Alles begann beim Faschingsball

Diamantene Hochzeit im Hause Soldner

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Luise und Dieter Soldner reisen und wandern für ihr Leben gern. Dritter Bürgermeister Josef Mayr (li.) gratulierte ihnen im Namen der Stadt zur Diamantenen Hochzeit. Auch Sohn Jürgen und Tochter Sylvia Graf (2. Reihe) besuchten aus diesem Anlass ihre Eltern.

Kempten – Im Dezember vorigen Jahres jährte sich der Hochzeitstag von Luise und Dieter Soldner zum sechzigsten Male. Das Ja-Wort gaben sich der gelernte Buchdrucker und die ehemalige Bosch-Beschäftigte am 13. Dezember 1958 in Ansbach.

Als Dieter Soldner seine Luise auf einem Faschingsball zum ersten Mal sah, war es gleich um ihn geschehen; er hatte nur noch Augen für sie. Liebe auf den ersten Blick sei es bei ihm gewesen, schildert er das Kennenlernen.

In den sechs Jahrzehnten seines Zusammenseins hat das Paar viel geschafft. Der Start in eine gemeinsame Zukunft war alles andere als einfach. Obwohl offiziell verheiratet, konnten sie zunächst nicht zusammenziehen. Es herrschte große Wohnungsnot. Erst als sich der Arbeitgeber des Bräutigams einschaltete, fanden sie eine Bleibe. Einige Jahre später verließ die inzwischen vierköpfige Familie – Vater, Mutter, Tochter Sylvia und Sohn Jürgen – die kleine Stadt in Franken und zog nach Pforzheim. Nach sechs Jahren entschloss sich das Ehepaar Soldner, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, und ging auf Suche nach einem geeigneten Objekt. Das fand sich mit der Druckerei Alf. Dobler in Kempten in der Bahnhofstraße, die man am 1. Juli 1970 kaufte. Damit wurde die Allgäumetropole zur neuen Heimat der Familie. Entwicklungstechnische oder Platzgründe machten es notwendig, den Standort des Unternehmens einige Male zu verlegen, einmal sogar nach Wildpoldsried. Mittlerweile ist die Druckerei Soldner GmbH in Kempten in der Daimlerstraße ansässig und wird jetzt von Tochter Sylvia Graf und Sohn Jürgen geleitet.

Zeit ihres Lebens zogen Luise und Dieter Soldner an einem Strang. In Pforzheim baute der Jubilar in der Druckerei, in der er beschäftigt war, eine neue Abteilung auf. Diese Aufgabe nahm sehr viel Energie in Anspruch. Seine Frau musste sich deshalb um die Kinder mehr oder weniger im Alleingang kümmern. Und als der Schritt in die Selbständigkeit erfolgte, übernahm die Jubilarin die Betreuung der Firmenkunden. „Ich habe meine Arbeit geliebt“, erinnert sich Luise Soldner ein wenig wehmütig an diese Ära. „Sie fehlt mir heute noch ein wenig.“

Weil das Paar seine Diamantene Hochzeit auf der Karibikinsel Barbados zu zweit allein feierte, überbrachte Kemptens Bürgermeister Josef Mayr erst im Nachhinein die Glückwünsche der Stadt. „Sie sind ein gutes Beispiel, dass unternehmerische Tätigkeit jung und fit hält“, stellte er beim Besuch der Soldners anerkennend fest. „Sie haben einen Familienbetrieb, so wie man es sich vorstellt“, betonte Mayr weiter. Auch Tochter Sylvia und Sohn Jürgen kamen zu diesem Anlass nach Sankt Mang, dem Domizil ihrer Eltern seit sechs Jahren.

In gemütlicher Runde saßen alle zusammen und sprachen über vergangene Zeiten. „Allmächt‘“, das Fränkische kommt besonders bei Luise Soldner immer noch durch, „unsere Jugend- und Anfangszeit war nicht leicht.“ Die Kindheit des heute 79-Jährigen und seiner fast gleichaltrigen Ehefrau ist nicht leicht gewesen. Luise Soldner hat bereits mit drei Jahren keine Eltern mehr gehabt und bei Verwandten gelebt. Der Vater des Jubilars wird auf der Krim vermisst. Diese Nachricht ist seiner Mutter überbracht worden, als Klein-Dieter drei Jahre alt war. Inzwischen sind die beiden agilen Senioren mehrfache Großeltern und zweimalige Urgroßeltern.

Hildegard Ulsperger

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