Eine Diskussions- und Fragerunde auf Initiative der Isnyer SPD

Warum ist Wohnen so teuer?

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Otto Ziegler (links) und Oswald Längst bei der Leitung der Diskussionsrunde über Wohnen und Mieten in Isny.

Isny – Der kleine Saal im Isnyer Kurhaus war rappelvoll, denn es gibt viele Bürger, die mit der Wohnungssituation und speziell mit den Mieten nicht einverstanden sind. Sie wollten sich einmal aus kompetentem Mund einige der Begleit- umstände in dieser Situation erläutern lassen. Der Vorsitzende des Ortsvereins der SPD, Otto Ziegler, hatte sich für die Moderation des Diskussionskreises Oswald Längst an die Seite geholt, der ebenfalls Mitglied im Vorstand der SPD ist.

Es war eine kompetente Gesprächsrunde bei dieser Veranstaltung. Für die städtischen Belange war Bürgermeister Rainer Magenreuter angetreten, hatte aber auch Claus Fehr (Stadtentwicklung) und Werner Sing (Kämmerer) mit im Saal, falls tatsächlich mal der Fall eintreten sollte, dass er eine Frage nicht beantworten könnte. Pfarrer Mitt war als Vertreter der Siloah Stiftung und der evangelischen Hospitalpflege gekommen, die Baugenossenschaft Wangen wurde von Herrn Kühner vertreten. Josef Hodrus, Vorstandsmitglied der Volksbank Allgäu West, ist Aufsichtsrats-Vorsitzender der Immler Stiftung, die von Annkathrin Immler noch einmal vorgestellt wurde.

Gleich zu Anfang wurde klargestellt: In Isny sind mehr als 50 Prozent der Wohnobjekte im Privatbesitz und damit liegt die Stadt deutlich über dem deutschen Niveau. Klug taktierend ist es nach Darstellung von Magenreuter gelungen, genügend Bauerwartungsland in Isny zu erwerben. Die städtischen Wohnungen, gerade noch 38, sind meist ausgebucht. Der Markt für Bauplätze boomt und im Baugebiet Lohbauerstraße wird schon die zweite Straße erschlossen, weil die ersten Bauplätze alle vergeben sind. In der Stadt gibt es einen Leerstand an Wohnungen und Häusern mit rund 300 Wohneinheiten. Wenn jüngere Familien bauen wird nach Eizug in den Neubau die alte Wohnung frei.

Kühner von der Baugenossenschaft Wangen sieht in naher Zukunft eine guten Neubeginn des sozial verträglichen Wohnungsbaus auch in Isny, weil nun Fördermittel aus dem Bundeshaushalt diese erste Hürde überwinden helfen. Mit einigen der Diskussionsteilnehmer war er der Meinung, dass die Bauvorschriften und Dienstwege der Baugesuche vereinfacht werden sollten, um effektiver bauen zu können. Die Baugenossenschaft wird auch in Isny an diesen Maßnahmen teilnehmen, wenn sich eine Möglichkeit dafür bietet. Dann wurde Pfarrer Mitt angesprochen, der für die Siloah Familien Stiftung und für die Evangelische Hospitalpflege sprechen konnte. Ihm ging es vordringlich um die Entwicklung im ehemaligen Kinderdorf Siloah. Die Zieglerschen Anstalten haben nach Ausstieg aus dem bis 2067 laufenden Pachtvertrag die Immobilien auf dem Gelände an die Evangelische Hospitalpflege zurückgegeben und so konnte ein neues Konzept dafür entworfen werden. In vier Häusern werden Familien aus Kriegsgebieten als Asylbewerber mit Bleiberecht untergebracht, vier der Häuser will der Verein „Aufwind“ zum Seniorenzentrum ausbauen, das sich deutlich von anderen Einrichtungen unterscheiden soll (der Kreisbote berichtete). Die Schule soll ab Januar 2017 von der Grundschule genutzt werden, weil die Umbaumaßnahmen am Schulzentrum dann endlich greifen.

Als nächstes kam Annkathrin Immler zu Wort, die erklärte, was die Familienstiftung im Gebiet Mittelösch vorhat. Das war eine Vorbereitung auf die Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag, in der diese Thematik auf der Tagesordnung stand.

Mit dem Abschluss ihrer Ausführungen und den Ergänzungen von Josef Hodrus und Markus Immler kam es zu einer Fragerunde über das gesamte Gebiet. Wie effektiv und Verlässlich die Antworten aus der Diskussionsrunde waren. Allen Beteiligten und auch den meisten der Zuhörer war klar: In Isny tut sich was und auch die Bedürftigen und Senioren mit kleiner Rente werden dabei nicht auf der Strecke bleiben. Die Mietpreise richten sich nach Angebot und Nachfrage und auch nach diesem Diskussionsabend wird noch viel zu klären sein.

Manfred Schubert

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