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Unterrichtsbeginn 10. Grundschule auf September 2025 verschoben

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Von: Helmut Hitscherich

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Lageplan der 10. Grundschule am Aybühlweg.
Lageplan der 10. Grundschule am Aybühlweg. © Planverfasser: balda architekten gbmh

Kempten – Die Komplexität des Bauvorhabens und das zur Verfügung stehende Gelände machte es unausweichlich, die die Inbetriebnahme der Grundschule am Aybühlweg zu verschieben. 

Es steht ein schiefwinkliges Gelände, das nach hinten stark ansteigt, zur Verfügung. Damit konnte kein – wie sonst für Schulbauten üblich – rechtwinkliges Gebäude erstellt werden. Man musste das Gebäude an das Bodenwerk anpassen. Die bestmögliche Lösung war daher, ein schiefwinkliges Gebäude zu bauen.

Holzbauweise funktioniert aber nur bei rechtwinkeligen Baugrundrissen, damit ist die ursprünglich angedachte Holzbauweise nicht realisierbar, wie in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses vergangene Woche erläutert wurde. Hinzu kommt, dass das Gebäude zum großen Teil an das ansteigende Gelände grenze und dort nur Betonbauweise aus statischen Gründen funktioniert. Man hat daher entschieden, das Gebäude mit einem Flächentragwerk mit C02-reduziertem Zement auszuführen und überall dort, wo keine tragenden Elemente notwendig sind, Holz zu verwenden. So wird die Fassade aus Holz gemacht. Ferner werden für Wandverkleidungen, Wände, Geländer, Fenster und Eibaumöbel nur Holz verwendet. „Gemeinsam mit dem Bodenbelag und den Akustikdecken als Holzwolle-Leichtbauplatten sorgen diese Materialien des Innenausbaus für eine angemessene Wohlfühlatmosphäre“, so Martin Wagner vom Amt für Gebäudewirtschaft.

Lesen Sie auch: Versäumnis verteuert 10. Grundschule um neun Millionen Euro

Die Gebäudehülle entspricht in ihren Dämmeigenschaften der Fassade eines Passivhauses. Hinsichtlich Heizung und Warmwasserversorgung musste ebenfalls umgeplant werden, da sich ein Anschluss an die Nahwärme des Cambomare bzw. an das Fernwärmenetz ZAK zerschlagen hat. Stattdessen ist die Entscheidung für Erdwärme gefallen. Dafür werden 27 Erdsonden installiert und die Wärmepumpen durch Solarmodule auf dem Dach mit Strom versorgt. Thomas Rückert (Drees und Sommer Projektsteuerung) freute sich, dass die Förderung für nachhaltige Gebäude (BEG Förderung) in Höhe von 2,9 Millionen Euro, noch kurz vor dem Förderstopp am 11. Januar zugesagt wurde. „Das sind immerhin zehn Prozent der gesamten Baukosten.“ Trotz Umplanungen habe der Kostenrahmen eingehalten werden können. So kommt der Neubau auf 29,685 Millionen Euro. Auf die Schule entfallen rund 19,339 Euro, auf den Hort rund 1.456 Millionen Euro, auf die Sporthalle rund 7,791 Millionen Euro, hinzu kommen noch Sonderkosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Rückert machte deutlich, dass die rund 1.000 Einzelvorgänge den Bauzeitplan für die Schule um vier Monate auf 28 Monate verlängert habe und man bis zum Schulbeginn im September 2025 mit allen Arbeiten, einschließlich der Außenanlagen, fertig sein werde.

„Die Zweifachsporthalle, die dreigliedrige Schule und die Außenfläche erfordern eine komplexe Planung. Wir haben da einige dicke Bretter zu bohren. Mit der Zeitschiene schaffen wir das, es sei denn, es gibt Probleme mit den Ausschreibungen“, so Baureferent Tim Koemstedt.

Für das Projekt benötigt die Stadt allerdings noch andere Flächen wie beispielweise den Parkplatz Alpenverein und den Beachvolleyballplatz des TVK. Derzeit laufen die Verhandlungen. Dank Zusage des TVK und der Zustimmung der Regierung von Schwaben wird kein Allwettersportplatz benötigt, da man die Sportanlagen des TVK nutzen darf. Dieser war am Quartiersplatz vorgesehen. „Nun kann am Quartiersplatz auch eine andere Nutzung angedacht werden, eine Koordinierung der Baustellen ist unabdingbar“, so Koemstedt. Für Thomas Baier-Regnery, Referent Jugend, Schule und Soziales, stellt die einjährige Verschiebung kein Problem dar. „Wir planen ja bereits mit dem ‚Grünen Kasten‘“ in der Fürstenstraße als Interimsstandort. „Die Kinder aus dem 10. Schulsprengel werden dort untergebracht und wir können drei Jahrgänge unterbringen. Die Eltern sind informiert. Für die Schülerbeförderung gibt es ein Busangebot und wir können den Interimsstandort auch für drei Jahrgänge organisieren“, so Baier-Regnery.

Oberbürgermeister Thomas Kiechle zeigte sich hocherfreut, dass der Kostenrahmen eingehalten wird und mit dem „Grünen Kasten“ eine Übergangslösung zur Verfügung steht, auch wenn der erste Jahrgang nun drei Jahre dort bleiben müsse.

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