Deutschlandweites Spitzenergebnis

Die Zahl der registrierten Straftaten (orange) hat 2010 den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2003 erreicht. Die meisten ereigneten sich im Stadtgebiet (grün). Grafik: Polizei

Die Stadt Kempten und der Altlandkreis sind offenbar erneut ein Stück sicherer geworden: Mit 6475 erfasste die Polizeiinspektion Kempten im vergangenen Jahr 278 Straftaten weniger als 2009 (- 4,12 Prozent). Davon konnten die Beamten 4606 aufklären, was einer Quote von 71,1 Prozent entspricht. „Das ist eine hervorragende Bilanz“, frohlockte Polizeidirektor Günther Hackenberg bei der Vorstellung der Zahlen vergangene Woche. Hauptgrund für das erneut gute Ergebnis sei die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Bevölkerung und Sicherheitswacht.

Eine bessere erste Vorstellung der Kriminalitätsstatistik hätte sich Günther Hackenberg, erst seit vergangenem Herbst neuer Leiter der PI Kempten, wohl nicht vorstellen können: Die Zahl der registrierten Straftaten ging auf den niedrigsten Stand seit 2003 zurück, gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 71,14 Prozent (2009: 70,20 Prozent) und liegt damit deutlich über dem bayerischen Durchschnitt und dem des Polizeipräsidiums Schwaben/Südwest. Vor allem in den Bereichen Gewaltkriminalität, Straßenkriminalität und Rauschgiftkriminalität gingen die Fälle im vergangenen Jahr zum Teil stark zurück. „Das ist ein absoluter Spitzenwert deutschlandweit“, so Hackenberg. Sein Dank gelte daher sowohl seinen motivierten Mitarbeitern als auch den aufmerksamen Bürgern und Helfern der Sicherheitswacht. „Diese gelungene Kombination führt dazu, dass wir uns in einer sicheren Region aufhalten“, sagte der Leiter der PI Kempten. Im Einzelnen erfassten die 130 Beamten der PI 2010 5151 Straftaten (- 259) in Kempten selbst und 1324 Fälle im Altlandkreis (- 19). Die Gewaltkriminalität ging dabei um 22 Fälle auf insgesamt 224 zurück. Den Großteil der Vorfälle machten nach wie vor Körperverletzungen und Raubdelikte aus, wobei die Zahl der gewaltsamen Auseinandersetzungen 2010 wieder leicht anstieg. Wenig Respekt vor Polizei Mit 968 Straftaten aus dem Bereich „Straßenkriminalität“ registrierten die Beamten 121 Vorfälle weniger als 2009. Besonders im Stadtbereich ging die Zahl der entsprechenden Delikte von 870 auf 760 zurück. Gestiegen ist hingegen die Zahl der registrierten Diebstahlsdelikte: Von 1933 in 2009 kletterte die Zahl nunmehr auf 1967 Straftaten. Davon ereigneten sich in Kempten 1644 (+ 1,5 Prozent) und im Altlandkreis 323 (+ 2,9 Prozent). Zufriedener sind die Polizisten der PI dagegen mit der Entwicklung im Bereich „Rauschgiftkriminalität“. Hier nahmen sie mit 329 34 Delikte weniger auf als im Vorjahr. Allerdings musste trotzdem ein Rauschgifttoter verzeichnet werden. Zurück gegangen sind die Zahlen auch beim „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ und Betrugsverbrechen. „Die Aufklärungsquote von 83,3 Prozent beweist, dass in vielen Fällen Lügen kurze Beine haben und so zahlreiche Schwindler entlarvt werden konnten“, so Hackenberg. Verantwortlich für die 6475 Straftaten waren 3543 mutmaßliche Täter, davon 880 weibliche. Im Vorjahr waren noch 3813 Tatverdächtige ermittelt worden. 197 Verdächtige sind Kinder, 497 Jugendliche und 368 Heranwachsende. Gerade Jugendliche und Heranwachsende seien es auch, die vor allem in Kombination mit Alkohol, zunehmend weniger Respekt vor der Polizei zeigen würden, kritisierte Hackenberg. Dominierend ist diese Altersgruppe auch bei den Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Nicht zuletzt deshalb will die PI Kempten künftig noch stärker Präventionsarbeit leisten. So soll die entsprechende Abteilung ab 1. Mai um eine weitere Beamtin aufgestockt werden, um noch gezielter in den Schulen vorbeugend tätig werden zu können, kündigte Hackenberg an. Außerdem hofft er auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und Zuwachs bei der Sicherheitswacht. „Lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig.“

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