Da ist der Wurm drin 

Dachsanierung der Klosterkirche St. Anton dauert bis Ende Juli 

Kirchenpfleger Helmut Hitscherich (vorne) begutachtet den Fortschritt der Dachsanierung an der Klosterkirche St. Anton.
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Kirchenpfleger Helmut Hitscherich (vorne) begutachtet den Fortschritt der Dachsanierung an der Klosterkirche St. Anton.
  • VonChristine Tröger
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Kempten – Auf 150.000 Euro sind die Kosten für die Dachsanierung der Klosterkirche St. Anton veranschlagt. Seit dem 19. April diesen Jahres sind die Handwerker hoch oben auf dem Dach des sakralen Gebäudes zugange. Dass die Arbeiten wie geplant bereits Anfang Juli abgeschlossen sein werden, bezweifelt Kirchenpfleger Helmut Hitscherich allerdings. „Der Schaden unter dem Dach war größer als gedacht“, deshalb tippt er auf Fertigstellung erst Ende Juli. 

Immerhin können die Kosten trotzdem eingehalten werden, wie er sagt, da manche Kosten unter dem veranschlagten Preis gelegen hätten und auch ein entsprechender Puffer eingeplant gewesen sei. 90.000 Euro übernimmt die Diözese Augsburg, dazu sollen 30.000 Euro aus den Rücklagen von St. Anton fließen und 15.000 Euro stammen von verschiedenen Gönnern. „Trotzdem fehlen noch 15.000 Euro“, hofft Hitscherich, die fehlende Summe noch durch Spenden zusammenzubekommen.

180 tragende Längsbalken des Daches müssen laut Hitscherich zwei Zentimeter kürzer gemacht werden, „damit der Druck auf die Mauern herausgenommen wird“. Dort werde der Grund für die Risse vermutet.

Wurmstichiges Holz aus dem Dachstuhl.

Ins Rollen gekommen war die Sanierungsmaßnahme, nachdem „wir den Eindruck hatten, dass sich die Risse in der Kirche vergrößern“, erzählt Hitscherich, dass das Statikbüro Dr. Schütz Ingenieure ein- einhalb Jahre lang mit der Überprüfung des Gebäudes beschäftigt gewesen sei. Unter anderem hätten sich bei dem großvolumigen Baukörper ohne planmäßige Dehnfugen vielfache und ausgehend von geschwächten Bereichen wie Fenster- und Türöffnungen, Bögen etc. in den längs und quer ausgerichteten Bauteilen sich systematisch wiederholende Rissbildungen gezeigt. Eine gewisse Konzentration von Rissbildungen und Ablösungen waren dem Gutachten zufolge im Bereich Nord-Ost des Langhauses zu erkennen gewesen, wo sich aufgrund der Hanglage sowie nicht vorhandenen Anbauten eine etwas geringere Stützung der Außenwände gegenüber der Südseite ergibt.

Als Fazit des Gutachtens lautete die Empfehlung des Büros, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um die Fäulnisschäden des Gebälks auf der Nordseite zu beseitigen, explizit die (unbelüfteten) Traufpunkte des Seitenschiffes; ebenso die Fäulnisschäden des Sakristei-Daches; oder auch das Freischneiden bzw. Entlastungsschnitte an den Sparren- und Aufschieblingsköpfen, um die unsachgemäße Ablastung auf die Mauerkrone zu unterbinden, und die Risse im Mauerwerk „müssen kraftschlüssig verpresst werden“. Aber auch an den Gewölben in Langhaus und Chor sowie Chor- bogen hatte das Ingenieurbüro leichte Gebäudebewegungen erkennen können sowie einzelne Rissbildungen in anschließenden Gebäudeteilen wie Kloster und Sakristei. Und auch Korrosion an verschiedenen Stellen ist ein Thema.

Um Einblicke in die Sanierungsarbeiten zu bekommen, muss man nicht auf das Gerüst steigen. Die für Termine und Veranstaltungen genutzte Multimediawand im Kircheninneren dokumentiert anschaulich, wie dringend nötig die Sanierung war. Auch ganz reale Teile wurmzerfurchter sowie von Fäulnis bröckelig gewordener Stützbalken untermauern den Sanierungsbedarf der am 3. Mai 1914 eingeweihten und denkmalgeschützten Klosterkirche St. Anton.

Sanierungs-Dokumentation auf der Multimediawand.

Wer für das sakrale Wahrzeichen an der Immenstädter Straße spenden möchte, kann das über das Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu eG, IBAN: DE79 7336 9920 0401 6522 22, BIC: GENODEF1SFO; Zweck (bitte angeben): Sanierung Klosterkirche St. Anton. Außerdem können Spenden beim Pfarrbüro oder in den besonders gekennzeichneten Opferstock eingeworfen werden. Es werden Spendenquittungen ausgestellt.

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