Internationales Fest

Die Welt an einem Tisch

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Mit Weihnachtsliedern und -gedichten, einem festlichen Mahl und Wichtel-Geschenken feiern die Schülerinnen und Schüler des Deutschkurses im Haus International Weihnachten.

Kempten – Eine Weihnachtsfeier, die dem Namen des Hauses gerecht wurde, gab es im Haus International, wo sich an festlicher Tafel sozusagen die Welt versammelte.

Gabriele Heilinger, Vorsitzende des Trägervereins und Zuständige für die im Haus International angebotenen Deutschkurse, hatte ihre Schülerinnen und Schüler zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen, Essen und natürlich Wichteln eingeladen – Weihnachtsspannung inklusive. Denn die Tür ging erst auf, als drinnen alles bereit war und die internationalen Gäste mit Musik empfangen werden konnten.

„Einige haben geweint“, wie Heilinger bemerkte, und natürlich gleich Fotos gemacht. Besonders freute sie sich darüber, dass auch die muslimischen Gäste kräftig mitsangen, allen voran vier Asylbewerber, die seit Herbst in Betzigau unter-gebracht sind und dreifach den Senegal sowie einmal Sierra Leone vertraten. „Den Deutschkurs dürfen sie leider noch nicht besuchen, da sie keine Anerkennung haben“, erklärte die Gastgeberin, „aber sie haben geholfen die Hütte im Hof zu bauen“.

Mit Inbrunst gesungen

Mit Inbrunst sangen sie deutsche und englische Weihnachtslieder von Textblättern zur Instrumentalbegleitung von Ronan Grippay aus Frankreich an der Violine und der Australierin Cassandra Böck am Piano. Auch wenn der ein oder andere im Chor zwischendurch mit dem Text noch zu kämpfen hatte – es war ein stattlicher Gesang, der da ertönte.

Natürlich hatte auch jeder Gast eine kleine Spezialität aus seinem Heimatland mitgebracht und für eine kulinarische Reise um den Globus gesorgt. Da gab es Leckereien von Keon aus Nigeria, Paulina aus Finnland, Wanpen aus Thailand, Takako aus Japan, Eugen, Svetlana und Nelly aus Kasachstan, Lila aus Nepal, Paula und Angelina aus Rumänien, Mimi aus Bali, Enat aus Syrien, Alina aus dem Kosovo, dem „sehr lernbegierigen“ Amani aus dem Kongo, der laut Heilinger unbedingt „Medizin studieren will“, Anna aus Italien, Li-Ling aus China, Evgenjy aus Russland und schließlich Annette aus Canada. Alle sind seit September im Kurs und aus den unterschiedlichsten Beweggründen in Kempten, wie Heilinger erzählte.

Wirtschaftsflüchtlinge

So fanden sich an der bunten Tafel Au-Pair-Mädchen neben „Neu-Kemptenern“, die es der Liebe wegen hierher verschlagen hat ebenso wie Flüchtlinge aus aller Herren Länder. „Es gibt inzwischen sehr, sehr viele europäische Wirtschaftsflüchtlinge, vor allem aus Spanien und Rumänien, zunehmend auch aus Frankreich und Italien“, so Heilingers Beobachtung. Früher seien dagegen auffallend viele Südamerikaner zu uns gekommen, die jetzt durch die Europäer abgelöst würden.

Und damit die Deutsche Sprache auch bei der Weihnachtsfeier nicht zu kurz kam, wurden von den Gästen kleine Weihnachtsgedichte vorgetragen, bevor das reiche Buffet eröffnet wurde.

Christine Tröger

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