Verkehrssicherheitswoche an der Berufsschule I

"Hirn einschalten und konzentrieren"

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MdL Leopold Herz im Astrokreisel, mit dem der Überschlag eines Autos simuliert wird.

Zum Auftakt der diesjährigen Verkehrssicherheitswoche fand an der Berufsschule I (BS I) in Kempten am Mittwochnachmittag eine Gesprächsrunde zum Thema „Verkehrssicherheit“ statt, in deren Rahmen die vom ADAC Südbayern initiierte Ausstellung „Schatten – Ich wollte doch leben!“ eröffnet wurde.

Rund 1400 Schülerinnen und Schüler in circa 60 Klassen insgesamt 300 Stunden Verkehrsunterricht – Theorie und Praxis.

Auf dem Stundenplan der Schülerinnen und Schüler standen/stehen laut Lehrer Jürgen Schmidt an diesen vier Tagen neben der Ausstellung die Ernstnehmende Verkehrssicherheitsarbeit (EVA) mit Diskussionen und beobachtetem Fahren in Kooperation mit Kemptener Fahrschulen, die Aktion „Mobil mit Köpfchen“ (Lärm- und Abgasmessungen), ein Astrokreisel (Überschlag eines Autos wird simuliert) und ein Gurtschlitten (Aufprallsimulation), ein Überschlagsimulator (Gefühl nach einem Unfall wird simuliert), ein Motorradsimulator, ein Promilleparcours, ein Fahrradparcours für Asylanten und Flüchtlinge, ein Erste Hilfekurs, ein Vortrag zum Straßenverkehrsrecht sowie der Film „Auto extrem – Tempo 100“.

An der Gesprächsrunde beteiligten sich stellvertretender Schulleiter Albert Spitzner, Manfred Berktold (Landratsamt Oberallgäu), Polizeihauptkommissar Peter Kaiser, Leopold Herz (Mitglied des Landtags) und Ale- xander Kreipl (ADAC Südbayern). Alle nahmen auf Nachfrage von ADAC-Kommunikationsleiter Stefan Dorner Stellung zu verschiedenen Themen.

Wie Kreipl betonte, ist die Verkehrssicherheitsarbeit dem ADAC seit Jahren ein Anliegen. Die Ausstellung „Schatten – Ich wollte doch leben!“ sei eine neue Herangehensweise an das Thema. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen sechs lebensgroße, geschwärzte Figuren. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Besonders betroffen macht dabei die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um fiktive Fälle handelt, sondern sich jeder Unfall real ereignet hat. Ziel ist es, junge Fahranfänger zu sensibilisieren und für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität zu gewinnen. Auch an der BS I ist das Thema tödliche Verkehrsunfälle immer wieder aktuell. Allein im vergangenen Jahr sind laut Spitzner vier Schüler bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen.„Da waren wir alle am Limit und an der Belastungsgrenze“, beschreibt er die Situation. An der Schule sei für solche Fälle ein Kriseninterventionsteam eingerichtet worden.

Laut Polizeihauptkommissar Kaiser passieren 95 Prozent der Unfälle, weil die Fahrer etwas falsch machen. „Deshalb Hirn einschalten und auf die Verkehrs- teilnahme konzentrieren, Fahren geht nicht nebenbei“, appellierte er an die Schülerinnen und Schüler. Wie viele sich beim Fahren schon einmal mit Blick auf das Smartphone ablenken ließen bzw. es mitbekommen haben, wie ein Fahrer sich ablenken ließ, wurde deutlich, als sich fast alle der rund 100 Anwesenden auf Dorners entsprechende Frage meldeten. Eine ähnliche Situation hat auch Patrick schon erlebt: „Ich hab aufs Radio geschaut und dann gerade noch eine Kurve gekriegt.“ In diesem Moment sei ihm klar geworden, wie schnell ein Unfall passieren könnte. „Das war ein blödes Gefühl.“ 

Melanie Weidle/kb

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