Drei Millionen für Leiblachbad

Das neue Leiblachbad in Heimenkirch, das im vergangen Sommer eröffnet wurde, kostet genau 3017806 Euro. Das ergab die endgültige Kostenabrechnung, die Kämmerer Georg Bockhart den Mitgliedern des Gemeinderates in der jüngsten Sitzung präsentiert hat.

„Zwei Rechnungen sind noch offen“, sagte der Kämmerer auf Nachfrage „aber sie sind in diesen Gesamtkosten bereits berücksichtigt.“ Zum Jahreswechsel 2006, zu Beginn des Planungsprozesses, war man noch von rund zwei Millionen für eine Sanierung des Freibades ausgegangen. Doch Untersuchungen brachten sehr schnell ans Licht, dass eine Sanierung nicht in Frage kam, weil die vorhandene Substanz bereits zu desolat war. Also entschied man sich für den Neubau des Leiblachbades. In dieser Entscheidung war auch der erste Kostensprung auf gut 2,5 Millionen Euro begründet. Aus einem Architektenwettbewerb ging das Planungsbüro Plafog in Kulmbach als Sieger hervor und machte sich an die Realisierung des Bades. Umfangreiche Bodensanierungsarbeiten und Sonderwünsche, wie ein Beachvolleyballfeld oder eine Edelstahlrutsche, die im Zuge der Projektentwicklung eingebracht wurden, trieben die Kosten weiter in die Höhe. Doch der letzte Kostensprung auf jetzt drei Millionen ist darin begründet, dass in den vorherigen Aufstellungen die Kosten von rund 360000 Euro für Planung und Bauleitung schlichtweg nicht enthalten waren. Das löste bei den Gemeinderäten deutliche Verwunderung aus. Das Planungsbüro verweist darauf, dass alle Aufstellungen stets mit dem Vermerk „ohne Honorararbeiten“ versehen waren. Plafog begründet das damit, dass sich erfahrungsgemäß das Auftragsvolumen im Rahmen einer Projektrealisierung ständig verändere und damit auch eine ständige Anpassung der Honorarberechnung erfolgen müsste. Darauf habe das Architekturbüro der Einfachheit halber verzichtet. Wahl kam in die Quere „Alle Rechnungen sind bezahlt, auch die Kosten für Planung und Bauleitung“, stellte Kämmerer Bockhart fest. Zu einem nicht unwesentlichen Teil dürfte auch der Personalwechsel im Zuge der Kommunalwahlen für das Informationsdefizit gesorgt haben. Lehre für die Zukunft Diese Personalrochade fiel mitten in die Bauphase. Bürgermeister Markus Reichart und 12 von 16 Marktgemeinderäten sind seit den Wahlen neu im Amt. Ihnen kann man keinen Vorwurf machen. Der zwischenzeitlich aufgelöste Freibadausschuss, der den Neubau des Leiblachbades federführend betreut hat, hatte wohl einen tieferen und genaueren Einblick in die Zahlen. Jetzt sind die Gesamtkosten transparent auf dem Tisch und Kämmerer Bockhart betont: „Wegen der Planungskosten für das Freibad brauchen wir keinen Nachtragshaushalt.“ Diese Kosten seien in den früheren Aufstellungen zwar nicht enthalten gewesen, waren aber in der Finanzplanung berücksichtigt. Festzuhalten bleibt, das neue Leiblachbad ist ein Schmuckstück für die Gemeinde. Das Projekt ist gelungen und wenn der Badebetrieb im Sommer aufgenommen wird ist die Gemeinde mit dem neuen, attraktiven Bad sehr gut aufgestellt. Bürger und Gäste wird es freuen, den neuen Gemeinderäten und der Verwaltung wird es eine Lehre für künftige Projekte sein.

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