Bäume für unseren Planeten 

Die Schüler-Initiative »Plant-for-the-Planet« pflanzt Zeichen 

Jakob (li.), Henry (2.v.li), Philip (Mi) und Luana (re.) pflanzen gemeinsam am Spielplatz vor dem Gebirgsjägerdenkmal einen Baum für unseren Planeten.
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Jakob (li.), Henry (2.v.li), Philip (Mi.) und Luana (re.) pflanzen gemeinsam am Spielplatz vor dem Gebirgsjägerdenkmal einen Baum für unseren Planeten.

Kempten – In der Wissenschaft gibt es kaum noch Zweifel, dass der Mensch zum Treibhauseffekt und Klimawandel entscheidend beiträgt. Als eine wichtige Maßnahme zur Reduzierung, der durch uns Menschen verursachten CO2-Emmissionen wird das Pflanzen von Bäumen genannt, so Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Letztes Wochenende pflanzten Kinder und Jugendliche in Kempten im Rahmen einer Aktion der weltweiten Initiative „Plant-for-the-Planet“ acht Obstbäume und 15 Beerensträucher für den Klimaschutz. 

41 Teilnehmer im Alter von neun bis vierzehn Jahren, aufgeteilt in acht Kleingruppen, ausgestattet mit Spaten und Schaufeln, setzten am Spielplatz vor dem Gebirgsjägerdenkmal begeistert Apfelbäume, einen Birnbaum sowie Johannisbeer-, Brombeer- und Himbeersträucher in die Erde. „Die Obstbäume sind allesamt alte Allgäuer Sorten, wie etwa „Malus“, „Doppelter Prinzenapfel“ oder „Weißer Winterapfel“, erklärte die Organisatorin der Aktion Inka Kuchler. „Die Sorten wurden unter ökologischen Gesichtspunkten ausgesucht und sind für die Artenvielfalt perfekt.“ 

Doch vor dem Pflanzen erhielten die Teilnehmer in einer Online-Konferenz Informationen zur Klimakrise, zur Klimagerechtigkeit, zum Weltbürgertum und welchen Einfluss die Bäume und Pflanzen auf den Klimawandel haben, sowie ein Rhetorik-Training – „Wie werde ich aktiv?“ Die Kinder und Jugendlichen sollen als Teil einer weltweiten Bewegung globale Herausforderungen anpacken und selbst Vorträge in Schulen und bei Akademien halten. Sie sollen lernen, auf Missstände hinzuweisen und selbst öffentliche Aktionen planen. Die Initiative „Plant-for-the-Planet“ möchte die jungen Menschen zu Botschafterinnen und Botschaftern für den Klimaschutz ausbilden, erklärte Inka Kuchler.

Die Schülerinitiative wurde 2007 durch den damals neun- jährigen Felix Finkbeiner ins Leben gerufen. Bei der Ausarbeitung eines Referates zum Thema Klimakrise stieß der Schüler auf die 2011 verstorbene Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai aus Kenia, die 30 Millionen Bäume in 30 Jahren gepflanzt hat. Die Kinder sollen gemeinsam als Weltfamilie für eine faire Zukunft kämpfen, so seine Vision. Das Wichtigste, was man tun könne, sei den Kindern zu vermitteln, dass mit Verhaltensänderungen jeder Einzelne etwas bewirken könne.

Kuchler, bekannt durch die Band „Vivid Curls“, hat die Kemptener „Plant-for-the-Planet-Akademie“ organisiert. Im Jahr 2019 kam sie das erste Mal mit dieser Initiative in Berührung, erzählte sie. Gemeinsam mit ihrer Tochter nahm sie in Leutkirch an einer Aktion dieser Akademie teil. Bereits 2020 hätte das erste Projekt dieser Art in Kempten stattfinden sollen, doch die Pandemie durchkreuzte die Planung, so Kuchler. Sie freue sich, dass es dieses Jahr nun möglich sei. „Es gab großen Zuspruch, die Teilnehmerplätze waren relativ schnell ausgebucht.“ Der vorgesehene Pflanzplatz sei ideal, meinte die freudestrahlende Organisatorin, so könnten die Besucher des Parks von den gepflanzten Bäumen und Sträuchern Obst pflücken. Doch ohne Sponsoren, wie etwa der Elobau Stiftung wäre das Pflanzprojekt nicht möglich gewesen, betonte Kuchler.

Nach dem Pflanzen der Bäume und Sträucher verewigten sich die Teilnehmer auf einer Birkenholzscheibe, die sie an den eingepflanzten Bäumen anbrachten. Zum Abschluss gab es für die zukünftigen Botschafter eine Urkunde, ein Tüte mit Umweltbüchern und ein T-Shirt.

Und auch für das leibliche Wohl war während der Veranstaltung gesorgt, mit Brezen, Äpfeln etwas Süßem – Es gab „Die gute Schokolade“.

Christine Reder

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