Dialog statt Zwang

Es ist jedes Jahr das gleiche: Kaum geht es auf Weihnachten zu, klingen aus vielen Läden laute Weihnachtsmelodien und –lieder. Die einen finden es schön, mindestens genauso viele stören sich aber an der „Zwangsbeschallung“. Deshalb hatte Stadträtin Elisabet Brock bereits vor geraumer Zeit beantragt, von Seiten der Stadtverwaltung gegen die öffentliche Dauerberieselung mit einschlägigen Weihnachtsliedern vorzugehen – ohne Erfolg, wie am Mittwochabend im Ausschuss für öffentliche Ordnung deutlich wurde.

Von vielen Bürgern werde die laute Weihnachtsmusik mittlerweile als „Zwangsbeschallung“ wahrgenommen, gegen die sich niemand wehren könne, monierte Brock am Mittwochabend. Auch Johann Lederle von der CSU erklärte, dass der Krach vor allem im Bereich Nürnberger Haus tatsächlich sehr laut sei. Brock hatte daher angeregt, dass die Stadt Kempten der „Linzer Charta“ beitritt. Keine Handhabe Die „Linzer Charta“ sieht eine „beschallungsfreie Ausgestaltung des öffentlichen Raums“ vor. Einzelhändlern wird in diesem Zusammenhang die Möglichkeit gegeben, sich mit einem Aufkleber als „Zone ohne Hintergrundmusik“ auszuweisen. Beitreten kann man der Charta allerdings nur auf freiwilliger Ebene. Davon abgesehen, so erklärte Sabine Colberg, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamtes, habe die Stadt sowieso keinen Einfluss auf Art und Lautstärke der Musik in Geschäften. „Das liegt im Ermessen des jeweiligen Ladeninhabers“, erläuterte sie. Die Ladenbesitzer in Kempten mit der Lärmbelastung ihrer eigenen Mitarbeiter zu packen, wie es Carolin Brög (Grüne) vorschlug, bringe ebenfalls nichts, da das ebenfalls Sache der Einzelhändler und seiner Angestellten sei. Deshalb sprach sich der Ausschuss für öffentliche Ordnung dafür aus, lieber das mahnende Gespräch mit den Kemptener Einzelhändlern in der Fußgängerzone zu suchen, da ein „öffentlichkeitswirksamer Appell“ mehr Erfolgsaussichten verspreche. „Es gibt verschiedene Gesprächsebenen mit dem Einzelhandel und dem City-Management“, erklärte Bürgermeister Josef Mayr (CSU) an diesem Punkt.

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