Ehrgeiziges Ziel

Das europaweit agierende Touristik-Unternehmen „Center Parcs“ plant im Urlauer Tann eine großzügige Ferienanlage. Mit 800 in den Wald integrierten Holzhäusern und einer tropischen Badelandschaft inklusive weiterer Aktiv-Möglichkeiten übrigens das „größte touristische Einzelprojekt Deutsch- lands“, wie Entwicklungsdirektor Jan Janssen vor 300 Besuchern einer Info-Veranstaltung im Festsaal in Frauenzell berichtete.

Weil laut Janssen auch noch 800 Arbeitsplätze im Ferienpark direkt und 400 in der Region entstünden (allein schon 900 in der Bauphase) und die Wertschöpfung im Umkreis 35 bis 40 Millionen Euro betrage, zeigten sich die Bürgermeister, OB Hans-Jörg Henle (Leutkirch) und Heribert Kammel (Altusried), begeistert. Wobei Henle besonders auf ein Versprechen von „Center Parcs“ verwies, nämlich die Beseitigung der militärischen Altlasten im 186 Hektar großen, ehemaligen Munitionsdepot, das sich mit 32,5 Hektar auch auf Altusrieder Gebiet erstreckt. Die kommunalen Spitzen von Leutkirch und Altusried sehen mit dem Touristikprojekt auch die Chance, das vor allem in Altusried ungeliebte Vorhaben der Klenk AG – die Errichtung einer Großsägerei – vom Tisch zu bringen. Kammel und viele andere hatten hier Verkehrs- und Lärmprobleme, aber auch ein Sterben mittelständischer Sägewerke befürchtet. Gleichwohl hatte ein Bürgerentscheid – vor allem wegen dem Arbeitsplatz-Argument – am 13. Januar 2008 ein 62-prozentiges Votum für die Ansiedlung von Klenk ergeben. Der Holzspezialist war jedoch wegen der wirtschaftlichen Krise und daher sinkender Exporte von seinen Plänen abgerückt. Nun müsse, so Oberbürgermeister Henle, am 27. September ein weiterer Bürgerentscheid die neue Nutzung bestätigen, ansonsten sei „Center-Parks“, wie auch Janssen klarstellte, an seinem 350-Millionen-Euro-Projekt nicht mehr interessiert. Und Klenk könnte seine Großsägerei doch noch im Auge behalten, machte der Leutkircher Rathauschef deutlich. Allerdings sagte Henle auch, dass es in seiner Bevölkerung eine klare „Pro-Stimmung Center Parcs“ gebe. Auch deshalb, weil die An- und Abreisen des Ferienparks vor allem über die A 96 abgewickelt würden, während die Großsägerei mit 800 Lastwagen pro Tag wohl auch die Landstraßen belastet hätte. Eröffnung 2013 Neben der hohen Generierung von Arbeitsplätzen verwiesen beide Bürgermeister auf einen „bevorzugten, wenn auch behutsamen Ausbau der Infrastruktur“. Kammel betonte, dass beispielsweise die Freilichtbühne Altusried durch Touristen von „Center Parcs“ profitieren könnte. Und noch ein Bonbon erfreute die Rathaus-Chefs: Janssen versprach Vorzugkonditionen für Einheimische, die das breite Aktiv-Angebot von „Center Parcs“ nutzen wollen. Zuhörer der Frauenzeller Info-Veranstaltung bohrten nach, beispielweise in der Energiefrage oder in Sachen regionaler Produkte. Letztere seien fester Bestandteil des CP-Konzepts, betonte Janssen. „Wir wollen möglichst viel Energie über Solarzellen und Biomasse, aber nicht durch Windmühlen gewinnen“, versicherte der Entwicklungsdirektor. „Bei einem positiven Ausgang des Bürgerentscheids werden wir bis Mitte Oktober den Grundstücks-Kaufvertrag mit Klenk unterschreiben und auf eine Baugenehmigung bis Herbst 2010 hinarbeiten“, erklärte Janssen. Mit der Eröffnung von „Center Parcs“ Allgäu sei dann im Frühjahr 2013 zu rechnen.

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