"Die sanfte Mammographie"

Dr. Jochen Vogel und Mitarbeiterin Anna Epple bei der Vorstellung der neuen volldigitalen Mammographie. Foto: privat

Bereits seit 2006 haben die Radiologischen Praxen Kempten-Oberallgäu von der althergebrachten analogen Röntgentechnik auf digitale Technik umgestellt. Das heißt, es werden seitdem nicht mehr Röntgenfilme belichtet und chemisch entwickelt, sondern digitale Speicherfolien. Neben einer Dosisreduktion beim Patienten führt das zu einer schnelleren und exakteren Bildauswertung. Nun wurde im Diagnostischen Mammazentrum Kempten die nächste aktuelle Technik zur Mammographie eingeführt.

Das mehr als 200 000 Euro teure Gerät ist eine sogenannte „Volldigitale Mammographie“, bei der direkt ein hochempfindlicher digitaler Detektor belichtet wird, wodurch es zu einer weiteren signifikanten Einsparung an Strahlendosis kommt. Gleichzeitig passt sich das Gerät der jeweiligen Brust ganz individuell an und drückt damit so wenig wie möglich. Individuell und automatisch „Unser neues Mammographiegerät passt sich individuell und automatisch der jeweiligen Brustgröße und Brustform an. Dadurch wird so wenig wie möglich Druck auf das empfindliche Brustdrüsengewebe vermieden. Dieses Gerät arbeitet weitgehend schmerzfrei“, erläuterte Dr. med. Jochen Vogel, Leiter des Diagnostischen-Mammazentrums-Kempten in der Radiologischen Praxis Kempten-Oberallgäu im Ärztehaus am Klinikum Kempten anlässlich der Vorstellung des neuen Hightech-Mammographiegerätes „Inspiration“. Gesenkte Strahlung „Die Senkung der Strahlendosis ist neben der Schmerzfreiheit eine ganz wesentliche Verbesserung, da es die Belastung der Frau während der Untersuchung deutlich senkt“, unterstrich der Spezialist für Brustkrebsdiagnostik, der auch der programmverantwortliche Arzt für das qualitätskontrollierte Mammographie-Screening im Gebiet „Schwaben-Süd“ ist. Gezielte Entnahme „Wenn eine Auffälligkeit festgestellt wird, kann mit diesem Gerät auch gezielt, wir nennen es stereotaktisch gesteuert, eine Probe entnommen werden.“, sagte Dr. Vogel, der im Jahr über 25 000 Screening-Mammographien koordiniert. Diese werden zum Teil in Kempten und zum anderen in kooperierenden Praxen in Memmingen, Kaufbeuren und in Immenstadt sowie in einer mobilen Einheit (Mammobil) im Allgäu und in Neu-Ulm vorgenommen. Dazu kommen noch über 5000 sogenannte kurative Mammographien pro Jahr in Kempten, die angefertigt werden, wenn ein klinischer Hinweis für eine Veränderung in der Brust der betroffenen Frau vorliegt. „Mit diesem Gerät beginnt eine neue Ära in der Untersuchung der weiblichen Brust. Wir nennen es die sanfte Mammographie“, so Dr. Vogel bei der Vorstellung des Geräts.

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