"Hilde" schlägt CvL mit 27:16

Stadtrat einigt sich auf Hildegardis Gymnasium als Standort für Dreifachturnhalle

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Am Hildegardis Gymnasium soll die Kemptener Dreifachturnhalle errichtet werden. So entschied der Stadtrat vergangene Woche.

Kempten – Die Würfel sind gefallen: Der Standort für die neue Dreifach-Sporthalle soll laut Beschluss des Stadtrats mit 27 zu 16 Stimmen am Hildegardis-Gymnasium bzw. zwischen Lindauer- und Reichlinstraße gebaut werden.

Trotz vieler vorangegangener Diskussionen war es eine sichtbar schwere Entscheidung, „eine der schwierigsten“ gar, wie zu hören war. So wurde auch nicht in allen Fraktionen im Einklang abgestimmt. Einstimmig dagegen fiel die vorangegangenen Grundsatzabstimmung für den Bau einer Dreifach-Sporthalle in der Innenstadt aus.

Zwei Stunden dauerte das Abwägen der Räte, während erst Benedikt Mayr, Referent für Jugend, Schule und Soziales, dann Baureferent Tim Koemstedt die beiden Standortoptionen im direkten Vergleich mit Kriterien wie unter anderem der baulichen Voraussetzungen, der verkehrlichen Einschätzung, der jeweiligen Lage zu innerstädtischen Schulen, der Stellplatzfrage bis zu den Finanzen gegenüberstellten und die anschließenden Argumentationen der Gremiumsmitglieder. Neben der Nutzung durch Schulen für den Schulsport (dafür gibt es eine staatliche Förderung beim Bau) sollen Vereine und Veranstaltungen zum Zuge kommen.

Barrierefrei, Platz für 800 Besucher (600 Sitz- und 200 Stehplätze), vorrangige Nutzung für Ballsportarten, so die groben Eckdaten für das 42 Meter breite, 53 Meter lange und 6,90 Meter hohe Gebäude. Die Kosten der drei vorgestellten Varianten am Standort Lindauer Straße bewegen sich nach Schätzungen zwischen 8,2 und 12 Millionen Euro. Wahrscheinlich ist, dass die Stellplatzfrage durch die (teuerste, aber aus Sicht vieler sinnvollste) Variante mit Tiefgarage (74 Stellplätze) und zusätzlichen Flächen im Bereich der Lehrerparkplätze gelöst wird. Für die Zufahrt zur Tiefgarage müsste allerdings die Bushaltestelle in der Lindauer Straße verlegt werden. 

Aus Sicht von Helmut Bechtold (CSU) ein Eingriff an dieser nach seinen täglichen Erfahrungen gut funktionierenden Stelle, der „komplett gegen das Mobilitätskonzept“ sei. Denn „wir produzieren mehr Verkehr und verschlechtern den Bus“, mahnte er „eine intelligente Lösung“ an. Darüberhinaus komme der Standort an der Lindauer Straße im „worst case“ um vier Millionen teurer als der am CvL. Für Ullrich Kremser (FDP) war ein entscheidendes Argument, dass am „Hilde“ gebaut werden könne, „ohne dass ich in den Schulbetrieb eingreife“. Alexander Hold (FW) hatte ein Luftbild vor Augen, auf dem die Fläche am „Hilde“ förmlich danach schreie „bebaut mich“, nicht so am CvL. Franz Mayr, Sportbeauftragter des Stadtrats, schwebte mit dem Standort am CvL ein „Prestigeobjekt für Kempten“ vor, das „nicht versteckt in einem Loch ist“. Philipp Jedelhauser (UB/ÖDP) hatte sich bei verschiedenen Schulen umgehört, die bei der Option CvL unisono ein Problem in der Querung des Adenauerrings mit Schulklassen sahen, generell aber einfach „froh sind, dass die Halle gebaut wird und das möglichst schnell“. 

Unterstützung nicht nur von Thomas Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) erhielt Siegfried Oberdörfer (SPD), der die Vorzüge an der Lindauer Straße unter anderem darin sah, dass es beim CvL „auch kritische Stimmen“ gegeben hätte, beim Hilde dagegen „uneingeschränkte Zustimmung“; dass beim CvL „der schöne Park“ beeinträchtigt würde, der beim „Hilde“ durch den Bau einer Tiefgarage nicht; in der gefahrloseren Erreichbarkeit und da es auch wegen der Förderung in erster Linie um den Schulsport gehe, sei die Sichtweise der Schulen von Bedeutung. Veranstaltungen seien schließlich an beiden Standorten möglich – auch wenn Vereine nach Recherchen von Harald Platz (CSU) eine Halle am CvL bevorzugt hätten.

Als nächstes steht nun ein Realisierungswettbewerb an. Die Fertigstellung ist für 2021 anvisiert. Am 5. Dezember (ab 16 Uhr) steht das Thema, „das uns in der Stadt voranbringt“, so OB Thomas Kiechle, auf der Tagesordnung einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Bau- sowie Schul- und Sportausschusses. Danach sollen die Bürger eingebunden werden.

Christine Tröger

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