Nicht mehr verkehrssicher

Asphalt oder Pflaster?

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Die Kronenstraße gilt zwischen Rathaus und Gerberstraße nicht mehr als verkehrssicher. Daher muss gehandelt werden.

Kempten – „Die Kronenstraße ist momentan nicht verkehrssicher, wir müssen handeln“, unterstrich Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann am Dienstagnachmittag bei einem Ortstermin vor dem Bauausschuss. Unter anderem durch den Schwerlastverkehr sei die 20 Jahre alte Pflasterung und auch der Untergrund geschädigt, die Fugen zwischen den Pflastersteinen seien zu breit und die Absätze zu groß.

Es reiche nicht mehr aus, wie vor ein paar Jahren, die Oberfläche in Teilbereichen zu sanieren, es stehe eine richtige Sanierung an. Das Problem sei im Untergrund, „da ist es nicht mit Anheben des Pflasters getan“, verdeutlichte Wiedemann. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird, wie es mit der Kronenstraße weitergeht, schlug er daher vor als Provisorium die Pflasterung zwischen Rathaus und Gerberstraße durch eine acht Zentimeter dicke Asphaltschicht zwischen den Rinnen zu ersetzen. Diese Maßnahme würde sich auf 25-30.000 Euro belaufen. Dieses Asphaltband hätte eine Breite von circa fünf Metern und das Oberflächenwasser würde dann seitlich in die beiden Rinnen abgeleitet werden. Damit trotzdem langsam gefahren würde in der Kronenstraße, würden Pflanztröge wechselseitig auf das Asphaltband gesetzt.

„Provisorien haben die Angewohnheit, dass sie länger bleiben, als sie geplant waren“, gab Dieter Zachlerle (FW) zu bedenken. „Durch die Asphaltierung kann sich die endgültige Sanierung auf den St. Nimmerleinstag verschieben“, blies Theo Dodel-Hefele (Grüne) ins gleiche Horn. Seiner Meinung nach sollte die Kronenstraße eine hohe Priorisierung haben.

Michael Hofer (ÖDP) und Harald Platz (CSU) erscheint die Kronenstraße in momentanem Zustand nicht gefährlich, auch nicht mit dem Fahrrad. Hofer und Siegfried Oberdörfer (SPD) befürchteten zudem, dass der Asphalt zum schneller Fahren verleite. Insgesamt waren die Stadträte von der Asphaltlösung nicht begeistert.

„Wir reden hier von der guten Stube der Stadt. Die Asphaltlösung kann nur eine Notlösung für einen kurzen Zeitraum sein, bis die Maßnahmen für die Kronenstraße beschlossen sind“, betonte Baureferent Tim Koemstedt.

Dass Handlungsbedarf bestehe, sei nun klar. Es sei jedoch ein Eingriff in einen sensiblen Bereich, der auch bei den Bürgern große Aufmerksamkeit erregen werde. Bevor nun ein Schnellschuss gefasst werde, beantragte Karl Sperl (CSU) daher, die Entscheidung zu vertagen, damit auch in den Fraktionen noch über das Thema diskutiert werden könne. Außerdem bat Sperl Wiedemann darum, die Fraktionen zu informieren was das Anheben des Pflasters im Vergleich zur Asphaltierung kosten würde.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen und die Entscheidung somit erst einmal vertagt. Es zeichnete sich jedoch ab, dass es für die Asphalt-Lösung keine Mehrheit geben wird.

Melanie Weidle

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