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Neuer Marktplatz: nun doch ein Fontänenfeld

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Von: Lutz Bäucker

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Die neuen Wasserspiele in Isny: So ähnlich wie auf diesen Beispielbildern sieht das künftige Fontänenfeld auf dem Marktplatz aus
Die neuen Wasserspiele in Isny: So ähnlich sieht das künftige Fontänenfeld auf dem Marktplatz aus © Büro Daeges

Isny – Es war eine hitzige und zähe Diskussion, bis das Ergebnis feststand. 

Fast eine Stunde lang rangen die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung um die Frage, ob der umgebaute Marktplatz ein Wasser-Fontänenfeld bekommen soll oder nicht. „Eine große Frage, über die wir bereits x-mal diskutiert haben“, so Bürgermeister Rainer Magenreuter. Die Antwort war schließlich eindeutig: Mit 13 zu sechs Stimmen sagte das Gremium „Ja“. Die „Wasserspiele von Isny“ sorgen seit Anfang 2021 für viel Gesprächsstoff im Städtle. Angesichts der ersten Kalkulation von einer halben Million Euro für das vor dem Hallgebäude geplanten Wasserensemble stieß die Idee auf Ablehnung, Fontänen im „Wohnzimmer der Stadt“ waren nicht zu vermitteln. Immer wieder wurde trotzdem das Für und Wider einer solchen Installation öffentlich besprochen. So auch am vergangenen Montag: Ein Fontänenfeld sei eine Attraktion für den eher sterilen Platz, so die Befürworter, „eine Bereicherung und ein Glanzpunkt“. Als Gegenargumente wurden die „horrenden Kosten, die fehlende Nachhaltigkeit und die Notwendigkeit“ von Wasserfontänen mitten in der Stadt angeführt.

Möglich durch Einsparungen und Spendenaktion

Auf dem Tisch lag jetzt ein neuer Vorschlag des von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros Daeges: 20 Fontänen zum Preis von 315.000 Euro und mit jährlichen Betriebskosten von rund 7.000 Euro. Wassersäulen von bis zu 150 Zentimeter Höhe, automatische Abschaltung bei Regen und Wind, programmierbare Lichtshows und drei Meter tiefe Pumpenkammer inklusive. Ein Angebot, das den generellen Widerstand gegen die Wasserspiele bröckeln ließ. Angesichts einer Einsparung von knapp 200.000 Euro gegenüber dem ursprünglichen Plan gab beispielsweise Alexander Sochor (CDU) nun sein Plazet: „Wir wollen den neuen Marktplatz aufwerten, die Fontänen werden alle Isnyer und alle Besucher erfreuen.“ Sochor und Gemeinderäte aus anderen Fraktionen haben sogar eine Spendenaktion initiiert, um die Kosten für die Kommune zu reduzieren. „Bis Ende Januar hatten bereits an die 60 Personen fast 5.000 Euro für unseren neuen Brunnen gespendet“, so Sochor. Die Aktion läuft noch bis Anfang April.

Luxus oder unnötig?

Ein klares „Nein“ zum künftigen „Wasserspektakel“ zu Füßen des Blaserturms gab es von Petra Eyssel (Grüne). „So etwas können wir uns sparen, mit den Fontänen wird’s viel zu voll auf dem Platz.“ Und ihre Fraktionskollegin Dorothee Natalis rechnete vor: „Mit 300.000 Euro könnten wir vier Jahre lang einen eigenen Klimabeauftragten finanzieren.“

Peter Manz (CDU) und Miriam Mayer (FW) hielten dagegen. „Große Freude auf die Wasserspiele, das ist kein Luxus, sie steigern die Aufenthaltsqualität an diesem ganz speziellen Ort unserer Stadt.“ SPD-Mann Peter Clement ergänzte, „ich bin begeistert von den künftigen Möglichkeiten, die Fontänen werden ein neuer Glanzpunkt der Stadt sein“.

Ausgrabungen auf dem Marktplatz

Wann das erste Mal Kinder durch die Wasserspiele toben werden, lässt sich noch nicht exakt terminieren. Zuerst muss der Marktplatz noch von Archäologen untersucht werden. Sie vermuten historisch wertvolle Reste der früheren Stadtwaage und weiterer Gebäude im Untergrund. Die erwarteten Funde sollen ein öffentlichkeitswirksamer Akzent der Platzgestaltung werden. Die Grabungen beginnen Anfang März.

Möblierung des »Wohnzimmers«

Ergänzend zum Fontänenfeld beschloss der Gemeinderat Einzelheiten zur künftigen „Möblierung“ des Marktplatzes und seines Umfeldes: Ruhebänke aus Granit und Holz (das Stück ab 3.280 Euro), Papierkörbe (Stück 590 Euro), ein bisschen Efeu fürs Hallgebäude und dahinter neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Unter einem von Stahlträgern gestützten Dach sollen dort 32 Räder Platz finden, Aufladeports für E-Bikes eingeschlossen. Das freut nicht nur den ADFC Isny. Gemeinderätin Sibylle Lenz (FW) vom Arbeitskreis Stadtmöblierung zog ein selbstkritisches Zwischenfazit: „Auf den Plänen wirkt der Marktplatz noch sehr grau und steril. Wir müssen mehr für die Aufenthaltsqualität dort tun, zum Beispiel gemütliche Ecken einrichten, in denen man mal einen Kaffee trinken oder ein Schwätzle halten kann.“

Der Auftrag dafür ist erteilt: Mit mobilen Elementen soll der Platz wohnlicher gestaltet werden.

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