 2016 konnte die Gemeinde das Grundstück des ehemaligen Gasthofs „Hirsch“ erwerben. Im Lauf der Jahre fanden mehrere Bürgerwerkstätten und zahleiche Gemeinderatssitzungen statt, die sich mit der Frage beschäftigten, wie das zentral gelegene Areal neu gestaltet werden kann. Nun wurden 13 Vorentwürfe von einem Preisgericht aus Fachleuten und Gemeindevertretern gesichtet und diskutiert (letztere waren 1. Bürgermeister Josef Wölfle, 2. Bürgermeister Matthias Amann sowie die beiden Gemeinderatsmitglieder Birgit Prestel und Ingo Schubert. Gemeinderätin Brigitte Schmid-Brunk beteiligte sich als Beraterin).

Nach fast zwölfstündiger Beratung kürte das Preisgericht einstimmig „bogevischs buero architekten“ zusammen mit „Stautner und Schäf Landschaftsarchitekten“ (beide München) zum Sieger des Realisierungswettbewerbes. Der 1. Platz ist mit 18.000 Euro dotiert. Den mit 13.000 Euro dotierten zweiten Platz errang das Büro „Becker Architekten“ (Kempten) mit „Burger Landschaftsarchitekten“ (München). Drittplatzierte sind „abp architekten“ (München) mit „Lex Kerfers Landschaftsarchitekten“ (Bockhorn). Sie erhielten 9.000 Euro, genauso wie „LIMA architekten“ mit „Sophia Hartwig Landschaftsarchitektur“ (beide Stuttgart), welche Träger des Anerkennungspreises sind.

Der Siegerentwurf sieht einen polygonal geformten, also nicht rechtwinkligen, kompakten Baukörper in Stahlbeton-Holzbauweise mit vorgehängter, hinterlüfteter Holzfassade vor. „Trotz momentaner Engpässe ist Holz das Material der Zukunft“, so Dr. Heiler in seinen Ausführungen. Das Gebäude habe „das richtige Gewicht und die richtige Größe im Verbund mit dem, was im Umfeld schon da ist“. Im Erdgeschoss wird der Dorfladen mit Café, Parkmöglichkeiten und ebenerdig zu erreichendem Warenlager seine neue Heimat finden. An der Ostseite wird das Gebäude von der Durchgangsstraße zurückgesetzt. So entsteht vor dem Eingang des künftigen Dorfladens eine langgezogene Freifläche, die durch Bänke, Leuchten und Handläufe Aufenthaltsqualität erlangen soll. Der Verkehrsfluss soll a dieser Stelle nach Möglichkeit durch eine Tempo-30-Zone entschleunigt werden. In den Obergeschossen sollen gemäß der Planungen elf Wohnungen unterschiedlicher Größe errichtet werden. Jede von ihnen mit einer eingeschnittenen Loggia („Auf Balkonen säße man zu sehr auf dem Präsentierteller“, so Dr. Heiler). Besonders reizvoll für künftige Bewohner: An der Nord-West-Ecke des Gebäudes ist eine große Gemeinschaftsterrasse vorgesehen. Das Untergeschoss bildet eine Tiefgarage mit Stellplätzen für die Bewohner sowie Nebenräumen. Öffentliche Stellplätze sind hier nicht eingeplant. In der Erläuterung des Preisgerichts heißt es zu dem Siegervorschlag: „In der Gesamtbetrachtung stellt das vorgeschlagene Konzept einen attraktiven Beitrag zur städtebauliche Klärung im Umfeld von Rathaus und Kirche dar, bietet einen attraktiven Standort für den Dorfladen und entwickelt qualitätvolle, zeitgemäße Wohnungen.“

Nach Abschluss des Wettbewerbes stehen nun noch Vertragsverhandlungen mit den drei Siegern an. „Sobald der Vertrag unterzeichnet ist, geht es von der jetzigen Vorentwurfsplanung an die konkrete Weiterentwicklung der Planung unter Berücksichtigung aller noch zu klärenden Kritikpunkte“, so Josef Wölfle. Der Kostenrahmen stehe aktuell noch nicht fest.

Sicher ist aber, dass das Projekt aus drei Fördertöpfen unterstützt wird: der Städtebauförderung, Wohnungsbauförderung und der Förderung der Ländlichen Entwicklung. Die Entscheidung, ob zur Begleitung der Maßnahme ein eigenes Gremium gebildet werden solle, legt der Rathauschef in die Hände des Gemeinderates. Die Ausstellung des Wettbewerbsergebnisses ist bis kommenden Montag, 26.7. zu den üblichen Öffnungszeiten sowie am Samstag und Sonntag von 10-12Uhr zugänglich.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

60 Bilder für »Tabaluga« - Peter Maffay kommt nach Kempten
Kempten
60 Bilder für »Tabaluga« - Peter Maffay kommt nach Kempten
60 Bilder für »Tabaluga« - Peter Maffay kommt nach Kempten
Kempten erreicht Prädikat »fahrradfreundlich« nur ganz knapp
Kempten
Kempten erreicht Prädikat »fahrradfreundlich« nur ganz knapp
Kempten erreicht Prädikat »fahrradfreundlich« nur ganz knapp
Ohne Dach und Wände: Erster Waldkindergarten in Durach
Kempten
Ohne Dach und Wände: Erster Waldkindergarten in Durach
Ohne Dach und Wände: Erster Waldkindergarten in Durach
Corona-Ticker: Inzidenz im Oberallgäu steigt sprunghaft an
Kempten
Corona-Ticker: Inzidenz im Oberallgäu steigt sprunghaft an
Corona-Ticker: Inzidenz im Oberallgäu steigt sprunghaft an

Kommentare