Keine Verbesserungen auf dem Hof

Dietmannsrieder Landwirt erhält Tierhaltungsverbot

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Dietmannsried - Wie der Kreisbote berichtete, fand letzte Woche eine großangelegte Kontrolle auf einem Milchviehbetrieb im Gemeindegebiet von Dietmannsried statt. Mehrfach hatten die Veterinäre des Landratsamts Oberallgäu dort im letzten Jahr vorbeigeschaut und Verbesserungen bei Hygiene, Tierernährung und Tiergesundheit angemahnt.

Der Hofbetreiber war den Auflagen aber nicht nachgekommen, wie Nachkontrollen ergeben hätten. Diese Woche wird der Bescheid über ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot das Landratsamt verlassen.

„Der Landwirt muss somit die Tiere verkaufen, verschenken oder zum Schlachten geben“, erklärte Landratsamt-Pressesprecher Andreas Kaenders. Grund für den rechtlichen Schritt ist die Tatsache, dass der Bauer auch die Auflagen, die letzte Woche erlassen wurden, nicht eingehalten hatte. Unter anderem sollte er „60 Tiere unverzüglich dem Tierarzt vorstellen“. Wie berichtet, hatte rund die Hälfte der 480 Milchkühe und 120 Jungtiere teils erhebliche Klauenprobleme und war tierärztlich behandlungsbedürftig. Einige Tiere waren abgemagert.

Das Landratsamt hatte veranlasst, dass auch über das Wochenende Tierärzte auf dem Hof vor Ort waren. In dieser Zeit euthanasierten die Veterinäre fünf Tiere, eine Kuh ist allein verendet, ein Kälbchen kam tot auf die Welt und die Todesursache eines weiteren Tieres war unklar. Schon bei der großen Kontrolle vor einer Woche war ein Tier eingeschläfert worden.

Philipp Hörmann von der Initiative Metzger gegen Tiermord, der auch im Tierskandal auf Seiten von Soko Tierschutz in Bad Grönenbach aktiv war, äußerte sich nun im Fernsehen und in der Tageszeitung. Auf der Facebook-Seite von Metzger gegen Tiermord finden sich Bilder von verendeten Tieren auf dem Hof in Dietmannsried.

Entgegen anderer Behauptungen sei die Initiative nicht von Tierrechts-Initiativen ausgegangen, sondern vom Landratsamt, das auch Vertreter des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mithinzugezogen hatte, sagte Kaenders.

„Mit dem Bescheid über das Tierhaltungsverbot muss das Ganze aber noch nicht beendet sein“, erklärte er. Der Landwirt kann Klage einreichen. Der Richter müsse den Fall dann schnell durchdringen und über den Antrag des Landwirts entscheiden.

Susanne Lüderitz

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