Dunkelrotes Kempten

Die aktuelle Corona-Situation in Stadt, Landkreis Oberallgäu und Klinikverbund Allgäu

Mund-Nasen-Abdeckung zum Schutz vor Viren und Bakterien
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Die aktuelle Corona-Situation in Kempten, im Landkreis Oberallgäu und im Klinikverbund Allgäu.

Kempten/Oberallgäu – Nachdem Kempten am vergangenen Wochenende den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen je 100.000 EinwohnerInnen überschritten hat, gelten die verschärften Regeln der dunkelroten Ampel-Stufe der Bayerischen Staatsregierung, um die Pandemie einzudämmen. Im Oberallgäu lag der Inzidenzwert, laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), am Montagmorgen, 26. Oktober, 0 Uhr, bei rund 80 Neuinfektionen in den vorausgegangenen sieben Tagen. Damit gilt im Landkreis seit Samstag, 24. Oktober, die rote Warnstufe, die ab einem Inzidenzwert von 50 wirksam wird und u. a. eine Sperrstunde und ein Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr vorsieht. Die Maßnahmen für den gesamten Freistaat regelt die 7. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordung in ihrer aktuellen, seit dem 18. Oktober geltenden Fassung.

Sowohl im Landkreis Oberallgäu als auch in Kempten sind seit Donnerstag, 22. Oktober, die Regeln der roten Stufe des Corona-Ampel-Systems in Kraft: Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt überall dort, wo Menschen dichter oder für längere Zeit zusammenkommen, insbesondere auf Begegnungs- und Verkehrsflächen, in allen öffentlichen und öffentlich zugänglichen Gebäuden, ständig auch in Schulen, Bildungsstätten, bei Tagungen, Kongressen, Messen, in Freizeiteinrichtungen und Kulturstätten, wie Theatern und Kinos, auch am Platz. In Kempten muss im gesamten Kernstadtbereich eine Alltagsmaske getragen werden.

Dieser umfasst das Gebiet vom Forum-Allgäu über die Fischerstraße bis zum St. Mang-Platz und Rathausplatz, weiter über die Galerie Kaufhof und den Hofgarten bis zum Kornhausplatz sowie über den Stadtpark, den Königsplatz und die Bahnhofstraße zurück zum August-Fischer-Platz. Auch am Arbeitsplatz muss eine Maske getragen werden, sofern die Anwesenden den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht dauernd einhalten können. Die Maskenpflicht gilt zudem an allen Schulen und für alle Jahrgangsstufen, auch an Grund- und Förderschulen der ersten bis vierten Klasse. Oberbürgermeister Thomas Kiechle betonte, insbesondere für die jüngeren SchülerInnen werde die Stadt diese Regel „beständig“ auf ihre „Notwendigkeit“ hin „überprüfen und hinterfragen“.

Die Staatsregierung verlangt allerdings, dass Städte und Landkreise regionale Ausnahmen, etwa für GrundschülerInnen, ausführlich begründen und von den Bezirksregierungen genehmigen lassen müssen. An privaten Feiern und Veranstaltungen, insbesondere an Hochzeiten, Geburtstagen, Beerdigungen, auch Vereinssitzungen und ähnlichem dürfen maximal fünf Personen oder die Angehörigen von zwei Haushalten teilnehmen, unabhängig davon, ob die Zusammenkunft im privaten oder öffentlichen Raum stattfindet. Bei Veranstaltungen aller Art dürfen nicht mehr als 50 TeilnehmerInnen dabei sein, bei Sportveranstaltungen nicht mehr als 50 ZuschauerInnen; Ausnahmen gelten für Gottesdienste und Demonstrationen. Anders als im übrigen Oberallgäu beginnt die Sperrstunde in Kempten bei Alarmstufe Dunkelrot nun um 21 Uhr. Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr vor Ort ist von 21 bis 6 Uhr verboten. Während dieser Zeit darf auch an Tankstellen oder anderen Verkaufsstellen kein Alkohol verkauft oder auf öffentlichen Plätzen getrunken werden.

Besucherregelungen im Klinikum

Im Klinikum Kempten sowie in den übrigen Kliniken des Klinikverbunds im Oberallgäu gelten seit Freitag, 23. Oktober, folgende Besucherregelungen: Jeder Patient darf pro Tag nur einen Besucher empfangen. Das Klinikum empfiehlt, den Kreis der BesucherInnen auf enge Angehörige oder nahe Bezugspersonen zu begrenzen. BesucherInnen müssen symptomfrei sein, dürfen „in den letzten Tagen“ keinen Kontakt zu einer Person mit bestätigter Coronavirusinfektion gehabt haben und müssen während ihres Aufenthalts im Klinikum ständig einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Beim Betreten des Klinikgebäudes müssen sie sich namentlich registrieren lassen. PatientInnen in „speziell ausgewiesenen Infektbereichen“ dürfen grundsätzlich keinen Besuch empfangen. In der Notaufnahme sind Begleitpersonen nur ausnahmsweise erlaubt, zum Beispiel für Kinder. Sterbende dürfen weiterhin besucht und begleitet werden. Werdende Väter dürfen bei der Geburt ihres Kindes dabei sein, für die Entbindungsstation gelten eigene Besucherregelungen.

COVID-19 Patienten im Klinikverbund

Auf Anfrage des Kreisboten teilte der Klinikverbund Allgäu mit, dass (Stand Freitagabend, 23. Oktober) in seinen Kliniken elf „an COVID-19 erkrankte Patienten“ behandelt würden, in Kempten keiner. Zwei der genannten Patienten bekämen eine intensivmedizinische Behandlung. Bezogen auf diese „geringe Fallzahl“ beobachte der Klinikverbund „im Vergleich zum Frühjahr keine Veränderung des Schweregrads der Krankheitsverläufe“. Ähnlich wie vor einem halben Jahr litten viele Corona-Patienten an einer Vorerkrankung; anders als im Frühling seien die Infizierten in den Krankenhäusern aktuell eher „etwas jünger“, dies entspreche „der allgemeinen epidemiologischen Entwicklung“.

Gemäß der „nationalen Leitlinien erhalten die „vielen leichten ambulanten Fälle“ in den Häusern des Klinikverbundes eine symptomatische Therapie. Patienten, die einer stationären Behandlung bedürften, bekämen neben der symptomatischen Behandlung unterschiedliche „speziell für COVID-19 empfohlene Medikamente“: Remdesivir, das die Vermehrung des Virus hemmt, Cortisonpräparate und Gerinnungshemmer – je nach Art einer eventuell nötigen Beatmung und der Schwere des Krankheitsverlaufs.

Im Schnitt könnten die stationär aufgenommenen PatientInnen nach zehn Tagen entlassen werden; allerdings sei die „Spannweite“ der Aufenthaltsdauer groß und bewege sich zwischen wenigen Tagen und rund drei Monaten. Ein zuverlässiges Testverfahren biete letztlich nur „die SARS CoV2 PCR-Testung“, so Kirsten Boos, Pressesprecherin des Klinikverbunds Allgäu. Da „Antigen-basierte Schnelltests“ eine niedrigere Empfindlichkeit aufwiesen, sollten sie nur „in besonderen Situationen eingesetzt werden“. Weitere Informationen bei der Corona-Hotline des Freistaats Bayern unter 089/12 22 20 und der Corona-Hotline des Landratsamts Oberallgäu unter 08321/61 21 66.

kb

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