Festakt und Ausstellung zum Jubiläum

"SPD hat nicht immer recht"

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Beim Eintrag ins Goldene Buch: Bürgermeister Herbert Seger (v.l.), Gastredner Franz Maget und Heidi Liebherr, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Durach.

Durach – 150 Jahre Sozialdemokratie in Deutschland feierte am Wochenende die Duracher SPD. Festredner war kein geringerer als Landtagsvizepräsident Franz Maget, der zum Thema „Die sozialdemokratische Geschichte – unser Stolz” sprach.

Dabei erklärte Maget auch, warum es die Partei im Gegensatz zu allen anderen in Deutschland bereits so lange gebe: „Die SPD hatte nicht immer recht, kann aber auch nicht so oft Unrecht gehabt haben – sonst gäbe es sie ja nicht mehr”. Die Partei ruhe auf einem Fundament von Wertvorstellungen, die sich nie verändert hätten: Demokratie und Friede in Europa, weshalb auch die EU auf keinen Fall scheitern dürfe. Soziale Gerechtigkeit, Recht auf Bildung und Solidarität seien weitere Leitlinien gewesen.

Oftmals sei die SPD in Bayern bei Projekten Vorreiter gewesen, die zunächst von der CSU abgelehnt wurden, um dann doch im eigenen Programm zu erscheinen, beispielsweise Ganztagsangebote an Schulen und Kinderkrippen, so Maget weiter. Daher gönne er mit Blick auf die Wahlen der Regierungspartei ruhig mal die Oppositionsbank. „Da hat man Zeit, sich selbst was Vernünftiges zu überlegen”.

Lob von Seger

Durachs Bürgermeister Herbert Seger war sich in seiner Ansprache einig mit Franz Maget, dass die SPD als einzige deutsche Partei mit solch langer Geschichte zurecht stolz sein könne und meinte: Mit der SPD stehe man immer auf der richtigen Seite, weil es die Seite der Demokratie sei. Nicht unerwähnt blieb auch, dass Durach in den durch die Reformation bestärkten Freiheitskämpfen der Bauern im Mittelalter eine wichtige Rolle gespielt habe, die mit der Enthauptung von 18 vom Truchseß Verurteilter einen tragischen Höhepunkt erlebte.

Eröffnet hatte die Feier Durachs SPD-Vorsitzende Heidi Liebherr, die auch die Gelegenheit wahrnahm, das langjährige Mitglied Walter Bergmüller, ehemals aktiver Gemeinderat, für 40 Jahre Mitgliedschaft zu ehren. Einen kurzen geschichtlichen Abriss über die SPD vor Ort, von der es schon 1891 „erste Spuren” gab und die nach Kriegsende 1945 einen Ortsverein gründete, lieferte Dieter Putner.

Heidi Lück, ehemalige Landtagsabgeordnete, stellte die Kandidatinnen für die kommenden Wahlen vor, die ihrerseits kurze Statements zu ihren politischen Schwerpunkten gaben: Regina Liebhaber für den Bezirkstag, Ilona Deckwerth für den Landtag und Katharina Schrader für den Bundestag.

Mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Durach durch Franz Maget und der Überreichung eines Körbchens voll mit Allgäuer Spezialitäten ging der offizielle Teil der Veranstaltung, den der Musikverein St.-Mang umrahmte, zu Ende und ein buntes Nachmittagsprogramm im Freien begann.

Noch bis zum 7. August kann außerdem eine Ausstellung mit 18 Infoständern über die wechselvolle Geschichte der Sozialdemokratie in Deutschland im Rathaus Durach zu den üblichen Geschäftszeiten besichtigt werden. Sie zeigt anschaulich, dass nichts von dem, was heute für uns selbstverständlich ist – Demokratie, Gleichberechtigung, soziale Absicherung, Recht auf Bildung, ein friedliches Europa mit offenen Grenzen – von alleine kam. Alles musste erkämpft werden.

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