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Feuer und Flamme fürs Lesen

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Von: Dominik Baum

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Die Kinder eroberten das Feuerwehrauto. Zur Unterhaltung gab‘s auch Showeinlagen. Ab Sommer
will die Lesefeuerwehr Kinder in Schulen, Kindergärten und weiteren Einrichtungen zum Lesen
anregen
Die Kinder eroberten das Feuerwehrauto. Zur Unterhaltung gab‘s auch Showeinlagen. Ab Sommer will die Lesefeuerwehr Kinder in Schulen, Kindergärten und weiteren Einrichtungen zum Lesen anregen. © Baum

Kempten – Die Lesefeuerwehr löscht in Kempten. Ab Sommer soll das sechs Tonnen schwere Oldtimer-Feuerwehrauto Kinder in Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen fürs Lesen begeistern. Bei der Vorstellung der Lesefeuerwehr am vergangenen Samstag war die Neugierde schon mal groß – Jung und Alt zog es zum umgebauten Blaulichtfahrzeug.

„Die Lesefeuerwehr ist eine fahrende Bibliothek, die zum Lesen anregen will“, beschreibt der Inhaber der Buchhandlung Didactus und Initiator Christoph Schöll das Projekt, „sie fährt von Schule zu Schule und von Kindergarten zu Kindergarten. Auch von Vereinen haben wir schon Anfragen erhalten.“ Gründe für die Lesefeuerwehr seien die abnehmende Lesekompetenz und Lesemotivation in Deutschland. „Begeisterung ist Dünger fürs Gehirn“, so der Inhaber, der mit dem Feuerwehrauto genau jene Begeisterung wecken will. Dass bei den Kemptener Kindern grundsätzlich ein Lesedurst festzustellen sei, zeigten die 160 Bücherwünsche, die Kinder und Jugendliche bisher schon geäußert hätten.

Statt Schläuche und Pumpen werden im Feuerwehrfahrzeug künftig unterschiedliche Bücher zu finden sein, die vom Erstklässler bis zum Jugendlichen alle Altersklassen ansprechen soll. Die Mannschaftskabine wird mit Lesefördermaterial für die Kleingruppenförderungen bestückt. Die Lesefeuerwehr kann von interessierten Einrichtungen gebucht werden, um vor Ort Leserallyes und ähnliche Veranstaltungen durchzuführen.

Unterstützt wird das Projekt vom Allgäuer Lesefreu(n)de e.V. in Kooperation mit Schulrat Tobias Schiele und Pädagogen des Arbeitskreises Lesen. „Lesekompetenz und Lesemotivation gehören untrennbar zusammen. Lesen ist die Schlüsselqualifikation für das lebenslange Lernen“, sagte Schiele und betonte, dass der direkte Kontakt zu Büchern aus Papier im Vergleich zu digitalen Alternativen nicht zu unterschätzen sei. Der Schulrat zeigte sich von der Kreativität der Lesefeuerwehr begeistert.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle sicherte dem Projekt in einer kurzen Ansprache die Unterstützung der Stadt, des Kulturamts und der Stadtbibliothek zu. Es sei eine klasse Idee, das Lesen mit einem Thema zu verbinden, das Kinder fasziniert. Ab Sommer soll die Lesefeuerwehr auf große Tour gehen. Bis dahin werden weitere Sponsoren gesucht, die einzelne Bücher oder ganze Themenkisten finanzieren. Erste bekannte Förderer aus der Region hat die Lesefeuerwehr bereits gewinnen können. Außerdem können Lesefeuerwehr-Tassen für jeweils zehn Euro erworben werden. Die Erlöse werden ebenfalls in die Ausstattung des Fahrzeugs fließen.

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