Dreifachturnhalle: Realisierungswettbewerb wird ausgelobt

"Die Zeit ist jetzt reif"

+
Die neue Dreifachturnhalle an der Reichlinstraße soll übwiegend dem Ballsport dienen.

Kempten – Mit dem Ziel, den Bauzeitpunkt der geplanten Dreifachturnhalle an der Reichlinstraße nach vorne zu schieben, hat der Ausschuss für Schule und Sport am vergangenen Dienstag einstimmig beschlossen, noch im November einen Realisierungswettbewerb auszuloben. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Spatenstich im Frühjahr 2019 erfolgen und die Dreifachturnhalle im Frühjahr 2021 fertiggestellt sein.

Schon seit Jahren besteht aus Sicht des Sportes der Wunsch, eine weitere Dreifachsporthalle vor allem für Ballsportarten zu bauen. „Wir haben viele Jahre um das Projekt gerungen, ich glaube, dass die Zeit jetzt reif ist“, betonte OB Thomas Kiechle auch angesichts der Tatsache, dass das Thema Dreifachturnhalle im Ausschuss zuletzt im Jahr 2013 behandelt wurde. Jetzt kam das Thema erneut auf den Tisch.

Dass eine Erweiterung der Zuschauerkapazität und eine gleichzeitige Generalsanierung der bestehenden Dreifachturnhalle an der Westendstraße aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll ist, wurde bereits im September 2012 im Sportausschuss beschlossen. Das ehemalige Sportplatzgelände des Hildegardis-Gymnasiums an der Reichlinstraße sollte als möglicher Standort untersucht werden. Dementsprechend wurde in das Investitionsprogramm 2013 die Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit eingestellt (der Kreisbote berichtete). Seitdem hätten sich, insbesondere in den Jahren 2015 und 2016, einige zusätzliche Details ergeben, die eine Ergänzung der Betrachtung und der Beschlussfassung erfordern, so Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales, am vergangenen Dienstag. Unter Einbeziehung eines Architekturbüros und eines Verkehrsplaners wurde in den vergangenen Monaten die Machbarkeitsstudie also erweitert.

Reine Sporthalle ohne Mehrzwecknutzung

Nach aktuellem Planungsstand soll die Halle als reine Sporthalle ohne Mehrzwecknutzung gebaut werden, ähnlich wie die Panoramarena in Wiggensbach, und Platz für insgesamt 800 Besucher bieten (600 Sitz- und 200 Stehplätze). Auch ein großer Geräteraum und Gastronomie sind geplant, ebenso wie 80 Pkw-Stellplätze im Außenbereich. Die endgültige Gebäudeform und -lage werde sich erst durch die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs klären lassen, so Mayer. Beschlossen ist seit vergangenem Dienstag aber, dass die Planungsvariante mit einem Anbau der Dreifachturnhalle und einem gleichzeitigen Abbruch einer Einfachturnhalle (Turnhalle Nord) des Hildegardis-Gymnasiums nicht weiter verfolgt werden soll, da dadurch eine Halle verloren werden würde, obwohl aus dem Vereinssport weiterer Bedarf besteht. Auch die Montessorischule habe die Absicht geäußert, eine Halle für den Schulsport zu nutzen. „Ein Abbruch einer Halle wäre also Unsinn“, betonte Mayer.

Diskussionsthema "Schnitzelgrube"

Dass der Sport in Kempten dringend diese neue Dreifachturnhalle braucht, waren sich alle Ausschussmitglieder einig. Für Diskussion sorgte allerdings erneut die Schnitzelgrube – eine Spezialeinrichtung für Kunstturner –, die nach aktuellem Planungsstand beim Bau der neuen Halle nicht vorgesehen ist. „Die Ballsportarten stehen im Vordergrund, aber wir haben auch Turner, die es verdient haben, bei den Planungen berücksichtigt zu werden“, betonte Karl Sperl (CSU). Auch Denjenigen, die im Akrobatikbereich tätig sind, müsse eine Trainingsmöglichkeit eröffnet werden. Dieser Meinung war auch Ullrich Kremser (FDP). Zusammen mit der geplanten Baumaßnahme sei es allerdings schwierig eine 15x20 Meter große Schnitzelgrube zu verwirklichen, zudem würden Mehrkosten in Höhe von 750.000 Euro entstehen, wenn die Grube in einem eigenen Bauteil realisiert werden würde, erklärte Mayer. Möglicherweise könnte eine ältere Turnhalle zu einer Schnitzelgrube umgebaut werden, schlug Sperl vor.

Auch der Standort und die Parkplatzfrage sorgten für Gesprächsstoff unter den Ausschussmitgliedern. So äußerten Dieter Zacherle (FW) und Theo Dodel-Hefele (Grüne) ihre Bedenken bezüglich des Baugrundstücks, das sich als ehemaliges Moorgebiet mit Weiher und einer zehn Meter ansteigenden Hanglage als eine „Kostenfalle“, so Dodel-Hefele, entpuppen könnte. Für schulische Zwecke sei der Platz der ideale Standort, ansonsten sah Zacherle das Gelände aber für Großveranstaltungen zu „beengt“ und auch Harald Platz (CSU) regte an, zusätzliche Parkplätze für ein bis zwei Busse einzuplanen.

Die Gesamtkosten für den Bau der neuen Dreifachturnhalle betragen rund 6,4 bis 6,9 Millionen Euro brutto (Stand September 2013, hochgerechnet nach Baupreiskostenindex), zusätzlich eines Grundstückswerts von 1,3 Millionen Euro.

Lea Stäsche

Auch interessant

Meistgelesen

Bilder vom Festwochenfinale aus der Selfie Box - Teil 1
Bilder vom Festwochenfinale aus der Selfie Box - Teil 1
Bilder vom Festwochenfinale aus der Selfie Box - Teil 2
Bilder vom Festwochenfinale aus der Selfie Box - Teil 2
Bilder vom Festwochenfinale aus der Selfie Box - Teil 3
Bilder vom Festwochenfinale aus der Selfie Box - Teil 3
Selfie Box: Bilder 100 bis 200 vom Wochenende
Selfie Box: Bilder 100 bis 200 vom Wochenende

Kommentare