Diamanthochzeit in Überbach

Seit der Festwoche 1954 sind Ruth und Georg Frick unzertrennlich

+
Ihren Ehrentag feierten Ruth und Georg Frick im kleinen, familiären Rahmen mit einem sehr persönlichen Gottesdienst in der Überbacher Kirche und einer Forggensee-Schifffahrt. Bürgermeister Werner Endres ließ es sich nicht nehmen, den beiden ein paar Tage später herzlich zu gratulieren.

Dietmannsried/Überbach – Die Allgäuer Festwoche war schon für viele Paare der Beginn einer großen Liebe. So war es auch für Ruth und Georg Frick aus Überbach, einem Dorf in der Gemeinde Dietmannsried. Seit die beiden im Sommer 1954 gemeinsam im Festzelt saßen, sind sie unzertrennlich – und das seit nunmehr 66 Jahren. Gerade feierte das Jubelpaar seine diamantene Hochzeit. Bei Kaffee und Kuchen haben sie erzählt, wie das damals so war, und ihr persönliches Rezept für eine lange, glückliche Ehe verraten.

Georg Frick stammt aus einer alteingesessenen Überbacher Familie, seine Ruth kommt ursprünglich aus Erolzheim. „Meine Eltern zogen irgendwann nach Überbach, um hier einen kleinen Gemischtwarenladen zu betreiben“, erzählt sie. Sie selbst kam 1954, mit 18 Jahren, in das kleine Dorf. „Ich wollte damals gern zur Festwoche gehen, wusste aber nicht, wie ich hinkommen sollte.“ Ihre Schwester organisierte ihr darum eine Mitfahrgelegenheit, die sich als im positivsten Sinne schicksalhaft herausstellen sollte, denn man ahnt es schon: Ihr Fahrer war ihr späterer Mann Georg. 

Der damals ebenfalls 18-Jährige nahm die junge Frau auf seinem Motorrad, einer NSU Lux, mit nach Kempten. „Mein Vater war recht streng“, erinnert sich Ruth Frick. „Aber den Georg kannte er schon, sonst hätte er es wahrscheinlich nicht erlaubt. Das mit dem Motorrad hat er gar nicht mitbekommen“, sagt sie lachend. Sie habe den Georg gleich nett und sympathisch gefunden. Dieser war seinerseits ganz angetan von seiner Begleiterin: „Sie war schon damals eine ganz Hübsche.“

 Ruth erinnert sich an diesen ersten gemeinsam Abend: „Nachdem wir eine Weile zusammen im Bierzelt waren, geredet und geschunkelt hatten, zog Georg sein Bier in die Mitte vor uns und meinte, `Des isch jetzt eiser Bier´.“ Und damit sei eigentlich schon alles klar gewesen. „Wir wussten schnell, dass wir zusammengehören.“ 

1959 kauften die beiden das Haus, in dem der elterliche Laden war, „denn mein Mann wollte nicht in Miete heiraten“. Der Gang zum Traualtar folgte ein Jahr später. Sowohl die standesamtliche Trauung durch Bürgermeister Stingl als auch die kirchliche bei Pfarrer Karl Wesle fanden am 22. August 1960 statt, einem Montag. „Der Pfarrer wollte keine Trauung am Samstag machen. Vielleicht hat er befürchtet, dass die Leute, wenn sie zu lang feiern, am Sonntag nicht in die Kirche kommen“, mutmaßt Ruth scherzhaft, schließlich feierte praktisch das ganze Dorf im Saal des Dorf-Gasthofs `Rössle´ mit den jungen Brautleuten. 

Im Lauf der Jahrzehnte durchlebten die beiden alle Höhen und Tiefen des Lebens gemeinsam. Das größte Glück waren und sind die beiden Töchter. Inzwischen ist die Familie um vier Enkel und eine Urenkelin angewachsen. Ruth Frick arbeitete 42 Jahre lang bei der Firma Töpfer in Dietmannsried zunächst als Sachbearbeiterin, später als Chefsekretärin. Ihr Mann war 40 Jahre lang Anlagenführer bei der Käserei Champignon in Heising. Heute sind beide 84 Jahre alt und geistig vollkommen fit. Für eine glückliche Ehe sei es wichtig, den Partner zu achten und die Ehrfurcht voreinander zu bewahren, ist Ruth Frick überzeugt. „Und den Hochzeitstag nicht zu vergessen“, fügt ihr Mann augenzwinkernd hinzu.“ Da habe er seine Frau immer mit einem schönen Blumenstrauß überrascht. „Wir sind immer viel zusammen wandern gegangen, haben mit Freunden Feste gefeiert und sind gerne gereist – allein 50 Mal nach Südtirol.“ Ein Wunsch wäre es darum, dort wieder einmal Urlaub zu machen. Tochter Alexandra scheint da schon etwas in Planung zu haben: „Aber wir schauen ganz spontan, ob das geht.“

Sabine Stodal

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Infos zum Corona-Virus in Kempten und im Oberallgäu
Aktuelle Infos zum Corona-Virus in Kempten und im Oberallgäu
Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 - 2026 Dr. Stefan Thiemann (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragter für Mobilität
Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 - 2026 Dr. Stefan Thiemann (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragter für Mobilität
Coronavirus: Erster bestätigter Fall im Landkreis Oberallgäu
Coronavirus: Erster bestätigter Fall im Landkreis Oberallgäu

Kommentare