Drei ehemalige Stadträte werden anlässlich ihres 75. Geburtstags vom OB empfangen

Ehrenkrug für langjährigen Einsatz

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(v.l.) OB Thomas Kiechle, Irene Dumler, Helmut Allgeier und Ingrid Jähnig mit den Ehrenkrügen der Stadt Kempten, den die drei ehemaligen Stadträte für ihr langjähriges Engagement entgegen nehmen durften.

Kempten – Zwölf, 18 bzw. 30 Jahre lang saßen Irene Dumler, Ingrid Jähnig und Helmut Allgeier im Kemptener Stadtrat. Anlässlich ihres 75. Geburtstags, den sie innerhalb der vergangenen zehn Monate feiern konnten, empfing OB Thomas Kiechle die drei am vergangenen Donnerstag im Rathaus und würdigte ihr langjähriges Engagement für die Stadt. Seit Jahren ist ein solcher Empfang zum 75. Geburtstag (ehemaliger) Stadträtinnen und Stadträte Tradition in Kempten.

„Sie trugen 18 Jahre lang, von 1990 bis 2008, mit großem Engagement zur Gestaltung und positiven Entwicklung unserer Stadt bei“, begann Kiechle seinen Rückblick auf die Stadtratszeit von Ingrid Jähnig. Als Kinderbeauftragte habe sie Maßstäbe gesetzt und sich dieser Aufgabe mit Hingabe gewidmet, ebenso wie der als Vorsitzende der Kinderkommission. Jähnigs Motto war: „Kommunalpolitik muss auch an die Kinder denken.“ Neben dem Wirken für die Kinder war für den OB eine weitere Säule von Jähnigs Arbeit im Stadtrat das Einbringen in die Kultur. Als Dank für ihren beständigen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger und vor allem für die Kinder in Kempten überreichte Kiechle Jähnig den Ehrenkrug der Stadt Kempten.

Über den Ehrenkrug durfte sich auch Helmut Allgeier freuen, auch wenn er scherzhaft bemängelte, dass „der ja gar nicht gefüllt ist“. Allgeier gehörte genau 30 Jahre, von 1978 bis 2008, dem Kemptener Stadtrat an. „Sie haben ausgesprochen, was sich manch andere nur gedacht haben. Sie standen auf und sagten Ihre Meinung, auch ganz unverblümt. Außerdem sind Sie ein Mensch, der den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern direkt sucht und diese den Kontakt zu Ihnen. Immer waren Sie am Ball, gerne auch mit Nachdruck“, so der Rathauschef, der noch ein früheres Zitat des heutigen Bundesministers Dr. Gerd Müller anfügte: „Helmut Allgeier war und ist immer ein hartnäckiger Fürsprecher der Arbeitnehmer, Rentner und der sozial Schwächeren.“

Die Dritte im Bunde der Gewürdigten war Irene Dumler, die von 1990 bis 2002 Stadträtin war und in dieser Zeit in verschiedenen Ausschüssen und Gremien vertreten war. Von 1990 bis 1996 war sie außerdem Beauftrage des Stadtrats für die Stadtbücherei und das Stadtarchiv. Laut Kiechle gab es zwei Eigenschaften, die an Dumler besonders geschätzt wurden: Ihre Hilfsbereitschaft und die Fähigkeit, zuhören zu können. „In Ihrer Arbeit für die Entwicklung der Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger, war Ihnen keine Mühe zu viel, sich – auch vor Ort – zu informieren und sich der Anliegen anzunehmen, mit denen Sie sich befassten. Und was immer Sie hinterfragten: Es geschah stets in einer sachlichen und fairen Weise.“ „Sie alle drei haben sich Verdient gemacht und zum Zusammenhalt in unserer Stadt beigetragen“, so Kiechle abschließend.

Jähnig (auch im Namen von Dumler) und Allgeier nahmen den Empfang zum Anlass, auch noch ein paar Worte zu sagen. Die Stadt habe sich seit 1990 sehr verändert. Unter anderem war von der ZUM weit und breit noch nichts zu sehen gewesen, es gab in der ganzen Stadt nur 36 Krippenplätze und Radwege waren ein Fremdwort in der Verkehrsplanung. „Zehn Frauen waren wir damals im Stadtrat und die parteiübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Stadträtinnen hat immer gut funktioniert“, blickte sie zurück. Und auch einen Blick in die Zukunft wagte sie: Wenn Sibylle Knott und Katharina Schrader irgendwann anlässlich ihres 75. Geburtstags geehrt werden, sei das Beginenhaus als Denkmal für die Beharrlichkeit der Frauen längst saniert.

„So viel Lob hätts nicht gebraucht“, begann Allgeier. Er sei gerne im Stadtrat gewesen und nach drei Legislaturperioden habe er die Ausschüsse gewechselt. Nur in den Kulturausschuss sei er nie reingekommen, bedauerte er scherzhaft und erzählte anhand dreier Beispiele aus seiner jungen Erwachsenenzeit in München, dass er Kultur immer gefördert habe. Nachdem Kiechle nach seiner Wahl zum OB eine Lücke in der Mittelschule bei der Hofmühle hinterlassen habe, sei er Sprachpate dort geworden, um die Lücke zu füllen.

Am Ende des offiziellen Teils war noch ausreichend Zeit für Gespräche mit ehemaligen Stadtratskolleginnen und -kollegen bei Häppchen und Getränken in der Schrannenhalle. 

Melanie Weidle

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