Destruktive Belastungen

„Gott hat den Menschen die Möglichkeit gegeben, bei anderen Rat zu holen; Es wäre selbstüberhebliche Tollkühnheit, wollte einer von diesem Angebot keinen Gebrauch machen.“ Dieser Ausspruch Dietrich Bonhoeffers ist für die Kemptener Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensprobleme (EFLB) der Diözese Augsburg seit 30 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Vergangenen Mittwoch feierte die Einrichtung offiziell ihr 30-jähriges Bestehen.

Die EFLB stehen zur Verfügung, wenn es um „schnelle Hilfe bei akuten Ehe- und Lebenskrisen, um eine Orientierung in einer unübersichtlichen Problemsituation oder um die Bewältigung von individuellen, ehelichen, partnerschaftlichen, familiären oder auch beruflichen Problemen und destruktiven Belastungen geht“. Insbesondere heutzutage bräuchten immer mehr Menschen immer mehr Beratung, da der Kontrast zwischen Wunsch und Wirklichkeit immer stärker und die Anforderungen der Zeit immer härter würden, bestätigte Elmar Schütz, Leiter der Beratungsstelle. Maria Lauterbacher und andere katholische Frauen könnten eigentlich als Begründerinnen der Beratungsstelle gelten, da sie vor etwa 50 Jahren in Weitnau ehrenamtlich mit den Eheberatungen begonnen hatten. Offiziell gibt es die EFLB in Kempten nun seit 30 Jahren, in Kaufbeuren seit gut 20 Jahren. Gemeinsam könne man also ein 50-jähriges Bestehen feiern, so Elmar Schütz. Und es wurde auch gebührend gefeiert: Im Pfarramt St. Lorenz sprachen zahlreiche Gäste ihre Anerkennung über die Arbeit der Einrichtung aus. Dekan Dr. Michael Lechner, Stadtpfarrer von St. Lorenz und Leiter der City-Seelsorge, sowie die Pfarrerin der St.-Mang-Kirche, Marlies Gampert, lobten die Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle, was eine große Erleichterung und Entlastung für die Vertreter der Geistlichkeit bedeute. Die Oberbürgermeister von Kempten und Kaufbeuren, Dr. Ulrich Netzer und Stefan Bosse (beide CSU), sowie andere Prominente der Kommunalpolitik betonten die Bedeutung der kirchlichen Beratungsstellen. Doch Probleme können auch unterhaltsam angegangen werden, wie der Chor „Voice Essence“ bewies. Ihm oblag es, die Feier musikalisch a capella zu untermalen – was ihm übrigens hervorragend gelang. Pianistin und Kabarettistin Jutta Pockrandt aus Marktoberdorf betrachtete gesellschaftliche Probleme aus ihrer ganz eigenen, witzig-spritzigen, jedoch „hoch-esoterischen“ Sicht – zum Vergnügen des Publikums. Im täglichen Leben wird den Psychologen/-innen in den EFLB viel abverlangt, oft gehen sie selbst an ihre Grenzen angesichts der Vielfältigkeit menschlicher Schwierigkeiten und Konflikte. Ein besonderer Dank ging deshalb auch an Gesine Wenkemann, seit 18 Jahren Psychologin der EFLB.

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