Differenziertes Bild

Für einen attraktiven Hildegardplatz und einen florierenden Wochenmarkt steht die große Tiefgaragenlösung. Für die Erreichbarkeit der Geschäfte und die Sicherung der bestehenden Struktur ist vor allem die Planungsvariante ohne Tiefgarage von Vorteil, die kleine Tiefgarage findet kaum Unterstützung. Nach Auswertung der Bewertungskarten, die die Besucher der Bürgerinformation zum Hildegardplatz vor gut sechs Wochen ausfüllten, ist das der Meinungsquerschnitt, wie OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Baureferentin Monika Beltinger und Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann am Montagnachmittag erklärten.

„Das ist natürlich nur ein Meinungsbild, keine Statistik“, meinte Netzer. Einfach hatte es die Bauverwaltung mit der Auswertung nicht, denn die Hälfte der Karten kam nicht richtig ausgefüllt zurück. Mit bunten Aufklebern sollten die Bürger markieren, welche Variante sie für geeignet hielten, Ziele wie eine bessere Marktfunktion zu erfüllen. Ein Aufkleber links bedeutete „schlecht“, weiter rechts hieß „gut“. Manche Karten waren aber nur mit Aufklebern einer Farbe, also einer Planungsvariante versehen. Die Leute hätten die Karten als Stimmzettel verwendet, was gar nicht so vorgesehen war, meinte Beltinger. „Trotzdem haben wir Informationen gewonnen“, erklärte die Baureferentin. So liegt die kleine Tiefgaragenlösung mit 96 unterirdischen Plätzen bei allen Fragen an letzter Stelle. Bei der Frage, welche Variante Raum für Attraktionszonen und Gastronomie schaffen, lagen die große Garage und die rein oberirdische Version fast gleichauf, nur knapp hatte letztere die Nase vorn. Oberirdische Lösung bevorzugt Die Bauverwaltung nahm das Bewertungsverhalten der Bürger allerdings dennoch zum Anlass, auch eine „Abstimmungsauswertung“ vorzulegen. Demnach kam die rein oberirdische Planung auf 83 Stimmen, ebenso viele wie beide Tiefgaragenvarianten zusammen. Hier lag aber die kleine mit 18 Stimmen weit hinter der großen Version mit 141 unterirdischen Stellplätzen. Auf der Rückseite der Zettel haben die Bürger zudem Anregungen und Kritik an die Bauverwaltung gerichtet. Auch die fasste Beltinger zusammen. Hauptsorge der Anwesenden seien dabei die hohen Kosten gewesen. „Der Betrieb einer Tiefgarage ist Kosten deckend, je nach Auslastung wirft sie vielleicht sogar einen kleinen Gewinn ab“, meinte hingegen der OB. Mit 2,5 Millionen Euro aus der Stellplatzrücklage und Mitteln aus dem allgemeinen Haushalt, verteilt auf zwei Jahre, könne man den Bau einer Tiefgarage finanzieren. Die Befürchtung, die Lorenzkirche könnte Schaden nehmen, entkräftete Wiedemann. „Der Statiker sagt ‚nein’“, erklärte er. Experte Prof. Karl Schütz habe bescheiningt, dass die Schwingung des Glockengeläuts der Kirche den Türmen mehr schade als die Bauarbeiten es würden, so der Leiter des Tiefbauamts. Auch die Geschäfte werden etwaige Garagen-Bauarbeiten vor ihrer Ladentür überleben, versicherte der OB. Die Garage würde abschnittweise gebaut, versicherte er, auf einem Teil des Platzes könne man dann immer parken. Müssen es wirklich 120 oberirdische Parkplätze sein, wenn keine Tiefgarage kommt? „Wir sind der Empfehlung des Planers gefolgt, aber auf der sicheren Seite“, meinte dazu Beltinger, daher der Ansatz mit 120 Plätzen. Verkehrexperte Reiner Neumann von Modus Consult hatte 100 bis 120 Parkplätze für notwendig erklärt. „Die Grundfrage ist, welche Auswirkungen haben wir, wenn wir drunter gehen“, ergänzte Netzer. Er und Beltinger befürchteten negative Folgen bei weniger Parkplätzen.

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