FCB zu Gast in Memmingen

"Einfach unbeschreiblich"

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Sommerwetter, ein tolles Rahmenprogramm, Bombenstimmung im ausverkauften Haus und eine sehenswerte Partie machten das „Traumspiel“ zu einem vollen Erfolg.

Memmingen/Dietmannsried – Was für ein Fest! Was für ein gigantischer Tag für das fußballbegeisterte Allgäu! Am Freitag durfte der FC Bayern München-Fanclub Red Baroons Dietmannsried e.V. seine Lieblingsmannschaft in der Fußball-Arena Memmingen zum „Traumspiel“ begrüßen.

Die Gastgeber schlugen sich dabei mit einem mehr als wackeren 0:3. Da waren die extremen Strapazen der knapp dreimonatigen Vorbereitungszeit schnell vergessen. Zumindest fast.

„Es war der Wahnsinn, einfach unbeschreiblich!“ zeigt sich der Fanclub-Vorsitzende Georg „Kubo“ Mayr von der gesamten Veranstaltung restlos begeistert. „Davon werden wir noch unseren Enkeln erzählen“, glaubt er. Der Traum vom „Traumspiel“ begann vor einem Jahr. Damals hatte der Fanclub seine außergewöhnliche und hochprofessionell ausgearbeitete Bewerbung einge- reicht – und sich gemeinsam mit dem FC Memmingen gleich beim ersten Anlauf gegen rund 100 Mitbewerber durchgesetzt. 70.000 Besucher des Heimspiels gegen Werder Bremen konnten am 26. April auf der großen Anzeigentafel in der Allianz Arena lesen, dass die Dietmannsrieder den Zuschlag erhalten hatten.

Die Red Baroons selber leider nicht. Die standen zu der Zeit nämlich noch im Stau und wunderten sich, warum ihre Handys plötzlich Amok liefen vor lauter Anrufen und SMS. „Als wir es schwarz auf weiß hatten, sind bei uns alle Däm-me gebrochen“, erinnert sich Mayr an diesen großen Moment. Seither liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Der 400 Mitglieder zählende Fanclub (dem von anderen Fanclubs vierstellige Summen für die Preisgabe ihres Sieger-Konzepts geboten werden) war für die gesamte Spielorganisation, das Rahmenprogramm (bei dem alle Acts auf ihre Gage verzichteten), die Infrastruktur im Stadion, die „Fressmeile“, sowie die Umsetzung des extrem aufwändigen Sicherheitskonzeptes verantwortlich. „Das Ganze war weitaus heftiger, als wir uns das vorgestellt hatten“, gibt er zu. Hunderte von ehrenamtlichen Helfern hatten wochenlang geschuftet und auch der FCM und die Stadt Memmingen waren mit voller Unterstützung dabei.

Vier Zusatztribünen

Den härtesten Knochenjob nahmen die 150 Männer auf sich, die innerhalb weniger Tage die vier Zusatztribünen im Stadion aufbauten und damit die Kapazität der 5000 Menschen fassenden Arena auf 11.150 Plätze aufstockten. 360.000 Tonnen Stahl im Wert von vier Millionen Euro mussten bei teils sehr heißen Temperaturen verbaut, 4000 Schalensitze verschraubt und nummeriert werden, nur um nach dem Spiel so schnell wie möglich wieder in ihre Einzelteile zerlegt zu werden. „Die Helfer sind für mich die wahren Helden des Traumspiels“, sagt Mayr. „Ihre Leistung kann mit nichts aufgewogen werden. Ohne sie wäre der ganze Tag nicht möglich gewesen“. Der kameradschaftliche Zusammenhalt sei unglaublich gewesen, obwohl alle mittlerweile „auf dem Zahnfleisch“ daherkämen.

Letztlich hat alles wunderbar funktioniert. 120 Medienvertreter, darunter alle großen Fernsehstationen, waren bei herrlichem Sommerwetter in die ausverkaufte Arena gekommen (die Hälfte der Nettoeinnahmen des Traumspiels fließen in den Topf des gemeinnützigen FC Bayern Hilfe e.V.). Zwischenfälle gab es keine. Dafür überall strahlende Gesichter. Sogar die prominenten Gäste überschütteten die Organisatoren mit Lob. „Karl-Heinz Rummenigge meinte, das sei das professionellste Traumspiel aller Zeiten gewesen, manches DFB-Pokalspiel sei nicht so gut organisiert, wie das hier“, freut sich Mayr. Auch vom spielerischen Niveau sei der Bayernvorstand begeistert gewesen.

Tatsächlich hielt sich der Regionalliga-Kader des FC Memmingen, der in der zweiten Halbzeit durch fünf Spieler der Red Baroons ergänzt worden war, mit einer 0:3-Niederlage prächtig. „Da können wir echt stolz sein. Bei solchen Partien gab es schon Ergebnisse im Bereich 18:0 oder 27:0“. Die Tore für die Münchner erzielten David Alaba (5. und 37. Minute) und Daniel Hägler (14.). Dass das Lewandowski-Debüt zur Enttäuschung vieler Zuschauer in letzter Minute geplatzt sei, sei zwar schade, davon habe er sich den Tag (den er „wie ferngesteuert“ verbracht habe) aber nicht vermiesen lassen, so Mayr. Von diesem Tag werde man noch lange zehren. „Aber jetzt müssen wir uns alle erst einmal regenerieren.“

Sabine Stodal

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