Stadtjugendring gibt 2014 voraussichtlich 247 200 Euro mehr aus

Viel Geld für neue Projekte

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SJR-Vorsitzender Stefan Keppeler (links) überreicht OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) die Urkunde zum Preis „Partner der Jugendarbeit“.

Kempten – Der Stadtjugendring Kempten wird 2014 voraussichtlich Ausgaben in Höhe von 1 604 700 Euro haben. Das sind 247 200 Euro mehr als im Jahr 2013.

mehr als im Jahr 2013. Gründe dafür seien Investitionen in neue Projekte und steigende Personalkosten, erklärte Geschäftsführer Alexander Haag, als er bei der diesjährigen Herbstvollversammlung vergangene Woche den Haushaltsplanentwurf für 2014 vorstellte. Der Einladung ins Jugendzentrum St.-Mang waren 39 der 48 Delegierten gefolgt. Der Vorsitzende Stefan Keppeler informierte über den Stand der 22 Wahlprüfsteine für die Kommunalwahl 2014. Sechs davon seien bereits umgesetzt worden. So könne die integrative Elternarbeit mittelfristig fortgesetzt werden. „Zukunft bringt’s“ und die Medienwerkstatt würden weitergeführt. Die Stadt werde die vertiefte Berufsorientierung (VBO) mitgestalten. 

Das Internetradio „Jugendwelle“ mit Regionalnachrichten für Kinder und Jugendliche sei bis September 2016 genehmigt worden. Die Jungenarbeit an Kemptener Mittelschulen, die Buben bei ihrer Entwicklung zum Mann unterstützt, werde mittelfristig fortgesetzt. „Fünf der Wahlprüfsteine sind momentan in Bearbeitung“, so Keppeler weiter. Die Familienfreizeiten etwa sollen durch die Erhöhung des Zuschusstopfes bezuschusst werden. Jugendleiter müssten in städtischen Einrichtungen und bei Veranstal- tungen den gleichen ermäßigten Eintritt bezahlen wie Schüler und Studenten, wobei die Jugendleitercard (Juleica) als Nachweis diene. Weitere Wahlprüfsteine, die sich in Bearbeitung befinden, seien die Optimierung des Verleihs von Materialien sowie die Sprachförderung für Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien. Für das Bundesprojekt „Soziale Stadt“ habe die Kommune einen Antrag für den Kemptener Osten gestellt. „Jugendarbeit prägt die Entwicklung junger Menschen nachhaltig und vermittelt tiefgreifende Erfahrungen und Erlebnisse“, sagte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). 

In seiner eigenen Jugendzeit habe ihm die aktive Mitarbeit als Ministrant, Pfadfinder, bei der Feuerwehr und politischen Jugend geholfen, Kompetenzen zu entwickeln sowie eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen. „Die erreichten Ziele der Jugendarbeit können sich in Kempten sehen lassen.“ Die Wahlprüfsteine von 1996 bis heute erlebe er als nachhaltiges Werkzeug. „So wurden von den insgesamt 25 Wahlprüfsteinen, die im Jahr 2008 für die Zeitspanne bis 2014 formuliert und für wichtig empfunden wurden, 24 umgesetzt“, meinte OB Netzer. Der Stadtjugendring Kempten engagiere sich als Interessensvertretung und Sprachrohr der jungen Menschen. Dabei seien Partizipation und Mit-sprache selbstverständliche Grundprinzipien. Die Jugendarbeit sei ein ständiger Prozess, wobei der Prozess selbst schon ein Ziel sei. Beim Miteinander in der Stadt spiele die Jugend eine wichtige Rolle. 

SJR nun Bildungsträger 

Die stellvertretende Vorsitzende Franziska Limmer sprach über die neuen Projekte. Dazu gehöre die vertiefte Berufsorientierung (VBO). „Jugendliche brauchen Orientierung bei ihrer Entscheidung.“ Zur VBO zähle zum Beispiel das Bewerbungstraining. Für die „Jugendwelle“ arbeiteten derzeit drei Redaktionsteams, die eigene Beiträge erstellen, die über das Internet zu hören seien. Bei dem Pro-jekt „Kempten is(s)t bunt“ gehe es vor allem um das gemeinsame Kochen. Der Stadtjugendring sei jetzt Träger der gebundenen Ganztagsschule an der Lindenbergschule. Die „Arbeitsbrücke“ unterstütze schwer vermittelbare Jugendliche. 

„Der Stadtjugendring Kempten hat sich als Bildungsträger zertifizieren lassen“, berichte Limmer stolz. „Der Vorstand trifft sich mindestens einmal im Monat“, erzählte die Beisitzerin Eva-Maria Kraljevic. Die Vorstandsmitglieder begleiteten die Arbeitsgruppen wie die Zukunftswerkstatt, Kontakte und Außenvertretung sowie die Informationstechnik. Im Jahr 2013 komme man auf etwa 2000 ehrenamtlich geleistete Stunden. Der Beisitzer Bernd Fischer verwies darauf, dass einige Seminare mangels Interesse abge-sagt worden seien. „Deshalb wollen wir das Seminarprogramm mit den Jugendlichen erstellen.“ Bei der Optimierung des Verleihs sollen die Heranwachsenden helfen. Fischer wünschte sich, dass die Jugendlichen das Narrendorf der Narrenzunft auf dem Rathausplatz im Jahr 2015 unterstützen. 

Höhere Personalkosten 

Geschäftsführer Alexander Haag stellte den Nachtragshaushalt für 2013 vor. Er sei durch die Übernahme der gebundenen Ganztagsschule an der Lindenbergschule von der Diakonie nötig geworden. Auch die „Jugendwelle“ und die vertiefte Berufsorientierung hätten zusätzliche Ausgaben notwendig gemacht. Die Kosten seien durch Zuschüsse gedeckt. Ein-stimmig segneten die Delegierten den Nachtragshaushalt ab. Anschließend stellte Haag den Haushaltsplanentwurf für 2014 vor. Die Summe für die Ausgaben betrage 1 604 700 Euro. „Das ist im Vergleich zu 2013 eine Steigerung von 247 200 Euro.“ Die Erhöhung werde vor allem durch die neuen Projekte verursacht. Auch die Personal-kosten würden steigen. 

Ein weiterer Grund für die höheren Auslagen sei die Ersatzbeschaffung für die Verleihfahrzeuge. „Der Haushalt ist grundsätzlich sehr sparsam kalkuliert und nur durch zusätzliche Einsparungen möglich“, so Haag. Auch die Drittmittelakquise sei notwen-dig. Einstimmig nahmen die Delegierten den Haushaltsplan für 2014 an. Gegen Ende der Vollversammlung stand noch eine Ehrung an. „Der zu würdigende Mensch lebt christliche Werte vor“, betonte Stefan Keppeler. Den Preis „Partner der Jugendarbeit“ erhielt Dr. Ulrich Netzer. „Sie haben uns allen Orientierung gegeben“, so Keppeler. Er überreichte Netzer eine Urkunde und eine Stele mit dem Psalmspruch: „Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“

Franziska Kampfrath

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