Jugendhilfeausschuss tagt wieder

Die Kemptener Jugendkommission nimmt ihre Arbeit auf

Der Kemptener Sankt-Mang-Platz mit der Sankt-Mang-Kirche
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Der Nachholbedarf der Jugendlichen ist an öffentlichen Orten wie dem Sankt-Mang-Platz spürbar. Grünen-Stadtrat Lajos Fischer hofft auf mehr Verständnis für die Jüngeren.
  • VonMartina Ahr
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Kempten – Während mehrere Sitzungen des Jugendhilfeausschusses pandemiebedingt ausgefallenen sind, sind die Bemühungen um den „Kemptener Weg“ weiter vorangeschritten.

Die Jugendkommission hat sich in der Zwischenzeit zusammengefunden und ihre Geschäftsordnung festgelegt. „Die Grundlagen sind gesetzt, damit die Jugendkommission starten kann“, sagt Alina Alltag, Leitung Kommunale Jugendarbeit.

Die Jugendkommission sei künftig beratend für den Jugendhilfeausschuss tätig und soll bei jugendpolitischen Themen angehört werden. Dazu wird sie sechsmal jährlich tagen. Zusammengesetzt ist sie aus derzeit 15 Personen, davon acht Jugendliche, außerdem gehören dem Gremium Vertreterinnen und Vertreter der Schulen, Verwaltung und Jugendeinrichtungen an. Den Vorsitz hat der Beauftragte des Stadtrats für Jugend Dominik Tartler. Wie die Umsetzung des Kemptener Weges weiter verläuft und wie sich Jugendliche daran beteiligen können, wird künftig unter kempten.de/jugendbeteiligung festgehalten.

Marion Haugg berichtet über den Ablauf und Fortschritte der Covid19-Impfungen bei den Beschäftigten der Kindertageseinrichtungen, der Heilpädagogischen Tagesstätten und in der Kindertagespflege. Ihnen sei durch die bundesweite Regelung der Priorisierung die Stufe 2 eingeräumt worden. Die Verwaltung habe versucht, Impfwillige zu unterstützen und Anfragen ans Impfzentrum weitergeleitet. Impfbereites Personal sei „zügig durchgeimpft“ worden. Inzwischen habe sich die Situation allerdings geändert. Impfstoff sei da, es mangle an Impfwilligen. Eine anonyme Befragung habe ergeben, dass etwa ein Drittel der Beschäftigten aller Einrichtungen sich nicht impfen lassen wolle.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle schließt an den Bericht mit einer grundsätzlichen Bemerkung an. „Wir erleben Impfmüdigkeit“, das sei keine banale Entwicklung, sondern angesichts der noch nicht einschätzbaren Mutanten ein ernstes Problem, denn „wir sind noch gut weg von einer Herdenimmunität“. Gute Erfolge hätten Sonderaktionen wie beispielsweise vor dem Forum Allgäu gebracht, aber manche Personenkreise seien schwer zu erreichen. Daher gehe man in die Quartiere, suche Kontakte mit verschiedenen Einrichtungen wie der Hochschule oder den Baugesellschaften, um so barrierefrei wie möglich impfen zu können. „Wir dürfen uns mit der niedrigen Inzidenz und beginnender Sommerfreude nicht in falscher Sicherheit wiegen.“ Seine Bitte gehe an alle Kemptenerinnen und Kemptener, sich impfen zu lassen. Was Kinder und Jugendliche betrifft, warte man noch auf eine klare Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

Um auf den Herbst und den Schulstart vorbereitet zu sein, habe die Stadt Kempten beschlossen, die Klassenzimmer aller Jahrgangsstufen 1 bis 6 mit Luftfiltern zu versorgen. So könnte neuerlichen Schulschließungen entgegengewirkt werden. Das entbinde aber nicht von den AHA-Regeln. Kiechle rechnet damit, dass Abstand und Maske „wohl wiederkommen und uns noch länger begleiten“. Einen Antrag, alle Klassenzimmer mit Filtern zu versorgen, hatte jüngst Stadtrat Julius Bernhardt von Future for Kempten an Oberbürgermeister Thomas Kiechle verfasst.

Grünen-Stadtrat Lajos Fischer regte an, darüber nachzudenken, wie man den jüngeren Generationen nun gegenübertrete, nachdem diese sich lange Zeit solidarisch mit älteren Jahrgängen gezeigt und auf vieles verzichtet haben. Er appelliert an die Stadt, ihre Wertschätzung zu zeigen.

Thomas Baier-Regnery, Referatsleiter Jugend, Schule und Soziales, stimmt zu: „Man muss es jetzt aushalten“, dass Nachholbedarf bestehe und es mal etwas lauter werde. Gemeinsames Verständnis dafür, dass Jugendliche wieder Raum brauchen, sei nun gefragt. Die Stadt habe „sich eingemottet“, jetzt, wenn das Leben wieder beginne, brauche es Toleranz.

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