Ehre wem Ehre gebührt

Mit der erfolgreichen Ablegung der Gesellenprüfung haben die Junghandwerker nicht nur ihre Fertigkeiten im fachlichen Bereich unter Beweis gestellt. Vielmehr auch sogenannte Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und soziale Kompetenz bescheinigte Kreishandwerksmeister Hans-Peter Hartmann den insgesamt 63 Gesellinnen und Gesellen, die jetzt in einer Feierstunde im Gemeindesaal in Betzigau in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste freigesprochen wurden.

Die Gesellen sollten sich jedoch bewusst sein, dass sie mit der Erlangung des Gesellenbriefes lediglich ihre Grundausbildung absolviert hätten, denn der Leistungsdruck werde nicht geringer. „Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der trägt sie an der falschen Stelle“, zitierte Hartmann einen Kollegen. Einen Abschluss bekomme man nicht geschenkt, sondern müsse man sich hart erarbeiten. „Leistungsbereitschaft und Einsatz zahlen sich aus“, diese Lektion sollten die Junghandwerker/-innen niemals vergessen, so der Kreishandwerksmeister. Sicher würden die jungen Frauen und Männer noch öfter in Lebenssituationen kommen, wo sie nicht wüssten, ob sich das alles auch lohnt, sie vielleicht auch das Gefühl hätten, beruflich nicht weiter zu kommen. Dann sollten sie immer daran denken, dass sie es zum Großteil selbst bestimmen könnten, was sie aus ihrem Leben und Beruf machen. Hartmann forderte die Jugendgesellen auf, lernfähig und lernwillig zu bleiben, bereit sein, sich fort- und weiterzubilden. Sie sollten auch stets den Mut und die Kraft zu Veränderungen haben. Die Grundbausteine dazu hätten sie jetzt in ihrem Werkzeugkasten, diese genialen Werkzeuge sollten sie auch benutzen. Der Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben, Hans-Peter Rauch, nannte in seinem Grußwort die jungen Frauen und Männer die „Stars von morgen“, denn gerade Facharbeiter und Gesellen seien gefragte Kräfte. Der Facharbeiteranteil sei mit 80 Prozent im Handwerk so stark wie in keinem anderen Wirtschaftszweig. Besonders positiv an der Ausbildung im Handwerk sei die enge Zusammenarbeit in den kleinen Betrieben und Teams. „Da wird schon einmal ein Jugendlicher an die Hand genommen und es wird ein weiteres Mal erklärt und gezeigt“, lobte der Vizepräsident die Ausbildung im Handwerk. Viele Bausteine Gute Chancen für gute Handwerker sieht auch stellvertretender Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. „Das Handwerk bietet zahlreiche moderne Berufe, die tagtäglich gebraucht werden“, so Klotz in seinem Grußwort für die Stadt Kempten und den Landkreis. Auch Klotz betonte die Bedeutung sozialer Kompetenz: „Der Erfolg im Beruf besteht aus vielen Bausteinen. Grundlage ist zum einen ein guter Ausbildungsabschluss, aber genau so wichtig sind die sozialen Kompetenzen Fleiß und Engagement, Flexibilität, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit sowie Innovation, das heißt, Neues annehmen und sich weiterentwickeln.“ Der Feier angemessen war einmal mehr das Rahmenprogramm. „Broadway Joe“ gab sich die Ehre und begeisterte das Publikum. Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kempten, moderierte in gewohnt unterhaltsamer Weise die Überreichung der Gesellenbriefe sowie die Ehrung der Prüfungsbesten.

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