Ehrgeizige Pläne

Seit Jahren steigen die Zahlen der Studierenden in Kempten an. Zusätzlich wird im Studienjahr 2011/2012 wegen des doppelten Abiturjahrgangs ein weiterer Schub erwartet. Um dem erhöhten Platzbedarf gerecht zu werden, bewilligte der Freistaat die Anmietung eines weiteren Hörsaal-Gebäudes. Dieses neue Gebäude entsteht nun an der Stelle des ehemaligen Kunz-Hochhauses. Die Solzialbau errichtet diesen „Bestellbau“ und stellt ihn dem Freistaat bzw. der Hochschule für bis zu 20 Jahre zur Verfügung. Am Dienstag vergangener Woche fand die Grundsteinlegung statt.

Noch nie habe er so ein Wetter bei einer Grundsteinlegung erlebt, bekannte Minister Dr. Wolfgang Heubisch. Pünktlich zur Eröffnungsrede von Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau, fing es an zu regnen. Trotz widriger Umstände waren zahlreiche Besucher erschienen. Bei dem Neubau des viergeschossigen Gebäudes seien Freistaat und die Hochschule neue Wege gegangen, so OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Im Sommer 2009 wurde das Projekt „Bestellbau für Bildung“ europaweit ausgeschrieben. Nachdem die Vorgaben der Ausschreibung kein Anbieter erfüllen konnte, wurden intensive Verhandlungen mit der Sozialbau geführt. Eine Lösung war durch eine Kooperation aller Beteiligten gefunden worden: Die Stadt stellt das Grundstück zur Verfügung, die Sozialbau ist Planer, Bauherr und Privatinvestor, Bayern tritt als Mieter auf und die Hochschule nutzt das Gebäude, erläuterte Netzer. Für die Hochschule entstehen so bis zum Sommersemester 2011 zehn neue Hörsäle, Seminar- und Laborräume sowie 26 Dienst- und Mitarbeiterzimmer auf rund 2300 Quadratmetern. Die Errichtung einer Café-Lounge mit Restaurant wird derzeit noch geplant. Ein Dach-Cafè mit Bergblick sei eine „einmalige Chance“, erklärt Herbert Singer. Die Gesamtinvestitionssumme für die rund 3300 Quadratmeter Nutzfläche belaufe sich auf etwa 7,25 Millionen Euro, führte Singer weiter aus. „Schwaben rückt immer mehr in den Fokus“, so Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch. Nicht ein einzelner Standort zähle, vielmehr zählten Kooperationen. Er sei bereit, in das gesamte Allgäu zu investieren, um hier ein Wissenschaftsnetz aufzubauen. Nicht nur in strukturschwache Regionen müsse investiert werden, sondern gerade starke Regionen müssten weiter gefördert werden, um die Wirtschaft weiter zu stärken, so der Staatsminister. Prof. Dr. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule, freute sich besonders, dass mit dem Neubau das Konzept der „Campus-Hochschule“ fortgesetzt werden könne. Alle Gebäude blieben unmittelbar auf einem Gelände vereint. Bereits im Vorfeld wurde sehr auf die Bedürfnisse der Hochschule geachtet. Wirtschaftlichkeit in Konstruktion, Energetik und Gebäudetechnik sowie Funktionalität der Grundrisse zeichne das private Hochschulprojekt aus, so Herbert Singer. Die Bauzeit beträgt lediglich elf Monate. Im März wird die „Denkfabrik“ dann pünktlich zu Beginn des neuen Sommersemesters für den doppelten Abiturientenjahrgang in Betrieb genommen.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare