Diskussion unerwünscht

Rund 250 Menschen waren vergangene Woche in den Kornhaussaal gekommen, um zu erfahren, wie der Hildegardplatz künftig aussehen soll. Die Chance, auch ihre Meinung loszuwerden, hatten sie am Ende allerdings nur durch Aufkleben farbiger Punkte auf einem Bewertungsbogen. Das Fehlen einer offenen Diskussion und Fragestellung kritisierten einige Besucher denn auch deutlich gegenüber dem KREISBOTE. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) versicherte, dass sowohl Bewertungen als auch alle zusätzlichen Bemerkungen auf den Karten bei der weiteren Planung berücksichtigt würden und kündigte ein dann nochmaliges Treffen im Kornhaus an.

Informationen über eine oberirdische Parklösung und vor allem zwei Tiefgaragenvarianten (siehe nebenstehenden Artikel) sowie über die Arbeit der 39-köpfigen AK-Gruppe, bestehend aus jeweils zwei Geschäftsleuten, Marktleuten, Anliegern und Bürgern, je einem Vertreter des Architekturforums, der Stadtheimatpflege, der Wirtschaftsjunioren, des Staatliches Bauamt und der Fraktionen, drei Kirchenvertretern, vier Vertretern der Stiftstadtfreunde und einem Moderator, gab es an diesem Abend reichlich. Wie aus kurzen Stellungnahmen einzelner AK-Mitglieder hervorging, waren alle möglichen Anregungen und Wünsche bei den Planungen berücksichtigt worden. Als ersten Schritt habe man sich die Ziele überlegt „und ob die Varianten dienlich sind oder nicht“, erklärte Baureferentin Monika Beltinger. Vor allem attraktiver soll der Platz werden, mit mehr Aufenthaltsqualität, Raum für Gastronomie, mit verbesserten Marktfunktionen, guter Erreichbarkeit der Geschäfte und natürlich ausreichend Parkmöglichkeiten. Wichtig sei die Live-Begehung des Hildegardplatzes gewesen, wie Städteplaner Prof. Dr. Lothar Zettler meinte. Dabei hätten die AK-Mitglieder einen realistischen Eindruck davon bekommen, „wie weit die parkenden Autos in die Straße oder den Platz ragen“, wie störend eine Zufahrt oder wie die Relationen zwischen Gründach und Platz seien. Kritik von Bühler Seinen Unmut darüber, dass sich „nur drei Personen“ mit der Planung der oberirdischen Variante beschäftigt und sich „alle anderen um die Tiefgarage gekümmert haben“, äußerte Grünen-Stadtrat und AK-Mitglied Eduard Bühler. Er kritisierte auch die nicht hinterfragte Vorgabe an die Planer von 120 oberirdischen Stellplätzen, die „nochmals angeschaut werden muss“, womit er offenkundig auf Sympathie beim Publikum stieß. Noch verantwortbar? Er stecke selbst noch im „Überlegungsprozess“, meinte Netzer. Unter anderem beschäftige ihn, ob mit weniger Stellplätzen noch „alle Ziele der Geschäftsleute erreicht werden“. Weiter frage er sich, ob es zu verantworten sei, 2,6 Millionen Euro für die Neugestaltung auszugeben ohne damit die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern. Und natürlich stelle sich angesichts der Zahlen zur Tiefgarage auch die Frage der Finanzierbarkeit von sieben Millionen Euro. Zweigeteilt waren die Stimmen bei der anschließend näheren Betrachtung der Planungsvarianten. „Unbedingt für eine Tiefgarage“ waren Michael und Nicola Molitor, auch wegen der umliegenden Veranstaltungshäuser, wie sie dem KREISBOTE sagten. Die oberirdischen Stellplätze favorisierte dagegen die Vorsitzende der Stiftstadtfreunde, Ilse Roßmanith-Mitterer, „da sie für Geschäfte, Kirchenbesucher aber auch das Lebendige auf dem Platz besser sind“. Und die wichtige Platzgestaltung „ist auch mit Autos möglich“, zeigte sie sich überzeugt.

Meistgelesen

Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Das „Große Loch“ im Fernsehen
Das „Große Loch“ im Fernsehen
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Rassismus ade! Vielfalt olé!
Rassismus ade! Vielfalt olé!

Kommentare