Diskussion im Kurhaus

Kandidaten der Gemeinderatswahl zwischen Euphorie und Realität

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Der Saal war mit rund dreihundert Zuhörern recht gut besetzt, Isny hat aber rund 14.000 Einwohner und das relativiert dann wieder etwas

Isny – Es ist eine der wichtigsten Veranstaltungen vor der Gemeinderatswahl, wenn sich im Kurhaus unter Federführung der SZ die Kandidaten gemeinsam dem interessierten Publikum stellen. In diesem Jahr hatten Tobias Schumacher und Michael Panzram die Moderation übernommen und einen abwechslungsreichen „Fahrplan“ zurechtgelegt.

Vier Diskussionsblöcke mit wechselnden Gesprächspartnern waren angedacht; Stadtentwicklung, Infrastruktur und Bildung, Soziales und Vereine und Kultur. Vorab hatten Schumacher und Panzram aber Sprecher der Parteien auf die Bühne gebeten, um von SPD, CDU, Freien Wählern und Grünen Grundsätzliches über das Wahlprogramm zu erfahren. 

Wer auch in den vergangenen Jahren die Entscheidungen des Gemeinderats verfolgte, wird vieles von den vertretenen Maximen aus dieser Sicht wiedererkannt haben, denn es ist ja nicht so, dass der Gemeinderat nun zum ersten Mal antritt. Eine ganze Reihe von Entscheidungen ist schon gefallen und es ist gut, wenn – mit gewissen Abstufungen – die Parteien auch weiterhin zu ihren Entscheidungen stehen oder eben auch neue Ansichten vorbringen. 

So war es in der ersten Runde Dorothée Natalis, Ärztin und bei den Grünen zuhause, die den Anfang machte. Die Grünen treten zum ersten Mal zur Gemeinderatswahl an, und so war es für Natalis die Gelegenheit, sich vorzustellen. Die vorgebrachten „Statements“ waren dann allerdings mehr aus dem Parteiprogramm des Landes und schlossen den Willen mit ein, sich als zukünftige Fraktion um Mehrheiten zu bemühen und so die Stadtentwicklung mitzugestalten. 

Stefan Stehle formulierte für die Freien Wähler vor allem den Wunsch nach einer Entwicklung der medizinischen Versorgung im ehemaligen Krankenhaus, in dem mit Medizinischem Versorgungszentrum, Hebammen und Dialyse noch ein Rumpfbetrieb aufrecht erhalten wird. Die Weiterentwicklung der digitalen Versorgung auch in den Teilorten ist ihm aber auch von großer Wichtigkeit. 

Alexander Sochor (CDU) pochte darauf, dass seine Fraktion schon immer für Isnyer und die Stadt eingetreten sei und man bei Wertschätzung der Familie, christlichen Werte und wirtschaftlicher Verantwortung und (genau wie alle anderen) bei Kultur und Bildung immer mit dabei sei. Auch die Senioren dürfe man nicht vergessen, denn sie seien mit rund 4000 Mitbürgern ein großer Teil der Bevölkerung. 

Jan Rübsam, Kandidat der SPD in Beuren und Vorsitzender der örtlichen SPD, hob ebenfalls auf Betreuung und Bildung, Verbesserung der Familiensituation und die Stadtgestaltung ab. Das Erscheinungsbild der Stadt und vor allem auch bezahlbarer Wohnraum sollen vorangetrieben werden und die Entwicklung einer städtischen Wohnbaugesellschaft liege seiner Fraktion besonders am Herzen. 

Der Wechsel der Redner auf der Bühne war ein Glücksgriff. Er sorgte dafür, dass möglichst viele der Kandidaten zu Wort kamen und den Zuhörern viele verschiedene Argumente geliefert werden konnten. Bei allen waren es ähnliche Argumente und hier kristallisiert es sich wieder einmal heraus: Die Kommunalwahl ist eine Persönlichkeitswahl, bei der gut überlegt wird, ob man nun zur Wahl von Parteien oder Kandidaten des Vertrauens tendiert. 

Ein breites Spektrum in allen Altersgruppen und mit einem recht hohen Anteil an Frauen für die Posten und besonders auch mit der nun angetretenen vierten Partei wird die Entscheidung spannend verlaufen. Ähnlich wie beim Ehrenamt wird die Decke der Einsatzwilligen immer recht schmal ausfallen. Umso erstaunlicher ist es, dass die einzelnen Gruppierungen genügend Kandidaten finden konnten, die auch relativ jung bereit sind, sich politisch zu engagieren und Isny bunt zu erhalten. Viele der Probleme, Argumente und Lösungsvorschläge sind nicht in Isny „hausgemacht“, sondern gesellschaftliche Probleme, die wir in Isny aber richtungsweisend bewältigen sollten, war aus berufenem Munde zu hören. Was von den Vorschlägen nun umgesetzt werden kann, ist eine Frage der Mehrheiten und der finanziellen Möglichkeiten.

Manfred Schubert

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