"Here‘s my story"

Jugendliche Flüchtlinge präsentieren Multimedia-Portraits

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„Ihr wart super!“. Viel Lob gab es von den Machern des BR-Projekts „Here‘s my story“ an die jungen Flüchtlinge. V.l.n.r. OStD. Hans Eztler, Schulleiter Berufsschule III, Farsin Behram, BR-Journalist und Mediencoach, Mischa Drautz, BR-Journalist und Mediencoach, Susanne Grote, Klassenlehrerin 10 A, Computerfachmann Tobias Weber, Michael Schober, Fotograf.

Kempten – Susanne Grote ist die Klassenlehrerin der Berufsintegrationsklasse 10 A an der Berufsschule III in Kempten. In ihrem Unterricht sitzen Schülerinnen und Schüler aus Afghanistan, Syrien und sogar Venezuela.

Es ist nicht immer leicht für die erfahrene Berufsschullehrerin, die jungen Menschen für den Unterricht in Fächern wie Deutsch und Mathematik zu begeistern. Vor einiger Zeit stieß Susanne Grote auf das Projekt des Bayerischen Rundfunks „Here‘s my story“. Ein Team aus zwei Journalisten besucht in ganz Bayern Berufsintegrationsklassen, um mit den Schülern eine Woche medienpädagogisch zu arbeiten und mit jedem ein kurzes filmisches Selbstportrait zu erstellen. Diese Idee interessierte die Lehrerin und so bewarb sich die Klasse nach einem Fehlversuch schließlich erfolgreich um die Teilnahme am Projekt.

Für eine Woche kam das zweiköpfige Journalistenteam Farsin Behram und Mischa Drautz vom BR nach Kempten, ergänzt durch den Fotografen Michael Schober, um mit der 10 A für jeden Schüler ein filmisches Portrait zu erstellen. Die Jugendlichen zeigten sich begeistert vom Projekt und betätigten sich nicht nur als Darsteller, sondern bedienten auch selbstständig Kameras, I-Pads und die Schnittsoftware.

Vergangenen Freitag wurden in der Sporthalle der Berufsschule in der Fürstenstraße die fertigen Videos der Schüler der Projektwoche „Here‘s my story“ vor geladenen Gästen gezeigt.

Wunsch nach Frieden

Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation der Videos, die pro Schüler in der Regel nicht länger als drei Minuten dauerten. So stellten sich in kurzen Videoportraits Schüler wie Sinai, Sham, Badie, Bilal, Zainab, Fadie vor. In Interviews und im Off-Ton erzählen die jungen Leute von ihrem Weg aus den Krisengebieten nach Deutschland, von ihren ersten Erfahrungen im neuen Land und von ihren Wünschen und Träumen für die Zukunft.

Häufig erwähnen die Darsteller dabei, dass sie ihre nächsten Verwandten vermissen und dass sie sich wünschen, dass der Krieg in ihren Ländern ein Ende findet.

Unterstützt wurden die jungen Flüchtlinge durch das Know How der Journalisten. Eindrucksvolle fotografische Portraits, die Michael Schober erstellt hatte, waren in die Videos eingebettet. Gefilmt und fotografiert wurde im Klassenraum, aber auch an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet. Die Videos sind über den Bayerischen Rundfunk „Here‘s my story“ zu googlen.

Viel Erfolg

In ihrer Rede lobte die Beauftragte des Stadtrates für Jugend und Familie Regina Liebhaber das BR-Projekt und zeigte sich tief beeindruckt von den multimedialen Portraits der Jugendlichen. „Bewegte Bilder mit Ton, unterstützt durch tolle Fotografien sind manchmal eindringlicher als Geschriebenes und die Bilder und gesprochenen Sätze lassen einen am Lebensweg der Jugendlichen teilhaben“, sagte sie. Als Symbol für den mühsamen Weg der Jugendlichen von ihrer alten Heimat nach Deutschland hatte die Stadträtin „Steine“ gesammelt, die sie an die Jugendlichen verteilte. „Steine schaffen Wege, sie sind zugleich hart, aber auch über die Zeit formbar“, so Liebhaber zu den Jugendlichen.

Am Ende der Veranstaltung wurde Martin Zeller, Gemeinderefent von St. Lorenz, von den Schülern der 10 A noch mit einem Scheck in Höhe von 150 Euro beschenkt, einer Summe, die diese in der Vorweihnachtszeit für die Sternsinger gesammelt hatten. 

Jörg Spielberg

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