Silobrand am 2. Weihnachtsfeiertag

Duracher Freiwillige Feuerwehrler 13 Stunden im Einsatz

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Das mit Holzspänen gut gefüllte Silo war mit Glutnestern durchzogen.

Durach – Die weihnachtliche Besinnlichkeit und Ruhe fand für die Duracher Feuerwehrler am 2. Weihnachtsfeiertag um 11.15 Uhr ein jähes Ende: Die Integrierte Leitstelle Allgäu alarmierte die Wehr zu einer unklaren Rauchentwicklung im Freien in einen Duracher Weiler.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass sich dieser Einsatz über 13 Stunden hinziehen würde. Nach der Ankunft und Erkundung der Einsatzstelle wurde durch den Einsatzleiter und Kommandanten der Feuerwehr Durach Matthias Hauser schnell die Ursache der Rauchentwicklung erkannt. Aus dem Holzspänesilo eines holzverarbeitenden Betriebes drang im oberen Bereich dichter Qualm aus den Entlüftungsgittern. Die Holzspäne im Silo speisen eine unter dem Silo angebrachte Heizung. 

Durch die in der Vergangenheit des Öfteren stattgefundenen Übungen war die Feuerwehr mit den örtlichen Gegebenheiten und Inbetriebnahme der im Silo integrierten Löschanlage bestens vertraut. Diese Kenntnisse erwiesen sich als extrem hilfreich und beweisen die Wichtigkeit und Relevanz von regelmäßigen Begehungen von Betrieben durch die Feuerwehr. Kurz nach der ersten Erkundung wurden die Kameraden der Feuerwehr Kempten St. Mang mit der Drehleiter angefordert. Mit Hilfe der Drehleiter konnte das gesamte Silo in Augenschein genommen werden. Nach dem Öffnen der ersten Silotüren war klar, dass das fast komplett gefüllte Silo mit Glutnestern durchzogen war. 

Nur durch eine komplette Entleerung des Silos konnte eine weitere Brandgefahr ausgeschlossen werden. Durch den immer wieder hinzukommenden Sauerstoff kam es im Laufe des Abtragens wiederholt zu massiven Durchzündungen. Da sich im unteren Teil des Silos ein Trichter befindet, musste dieser händisch ausgeschaufelt werden. Aufgrund der starken Staubentwicklung konnten diese Arbeiten nur mit Pressluftatmern vorgenommen werden. Die Feuerwehr Kempten stellte weitere dringend benötigte Atemschutzgeräte zur Verfügung. 

Das Einsatzende war am 27. Dezember gegen 0.30 Uhr. Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Durach und der Feuerwehr Kempten St. Mang auch der Rettungsdienst zur Absicherung der Einsatzkräfte sowie die Polizei. Insgesamt waren so circa 70 Einsatzkräfte am Einsatz beteiligt. Durch die perfekte Zusammenarbeit aller Kräfte mit Unterstützung der Integrierten Leitstelle Allgäu konnte ein noch größerer Schaden bzw. eine Brandausbreitung verhindert werden. Zur Ursache des Brandes sowie der Schadenshöhe kann aktuell keine Aussage getroffen werden. 

kb

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