Kennenlernfest in der Nachbarschaft

Keine Verständigungsprobleme

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Gemeinsam Essen, reden, musizieren und lachen – beim Kennenlernfest nutzten so manche Dietmannsrieder die Gelegenheit, Kontakte zu den neuen Mitbürgern verschiedenster Nationalitäten zu knüpfen.

Dietmannsried – Der Dietmannsrieder „Ehrenamtskreis Asylbewerber“ und der Markt Dietmannsried hatten jetzt zu einem kleinen, öffentlichen Kennenlernfest auf dem Schulhof eingeladen.

Zahlreiche Bürger und fast alle der insgesamt 25 in einem Dreifamilienhaus im Dorf untergebrachten Asylbewerber (darunter neun Kinder) hatten sich bei schönstem Spätsommerwetter eingefunden, um in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen.

Einige der Asylbewerber hatten es sich nicht nehmen lassen, das vom Helferkreis orga- nisierte Büffet, an dem die Gäste sich kostenlos bedienen durften, durch selbst zubereitete Köstlichkeiten aus ihren jeweiligen Heimatländern zu bereichern. Die aus Syrien stammenden Buben zeigten sich munter und kontaktfreudig und funktionierten kurzerhand eine Bierbank zum Verkaufstisch für ihre selbstgebastelten Gummiarmbänder um und ein Familienvater aus der Republik Kongo ließ sich zum multikulturellen Musizieren mit Trommel, Gitarre und Gesang überreden.

Zu der durchweg entspannten Stimmung trug auch die Tatsache bei, dass zwischen Angehörigen des Helferkreises (die die Neuankömmlinge bei ihren ersten Schritten hierzulande unterstützen und sich beispielsweise durch ehrenamtlich erteilten Deutschunterricht, sowie bei vielen Fragen des Alltagslebens bemühen, die Integration in unsere fremde Kultur zu erleichtern) und den Flüchtlingen sind im Lauf der letzten Monate bereits herzliche Kontakte entstanden sind.

Manuela Bergler und Catharina Stich, die als erste Ansprechpartnerinnen seitens der Gemeinde unermüdlich im Einsatz sind, stellten die aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Somalia, Uganda und der Rep. Kongo stammenden Asylbewerber kurz vor und ermunterten alle Anwesenden, „sich ruhig zu trauen, die Menschen anzusprechen oder auch im Enzianweg zu besuchen“. Sie alle seien sehr aufgeschlossen und außerordentlich gastfreundlich. Wer seine Scheu überwand, konnte feststellen, dass auch eventuelle Sprachbarrieren keinen Hinderungsgrund für ein paar nette Worte darstellten.

Vorbildlich agiert

Dr. Armin Ruf vom Caritasverband und Bürgermeister Werner Endres dankten den ehrenamtlichen Helfern und den Mitarbeitern von Verwaltung und Bauhof für ihr großes Engagement. Die Unterstützung durch die Gemeinden sei extrem wichtig, so Ruf. Dietmannsried agiere hier vorbildlich. „Auch so ein Fest wie heute ist vorbildlich, um zusammenzukommen und miteinander zu reden.“ Dabei dürf- ten Anregungen, Fragen und auch Kritik zur Sprache kommen. Nur so könne man Verbesserungen herbeiführen. Die Integration sei eine Herausforderung für die Gemeinde, gab Bürgermeister Werner Endres zu. Er dankte den Anwohnern für ihr Verständnis und beton-te, bei Sorgen oder Problemen stünden seine Türen offen.

Seit dem 1. September erhalten die Gemeinden Dietmannsried, Buchenberg und Altusried Unterstützung durch eine Asylsozialberaterin, die als Ansprechpartnerin für alle rechtlichen Belange beim Asylverfahren fungiert.

Sabine Stodal

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