Demo in Kempten

Gegen das Morden in Gaza

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Verliehen ihrer Solidarität mit dem Palästinensischen Volk im Rahmen einer Demonstration eine Sprache und forderten ein Ende des Mordens in Gaza.

Kempten – „Free Palestine“; „Kindermörder Israel“; „Stoppt das Massaker gegen die Turkmenen“; „Israelkritik ist nicht Anti-Semitismus“; „I’m Muslim, not Terrorist“; „Zionismus ist Faschismus“; „864 Tote, 5730 Verletzte in 3 Wochen“ stand auf den Transparenten.

Dazwischen ein Plakat, auf dem sich ähnelnde Bilder den „Holocaust an Juden 1941-45“ und den „Holocaust in Gaza 1948-2014“ thematisieren. Wie in mehreren deutschen Städten, hatte vergangenen Samstag auch der Dachverband Türkischer Vereine in Kempten (DTVK) zur Demonstration gegen das Töten in Gaza aufgerufen.

Gut 500 Teilnehmer waren dem Aufruf nach Angaben der Polizei gefolgt, was sich annähernd mit den Schätzungen von Ilknur Altan, Vorsitzende des DTVK, deckt. Auch an Einsatzkräften der Polizei mangelte es nicht, die laut Günter Hackenberg, Leiter der Kemptener Polizeiinspektion (PI), „im hohen zweistelligen Bereich“ lagen. Er bestätigte, dass auch „Übersetzer“ im Einsatz seien, die die meist in türkischer Sprache gerufenen Parolen wie auch die Sprüche auf den Bannern laufend auf ihre Verfassungstauglichkeit überprüften, um gegebenenfalls noch vor Ort einzugreifen. So seien bereits vor dem Abmarsch der Demonstranten einzelne Plakate entfernt worden, die allerdings teilweise im Verlauf erneut aufgetaucht seien. Bei einigen überprüfe nun die Staatsanwaltschaft den „Verdacht auf Volksverhetzung“.

Angeführt wurde der Demonstrationszug von einem großen Transparent, auf dem geschrieben stand: „Du musst nicht Moslem sein, um für Gaza einzustehen, es reicht Mensch zu sein“, daneben eine Frau mit einer Puppe, die in ein mit roter Farbe verschmiertes, weißes Tuch gehüllt war. Immer wieder skandierten die Demonstranten auf ihrem Weg vom Residenzplatz zum Forum Allgäu: „Allahu akbar“ – Allah ist groß.

Negative Reaktionen

Ein gewisser Mut ist den Demonstrationsteilnehmern nicht abzusprechen. Zumal die Reaktionen der Passanten weitgehend negativ ausfielen und von „die sollte man alle verhaften“ bis „was soll das denn bringen“ oder „das sieht doch in Israel eh niemand, dass hier demonstriert wird“ reichten. Auch von „vielen Auflagen, die wir von der Polizei bekommen haben“, berichtete ein Ordner der Veranstalter und schüttelte den Kopf darüber, „dass man in einem demokratischen Land nicht sagen darf was man denkt.“

Ein bisschen unheimlich wurde es, als ein junger Salafist – nicht nur optisch, sondern nach Überprüfung der Polizei auch faktisch – den Demonstrationszug provokativ von vorne mit dem Smartphone filmte und kommentierte. Es hatte etwas unwirkliches, wie der er die Demonstranten filmte und gleichzeitig die Videokamera eines einer Spezialeinheit angehörenden Polizisten auf ihn gerichtet war – bis er schließlich vom Ort des Geschehens entfernt wurde. „Er wurde ausgeschlossen und es wurde ein Platzverweis erteilt“, erklärte Hackenberg, dass der Provokateur der Polizei bekannt sei.

"Gute Kooperation"

Insgesamt lobte er die „gute Kooperation mit der Versammlungsleitung“. In einer Ecke des August-Fischer-Platzes gab es zum Abschluss noch eine kurze Kundgebung und einen Auf- ruf einer Teilnehmerin, „Cola, Facebook, McDonalds und Fanta“ zu boykottieren, da die Unternehmen in jüdischer Hand seien.

Wie Altan gegenüber dem Kreisboten meinte, wäre es ihr lieber gewesen einen Informationsstand in der Fußgängerzone zu machen, um die „Menschen aufzuklären“, als eine Demonstration, bei der man nicht wisse wer mitlaufe. Ziel der Demo sei gewesen, auf die Situation in Gaza aufmerksam zu machen. „Wir wünschen uns, dass beide Seiten die Bombardierung einstellen. Es sollen keine unschuldigen Kinder ermordet werde. Diese Kämpfe sollen nicht auf Kosten der Zivilisten gehen. Das Leben der Menschen dort muss lebenswert sein.“

Christine Tröger

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