Doch keine Tempo-30-Zone

Um die Gefahr für Fußgänger und Kinder in der Straße Auf der Ludwigshöhe künftig zu reduzieren, wird die Straße zwischen den beiden Einmündungen Trienter Straße mit Tempo 30 ausgeschildert. Foto: Matz

Knapp ein halbes Jahr nachdem der Verkehrsausschuss entgegen dem Vorschlag der Verwaltung in der Straße Auf der Ludwigshöhe die Ausweisung einer Tempo-30-Zone mit 6:5-Stimmen beschlossen hatte, ist die Umsetzung noch immer nicht erfolgt. Aufgrund eines neuen Antrags auf Verlängerung der gerade beschlossenen Tempo-30-Zone in Richtung Süden schob die Verwaltung die Maßnahme auf und setzte den Punkt im jüngsten Verkehrsausschuss erneut auf die Tagesordnung. Heraus kam: Es entsteht jetzt doch keine Tempo-30-Zone. Die Straße Auf der Ludwigshöhe zwischen den beiden Einmündungen Trienter Straße wird stattdessen mit Tempo 30 ausgeschildert, der Antrag auf Verlängerung wurde abgelehnt.

Die aktuelle Situation in der Straße Auf der Ludwigshöhe beleuchtete Verkehrsamtsleiter Volker Reichle vergangene Woche nochmals kurz. „Bei der Straße handelt es sich um eine Wohn-/Sammelstraße mit jeweils mehreren Einmündungen auf beiden Straßenseiten.“ Die Straße, die nahezu durchgehend über beidseitige Gehwege verfügt, ist als Vorfahrtsstraße beschildert. Geparkt wird hier vorwiegend in eigens angelegten Parkbuchten. Ein versetztes Parken, wie es in Tempo-30-Zonen eingerichtet werden sollte, sei nicht möglich, so Reichle. Außerdem würde eine in Tempo-30-Zonen erforderliche Rechts-vor-links-Regelung die Leistungsfähigkeit der Straße erheblich einschränken. Der bestehende Geh- und Radweg wäre nicht mehr zulässig. „Die Funktion als Wohn-/Sammelstraße bzw. Zubringerstraße sowie die rechtlichen Vorgaben für die Ausweisung einer solchen Zone lassen die Ausweisung nicht zu“, so Reichle. Ein wesentlicher Grund für die knappe Mehrheitsentscheidung in der Juli-Sitzung war die erhöhte Gefahr beim Überqueren der Straße aufgrund der unübersichtlichen Kurve und Rasern, die es den Anwohnern zufolge auf der Straße des öfteren gibt. Reichle erläuterte, dass insgesamt fünf Fußgängerquerungshilfen in der Straße auf der Ludwigshöhe vorhanden seien, die auch für Kinder eine sichere Überquerungsmöglichkeit bieten würden. Klare Ergebnisse Außerdem präsentierte der Verkehrsamtsleiter Zahlen von insgesamt 21 offenen und verdeckten Messungen der Verkehrswacht. „Die Messergebnisse belegen, dass keine Raser in dieser Straße auftreten und etwa 34 Prozent der Verkehrsteilnehmer bis 30 Km/h und rund 52 Prozent bis 40 Km/h fahren“, berichtete Reichle. Verdeckte Messungen im Bereich der beantragten Verlängerung ergaben, dass 95 Prozent der Verkehrsteilnehmer bis 40 Km/h fahren. "Großer Aufwand" Der Beschluss vom Juli sei noch nicht umgesetzt worden, da der Antrag auf Erweiterung der Tempo-30-Zone zeitnah im Anschluss eingegangen sei, so der Verkehrsamtsleiter. Die erforderliche bauliche Umgestaltung ist deshalb bis zur Behandlung des neuen Antrags zurückgestellt worden. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone ist allerdings nicht ganz einfach, da dafür bestimmte Gegebenheiten hergestellt werden müssten. Wie Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann schilderte, seien eine wechselseitige Parkierung, Verschwenkung der Fahrbahn und Anordnung von Engstellen Voraussetzungen für eine solche Zone. „Diese Punkte unterzubringen wäre schwer und baulich ein großer Aufwand.“ Die Verwaltung präsentierte dem Ausschuss daher einen neuen Beschlussvorschlag. Da eine Erweiterung der im Juli beschlossenen Tempo-30-Zone gemäß der Straßenverkehrsordnung nicht zulässig ist, sollte der neue Antrag abgelehnt werden. Zwischen den beiden Einmündungen Trienter Straße könnte statt der beschlossenen Zone ein Tempo-30-Regelung erfolgen. Laut Reichle sei der Unterschied dabei, dass der Verkehrsausschuss den Straßenabschnitt wegen des gegebenen Gefälles und der starken Kurve punktuell als Gefahrenstelle einschätzt und auf 30 Km/h begrenzt, allerdings ohne daraus eine Tempo-30-Zone zu machen. Vorteil ist, dass dadurch keine bauliche Umgestaltung mit entsprechender Kosten notwendig wird und die Straße weiterhin eine Vorfahrtsstraße bleiben könnte. „Ich finde diesen Vorschlag gut“, lobte Edgar Rudolf Rölz (CSU). Und auch Siegfried Wehrmann (SPD) war einverstanden. Er bat allerdings darum, dass das jetzt möglichst bald umgesetzt werde und kritisierte, dass die Ausschussmitglieder nicht informiert worden seien, warum die im Juli beschlossene Tempo-30-Zone noch nicht eingerichtet wurde.

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