"Augen auf…"

Diakonie-Projekt der Pfarrei St. Lorenz und des Caritasverbandes

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Die Akteure üben schon einmal… In diesem Frühjahr wird die „Rollende Kirchenbank“ auf Reisen gehen, um im Stadtgebiet Kempten Begegnungsstätten für Menschen zu schaffen. (v.l.) Stefan Raichle, Caritas Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung, Manfred Hilgers, AK Diakonie, André Harder, Diakon, und Martin Zeller, Gemeindereferent.

Kempten – In diesem Frühjahr laden die Pfarrei St. Lorenz und der Caritasverband Kempten-Oberallgäu mit Hilfe verschiedener Veranstaltungen ein, die Augen für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu öffnen. Die Veranstaltungsreihe, bestehend aus sechs einzelnen Aktionen, möchte sensibilisieren, aufrütteln und durchaus zum Handeln bewegen.

„Hinter dem Etikett den Menschen entdecken“, so umschrieb Dekan Dr. Bernhard Ehler die Zielsetzung des Projektes bei einer Pressekonferenz vergangene Woche in den Räumlichkeiten des Caritasverbandes Kempten-Oberallgäu in der Landwehrstraße. Zum Projekt gehört auch eine „Rollende Kirchenbank“, die an sieben Donnerstagen an sieben verschiedenen Plätzen, wie unter anderem der JVA Kempten, der Staatlichen Berufsschule III und der Orangerie in Kempten, spontan und impulsiv Begegnungsstätten für Menschen schaffen soll. 

Menschen, die zufällig anwesend sind, möchte die Caritas mit der Idee einer „Rollenden Kirchenbank“ dazu einladen, sich für die Lebensperspektive unterschiedlicher Menschen und Menschengruppen zu öffnen. „Nicht über die da sprechen, sondern in Beziehung kommen, das ist das Bemühen unserer Aktionen“, sagt Dekan Ehler.

Mit „die da“, sind Randgruppen der Gesellschaft gemeint, so wie unter anderem Menschen mit Behinderung, Flüchtlinge und Häftlinge der JVA Kempten. „Wir möchten einfach ein größeres Verständnis für Menschen schaffen, die nicht im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen“, so unisono die Mitakteure des Projekts „Augen auf…“, die Geschäftsführerin der Caritas Kempten-Oberallgäu, Jennifer Wörz, und Stefan Raichle, Ansprechpartner bei der Caritas für Menschen mit Behinderung.

Starten wird das Projekt mit einer Podiumsdiskussion am 17. April zum Thema „Inklusion“. Neben Dekan Ehler, Prof. Dr. Ursula Müller von der Hochschule Kempten, dem Rektor der Grundschule an der Sutt, Tobias Schiele, und dem Diakon André Harder wird auch Ilona Deckwerth, SPD-Sprecherin der Landtagsfraktion für Menschen mit Behinderung, mit diskutieren. Am 28. April heißt es „Augen auf für Menschen mit Behinderung“. 

Geplant ist ein Ausflug ins Dominikus-Ringeisen-Werk nach Ursberg. Am 30. April heißt es „Rollenwechsel“. Menschen werden bei dieser Aktion dazu animiert, stundenweise in karitativen Einrichtungen mitzuarbeiten. So sollen diese hautnah einen Perspektivenwechsel erleben. Am 12. Mai lädt die Caritas dann ein zu „Pilgern all-inclusive“ unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs auf dem Weg für Leib und Seele in Scheidegg“. Zu einer Art „Straßenfest“ mit selbstgemachter Suppe werden dann an einem Sonntag im Juni (wetterabhängig) die Bewohner der Herrenstraße in den Innenhof der Pfarrei eingeladen werden.

Den Abschluss des Projekts „Augen auf…“ wird ein Besuch der Priesterweiher des Diakons André Harder im Hohen Dom zu Augsburg sein, der maßgeblich am gesamten Projekt mitgewirkt hat. An allen Einrichtungen der Caritas Kempten-Oberallgäu und der Pfarrei St. Lorenz liegen Flyer zu den Veranstaltungen aus. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.stlorenz.de.

Jörg Spielberg

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