Flächenverbrauch im Allgäu soll gestoppt werden

"Wir sind gut verankert"

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Landtagsabgeordneter Thomas Gehring und OB-Kandidat Thomas Hartmann beim Dreikönigstreffen.

Kempten – Ihren Gestaltungsanspruch für die Politik in der Region haben die Allgäuer Grünen bei ihrem Dreikönigstreffen in Kempten deutlich gemacht. Eingeladen hatten dazu die beiden heimischen Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und Ulli Leiner.

Beide appellierten an die Geschlossenheit der Allgäuer Grünen. „Auch grüne Politik darf sich nicht im Kirchturmdenken erschöpfen”, mahnte Gehring. „Da viele Herausforderungen unserer Region nicht an Gemeinde- oder Landkreisgrenzen Halt machten, braucht es abgestimmte Antworten und gemeinsame Maßnahmen für das ganze Allgäu”, erklärte der Gunzesrieder. „Auch grüne Politik darf sind nicht im Kirchturmdenken erschöpfen.” 

In einer „Dreikönigserklärung“, die von den Allgäuer Grünen verabschiedet wurde, heißt es: „Kommunen werden mit Grüner Politik ökologischer, sozialer, bürgernäher und weltoffener“. Demnach setzen Grüne Kommunalpolitiker im Allgäu ihre Schwerpunkte bei der Gestaltung der Energiewende vor Ort, bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Entwicklung von Strategien gegen die Zersiedelung der Landschaft, aber auch in der Neuausrichtung der Verkehrspolitik mit dem Ausbau von ÖPNV, Radwegenetzen und Regionalverkehr. „Wir sind bereit, für die Umsetzung der Energiewende in der Region Verantwortung zu übernehmen, weil nur eine Energiewende von unten in der Hand der Bürger sowie ihrer kommunalen Energieversorger gelingen kann“, waren sich die Anwesenden einig. Die Grünen wollen daher mit einer kommunalen Solarstrategie die Spitzenposition des Allgäus als Solarregion ausbauen und den Ausbau von Windkraft „unter Berücksichtigung des Naturschutzes, der Beachtung der Allgäuer Landschaft und der Beteiligung der Menschen vor Ort“ umsetzen. 

Dies sei nötig, um übermäßige Stromtrassen zu vermeiden, Versorgungssicherheit in der Region zu gewährleisten und regionale Wertschöpfung zu ermöglichen. Unter der Überschrift „Heimat erhalten“ wollen die Grünen laut ihrer Erklärung den Flächenverbrauch im Allgäu stoppen, da in keiner Region in Bayern der Flächenverbrauch so stark sei wie hier. Deswegen haben für die Grünen innerörtliche Nachverdichtung, die Konzentration auf die Innenentwicklung der Städte und Gemeinden sowie das Flächenre- cycling bereits bebauter Flächen Vorrang bei allen Planungen. Die Konversion von Bun- deswehrarealen im Allgäu sehen sie als Chance für eine nachhaltige Innenentwicklung. Die Partei fordert deshalb, dass diese Flächen schnell zu fairen und günstigen Preisen vom Bund an die Kommunen übergeben werden. Grüne Kommunalpolitik im Allgäu versteht sich, so die Dreikönigserklärung, als zuverlässiger Partner der bäuerlichen Landwirtschaft, des heimischen Handwerks und der regionalen Unternehmen. Sie fördert intensive Bürgerbeteiligung, entwickelt Konzepte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, will das Allgäu zur Bildungsregion und sich für eine soziale Politik stark machen, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Inklu- sion von Menschen mit Behinderung fördert. 

Zudem steht sie für eine solide Finanzpolitik. „Weil wir unsere Kinder und Enkel nicht für die Politik heute bezahlen lassen wollen, streben wir an, keine neuen Schulden zu machen und nach Möglichkeit Schulden abzubauen.“ „Wir Grünen sind im Allgäu gut verankert“, so Thomas Gehring. „Die gute und anerkannte Arbeit grüner KommunalpolitikerInnen im Allgäu ist auch ein Grund für die guten und überdurchschnittlichen Allgäuer Grünen-Ergebnisse bei den Wahlen für Land, Bund und Europa.“

kb

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