Die Diskussion geht weiter

Von der Bahnhofstraße gesehen, wird das Möbelhaus so in Erscheinung treten. Eine Anhebung des Hauses um 80 Zentimeter lehnt der Bauausschuss ab. Grafik: Archiv

Dem Bau des XXX-Lutz- und Mömax-Möbelhauses am Haslacher Berg ein minimales Stückchen näher gekommen ist der Bauaus- schuss am Montag. Nachdem die Projektplaner ihren Entwurf den Stadträten selbst vorstellen konnten und auch die Stadtverwaltung ihren Stand der Dinge präsentiert hat, fasste das Gremium drei Einzelbeschlüsse, die zusammen mit den vorgestellten Plänen nun als Grundlage für die Erarbeitung des Entwurfs des Bebauungsplans gelten. Geregelt ist jetzt die Anzahl der Parkplätze, in Sachen Höhe des Gebäudes und Fassade muss nochmals nachjustiert werden.

Architekt Wolfgang Mairinger vom Planungsbüro Blocher Blocher Partners stellte dem Bauausschuss zunächst den derzeitigen Planungsstand vor. Wie berichtet, wird das geplante Möbelhaus in zwei Teile aufgeteilt. Von der Bahnhofstraße aus gesehen verteilen sich die rund 21 000 Quadratmeter Verkaufsflächen des Möbelriesen XXXLutz im Erd- und ersten Obergeschoss im linken Gebäudeteil sowie im gesamten zweiten Obergeschoss, wo auch das XXXLutz-Restaurant untergebracht wird. Mömax nimmt im Erd- und ersten Obergeschoss die rechte Seite des Gebäudes ein (rund 7000 Quadratmeter) und erhält im Erdgeschoss ebenfalls ein Restaurant. Im dritten Stock werden die Stapellager für die beiden Möbelketten untergebracht, die von der Immenstädter Straße aus ebenerdig von den Anlieferern und Kunden, die ihre Möbel abholen, angefahren werden können. Als Hauptfassade zur Bahnhof- und Immenstädter Straße hin ist eine kupferfarbene Lochblechfassade geplant, die wie ein Vorhang wirken und Darstellungsflächen mit permanenten Grafiken umhüllen soll. „Das Lochblech vermittelt Transparenz und Offenheit“, so der Architekt. An den Ecken und im Bereich des Haupteingangs sind große Glasflächen vorgesehen. Für die Nordfassade zur Wohnbebauung hin ist weiterhin eine „grüne Wand“, sprich eine bepflanzte Fassade, geplant. Ein weiterer Punkt neben der Fassade ist auch die Höhenentwicklung des Gebäudes. „Insgesamt haben wir das Gebäude um circa 80 Zentimeter angehoben, damit von der Bahnhofstraße aus nicht der Eindruck entsteht es säuft ab“, erläuterte Mairinger. Der Hauptbaukörper sei im Vergleich zu den bereits genehmigten Unterlagen jetzt etwa 2,70 Meter niedriger, das Stapellager dagegen rund 3,70 Meter höher. Trotzdem liege man noch 30 Zentimeter unter der Höhe der Technikfläche, die zuerst oben auf dem Gebäude geplant war. „Im Volumen sind wir kleiner geworden.“ Vergleichszahlen Bei den Stellplätzen legte der Architekt Vergleichszahlen von anderen XXXL-Möbelhäusern vor und belegte damit aus Sicht des Unternehmens, dass die vorgesehenen 639 Parkplätze (544 in der Tiefgarage im Untergeschoss, 76 oberirdisch und 19 im Abholbereich an der Immenstädter Straße) ausreichend sind. Diese Meinung teilten am Montag schließlich auch Verwaltung und Ausschuss. „Uns ist wichtig, dass das Möbelhaus seinen Eigenbedarf abdeckt. Dazu sind Vergleichszahlen wichtig, die uns heute zum ersten Mal gezeigt wurden“, sagte Baureferentin Monika Beltinger und ergänzte: „Wenn es in anderen Städten so funktioniert, dann klappt es bei uns auch.“ Das Gremium beschloss daher auch einstimmig, dass im Bebauungsplanentwurf 640 Stellplätze festgesetzt werden. Ebenfalls einer Meinung, jedoch entgegen der der Planer, waren Verwaltung und Stadträte in Sachen Höhenentwicklung des Gebäudes. „Wichtig ist für uns, was für Auswirkungen Veränderungen auf die Anwohner haben und das breitere Stapelgeschoss ist jetzt keine Verbesserung mehr, sondern für die Bewohner mehr Beeinträchtigung“, erläuterte Beltinger. Außerdem sah sie ein Problem in den 80 Zentimetern, die das Gesamte Gebäude von den Planern nochmals angehoben wurde. „So ein massives Gebäude kann nicht absaufen.“ OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) meinte, dass bei der Gebäudehöhe das wichtig sei, was bereits genehmigt ist. „Das Stapellager hat eine andere Dimension als die vorherigen Aufbauten.“ Die Stadträte waren sich dahingehend einig, dass die Stadt in puncto Höhe bei den Bürgern im Wort stehe. „Wir müssen darauf zurückgehen, was wir den Anliegern versprochen haben, sonst werden wir wortbrüchig“, betonte beispielsweise SPD-Stadtrat Siegfried Oberdörfer. Letztendlich beschloss das Gremium, dass die Höhe des Erdgeschoss-Niveaus entsprechend der Erdgeschoss-Lage im Bebauungsplan festgelegt wird, sprich, die Antragssteller müssen das Möbelhaus wieder um 80 Zentimeter absenken. "Gar nicht so schlecht" In Sachen Fassade erwartet die Baureferentin noch ein Stück Veränderung. „Unser Ziel ist es, eine Einfahrt in die Stadt zu haben, die nicht den Eindruck erweckt, dass man durch ein Gewerbegebiet fährt“, ergänzte auch Netzer. Sich anfreunden bzw. leben mit der Fassade können dagegen mittlerweile CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier und Oberdörfer. „Ich finde die Lochfassade gar nicht so schlecht“, so Hagenmaier. Thomas Kiechle (CSU) gefielen die großen Fensteröffnungen an den Ecken und er meinte, dass ihm zwar eine Putzfassade besser gefallen würde, die Fassade jedoch insgesamt gut wirken müsse. Der Bauausschuss beschloss schließlich einstimmig, dass die Metallfassade noch weiterentwickelt werden muss. Mit der seitlichen Putzfassade, der begrünten Fassade sowie der Stahl-Sandwichelement-Fassade im zurückversetzten Stapelgeschoss waren die Stadträte jedoch ebenso einverstanden wie mit den großen Fensteröffnungen. „Wir möchten hier ein Möbelhaus bauen“, betonte XXXL-Expansionsleiter Robert Röpert abschließend. „Dafür müssen wir aber aufeinander zugehen.“

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